Eifel Der höchste Kaltwassergeysir der Erde

Eifel Der höchste Kaltwassergeysir der Erde

Kaltwassergeysir schießt in die Luft (Foto: SWR, SWR -)
Auf der Rheinhalbinsel Namedyer Werth bei Andernach am Rhein steigt der höchste Kaltwasser-Geysir der Erde in regelmäßigen Abständen von etwa zwei Stunden bis zu 61,5 Meter in die Höhe. Das ist Weltrekord. Im Jahre 2008 wurde der Geysir deshalb ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. SWR -
Wer das rund 10 -12 Minuten lange Schauspiel bewundern möchte, steigt in Andernach auf ein Rheinschiff, das die kurze Fahrtstrecke über den Rhein zurücklegt. Vom Anleger der Halbinsel Namedyer Werth aus läuft man dann durch den Auwald des Naturschutzgebiets zu Fuß zum Geysir. Foto: Dorothea Maria Schwab -
Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckten die Andernacher geheimnisvolle Gasblasen, die aus dem Wasser an der Halbinsel Namedyer Werth aufstiegen. Dies führte im Jahre 1904 dazu, dass man das Kohlenstoffdioxid-Vorkommen mit einer ersten Bohrung gewerblich erschloss. Neben dem Gas kam in regelmäßigen Abständen zudem eine Wassersäule aus dem Bohrbrunnen geschossen - ein Kaltwasser-Geysir war geboren. Dr. Ralf Schunk, Geysir Museum, Andernach -
Die Wassersäule erreichte aus eigener, ganz natürlicher Kraft bereits 40 Meter Höhe. Der Geysir wurde aber im Zweiten Weltkrieg zerstört, so dass die stark beschädigte Bohrung im Jahre 1957 endgültig verschlossen wurde. Die Wiedergeburt des Kaltwaser-Geysirs fand im Jahre 2001 statt. Eine neue Bohrung wurde auf 350 Meter angelegt. Jetzt steigt die Wasserfontäne bis zu 60 Meter hoch. Dr. Ralf Schunk, Geysir Museum, Andernach -
Aber woher kommt die enorme Eruptionskraft, die so viel Wasser immer wieder so weit in die Höhe katapultiert? Ein Kaltwasser-Geysir benötigt für den Wasserausstoß einen Aufstiegskanal, das ist hier der Bohrbrunnen. In ihm sammelt sich Grundwasser aus Quarzadern, die das Schiefergestein durchziehen. Dieses Wasser ist mit Kohlenstoffdioxid aus der Tiefe der Erde angereichert. Die Wassersäule steigt langsam bis zur Erdoberfläche an. Durch das Eigengewicht und den so zunehmenden Druck der Wassersäu… Foto: Ralf Schunk, Geysir Museum, Andernach -
Das in der Tiefe weiterhin zuströmende Kohlenstoffdioxid muss aus diesem Grund direkt nach oben steigen. Weiter oben gerät es unter geringere Druckverhältnisse. Die Gasbläschen nehmen dadurch an Volumen zu und dehnen sich aus. Sie verdrängen das Wasser aus dem Brunnen, und dort beginnt es nun an der Wasseroberfläche zu wallen. Foto: Dorothea Maria Schwab -
Da der Druck zur Wasseroberfläche hin stetig abnimmt, werden die aufsteigenden Gasbläschen immer größer. Sie verdrängen mehr und mehr Wasser, und der Geysir-Brunnen beginnt überzulaufen. Dadurch nimmt der Druck in der gesamten Wassersäule im Brunnen geringfügig ab. Das führt wie beim Domino-Effekt dazu, dass immer schneller weiteres CO₂ aus dem Wasser entweichen muss. Die vielen aufsteigenden Gasblasen wachsen dabei zu sehr großen Blasen zusammen. Foto: Dr. Ralf Schunk, Geysir Museum, Andernach -
Die Blasen sind nun mehrere Meter lang und reißen das Wasser in der Röhre mit sich in die Höhe. Der Kaltwasser-Geysir bricht aus und baut eine stetig höher wachsende Gas-Wasserfontäne auf. Diese Fontäne besteht zu etwa 96 Prozent aus CO₂ und nur zu vier Prozent aus Wasser. Insgesamt fördert ein einziger Ausbruch 200 bis 250 Kubikmeter Kohlenstoffdioxid und lediglich sechs bis acht Kubikmeter Wasser. SWR -
Die dicken und weißlich aufgeschäumten Blasen der Fontäne zeigen den hohen Kohlenstoffdioxidgehalt des Gas-Wasser-Gemischs an. Wenn sich kein Wasser mehr im Brunnen befindet, kommt der Ausbruch des Kaltwasser-Geysirs zum Erliegen. SWR -
Bei einer Sprudelflasche passiert im Prinzip nichts anderes: Beim Öffnen perlt durch die Druckentlastung ein Teil des CO₂ aus und reißt das Wasser mit sich in die Höhe. Wie ein Geysir funktioniert, erklärt die spannende Ausstellung im Geysir-Zentrum in Andernach. Mit vielen interaktiven Exponaten und Erläuterungen kann der kleine und große Besucher der Kraft des Geysirs auf den Grund gehen. SWR -
In der Westeifel gibt es noch einen kleinen Geysir-Bruder des Rekordhalters: den Wallenborn, auch Brubbel genannt. Die kohlenstoffdioxidhaltige Quelle schießt ihre Fontäne bis zu fünf Meter hoch. In einer Tiefe von 25 Metern tritt vermehrt CO₂ aus und bei fast 40 Meter Bohrtiefe kam es beim Bau des Brunnens zu einem schlagartigen Ausbruch einer Mischung aus CO₂, Wasser und Bohrschlamm. Foto: Dorothea Maria Schwab -
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