Für Repicturing Homeless hat Edouard obdachlose Menschen fotografiert und ihnen einen neuen Start ins Leben ermöglicht

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„Wir wollten zeigen, dass Obdachlose nicht nur Obdachlose sind, sie sind zuerst Menschen, die im Moment kein Dach über dem Kopf haben.“

Edouard Olszewski ist Fotograf und kommt aus Frankreich. Für das Projekt „Repicturing Homeless“ der Caritas hat er wohnungslose Menschen fotografiert. Und zwar, nachdem sie umgestylt worden waren. Der Sinn dahinter: Die Fotos werden als Stockfotos verkauft und der Erlös kommt Obdachlosen in Trier zugute. „Wir haben zuerst ein Bildercasting gemacht und geschaut, wer zu welcher Rolle passen würde.“ Am Shootingtag wurden die Menschen geschminkt, eingekleidet und vor der Kamera in Szene gesetzt. Ein bisschen skeptischen waren Edouard und das Team der Caritas zum Beginn schon. Ob die Obdachlosen auch kommen würden? Sie kamen alle! „Wir waren alle aufgeregt.“

Mit Spaß bei der Sache

Anders als bei professionellen Models hat Edouard die Menschen beim Shooting geführt, ihnen Haltung und Pose erklärt. Für Edouard, der normalerweise Fashion, Editorial oder Campaign Fotos macht, war das Shooting einfacher als sonst, weil die Menschen Spaß hatten. „Es war viel lockerer als normalerweise. Die haben das nicht so ernst genommen, wie das ein Business-Mann gemacht hätte. Der hat ein Ziel, das will er kommunizieren. Die Leute sind gekommen, um Spaß zu haben und haben trotzdem das Konzept respektiert.“ Nicht nur für die Obdachlosen war das Shooting eine wichtige Erfahrung, denn einige haben danach wieder einen neuen Job und damit eine neue Chance im Leben gefunden, sondern auch für Edouard. Er geht nun mit einem ganz anderen Blick durch die Straßen und er würde sich freuen, wenn dies auch andere Menschen machen würden.

„Ich weiß, dass wir Menschen nicht komplett verändern können. Das ist zu kompliziert. Aber zumindest, dass sie verstehen, dass es einfacher ist jemand zu helfen, als man glaubt.“

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