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Schweizer hilt in Schuld bei Autos abschleppen. (Foto: SWR)
Der Schweizer Daniel Gürlet ist eigentlich zum Truck Grand Prix am Nürburgring angereist, doch dann kam die Hochwasserkatastrophe. Spontan entschied er sich zu helfen.
"Ich bin froh, dass ich keine Leichen gesehen habe", sagt Daniel, der in den letzten Tagen mehr als 20 Autos aus der Ahr und den Trümmern geborgen hat.
Ein in den Fluten wegespültes Auto wird aus der Ahr geborgen.
Der Chef des Abschleppdienstes klettert persönlich auf ein Auto in der Ahr und schlägt die Seitenfenster ein. Hier werden die Ketten befestigt.
Unzählige Autos sind in den Fluten versunken und mitgerissen worden.
Die Autos hängen voller Müll und Pflanzenteile. Viele haben keine Reifen mehr. Deshalb werden sie auf Holzpflöcken abgestellt.
Nur gemeinsam lässt sich so eine Lage bewältigen.
Pausen gibt es wenige, dafür gibts es leider zu viele Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen.
Das Ausmaß der Verwüstung ist unermesslich.

„Was soll ich jetzt nach Hause gehen, wenn ich hier das Elend sehe. Und freie Hände kann man immer gebrauchen. Ich glaube, das wäre feige, wenn man gehen würde.“

Das sagt Daniel Gürlet. Er steht in einem knallorangenen Overall auf einer provisorischen Straße in Schuld. Hinter ihm rauscht die Ahr in einem neuen Flussbett vorbei. Überall liegen Trümmer. Der Schweizer ist mit Freunden eigentlich zum Truck Grand Prix am Nürburgring angereist ist – einen Tag vor der Katastrophe.

„Dann kam die Absage vom Rennen. Und dann kamen Umfragen, wer geht helfen. Dann hat man sich getroffen und los gings.“

Seitdem hilft Daniel bei einem Abschleppdienst aus der Region mit. Er kennt den Besitzer. Seit Donnerstag haben Sie mehr als zwanzig Autos aus den Trümmern und der Ahr geborgen und abtransportiert.

 „Man muss improvisieren“, sagt Daniel und sammelt dabei angeschwemmte Holzbalken vom Straßenrand und wirft sie auf einen Abschleppwagen. „Viele Autos haben keine Räder mehr, dann haben wir was ums draufzustellen.“ Vor ihm hievt ein Hebekran gerade ein Auto aus der Ahr. Die Arbeitstage für die Helfer und Helferinnen in Schuld sind lang.

„Ich stehe mit einem Wohnwagen am Nürburgring. Der Kühlschrank ist noch voll mit Steaks und Bier vom Rennen. Noch nichts angerührt. Gestern Nacht kam ich erst um halb drei nach Hause. Kurz duschen, schlafen und heute sind wir schon wieder seit neun Uhr da. Ja, so geht die Zeit vorbei.“

Auf die Frage, was er sich für die Menschen wünscht sagt er: „Was soll man wünschen? … Die Leute, die ihr Haus verloren haben, das kann man nicht mehr gutmachen, diesen Schmerz. Da geht so ein Film in mir durch, was bei mir zu Hause passieren würde.“ Er schweigt kurz. „Unvorstellbar, unvorstellbar“, murmelt er und ergänzt: „C´est la vie. La vie dure. – Das Leben ist hart. Aber die Hilfe ist imposant. Was da blaue Lampen drum rum sind.“ Für ihn ist klar:

„Ich habe Urlaub und bleibe hier. Ich helfe so lange Not am Mann ist.“

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