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„Junge, wenn du vom 10er springst, da kriegst du fünf Mark!“

Wenn man bedenkt, dass fünf Mark in den 50er-Jahren für einen Jungen viel Geld waren, ist klar, dass sich Jürgen Emsbach nicht zweimal bitten ließ. Der großzügige Geldgeber war sein Vater, der seinem Sohn an diesem Sommertag zu einem neuen Hobby verhalf. Denn der Sprung vom 10-Meter-Brett gehört für den heute 76-Jährigen immer noch zu jedem Schwimmbad-Besuch dazu:

„Ich muss mich jedes Mal überwinden. Aber ich bin auch eitel, ich will es mir auch selbst beweisen. Das zeigt mir: Du bist alt, aber nicht zu alt, du kannst noch ein Vorbild sein.“

Ein Vorbild zu sein und Haltung zu bewahren, ist dem Rentner sehr wichtig. Dabei ist er aber auch immer für jeden Spaß zu haben und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Seit nunmehr 60 Jahren ist Jürgen schon Stammgast im Freibad auf dem Koblenzer Oberwerth. Immer mit dabei, seine Frau Angela. Zwar kann sie seine Liebe zum 10-Meter-Brett nicht teilt, trotzdem fiebert sie seit 40 Jahren bei jedem Sprung mit. Denn obwohl ihr Mann mittlerweile ein Routinier ist und sich vor jedem Sprung bestens vorbereitet, kribbeln immer noch seine Waden, sobald er die Leiter hinaufsteigt:

„Aber wenn ich vorne auf der Kante stehe, dann bin ich ganz konzentriert, dann sammle ich mich, beherrsche mich, springe.“

Und das tut er nicht irgendwie, sondern mit einem Kopfsprung. Auch für die anderen Freibad-Gäste etwas Besonderes, sie klatschen und freuen sich mit ihm. Und besonders Jürgen freut sich, denn er hat es mal wieder geschafft und sich selbst überwunden. Auch nach all den Jahren spürt er das Adrenalin und ist glücklich. Und Glück kann man mit Geld bekanntlich nicht kaufen – manchmal aber mit fünf Mark.

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