Schnake sitzt auf einem Grashalm. (Foto: IMAGO, IMAGO / Panthermedia)

Insektenstiche

Deshalb stechen Mücken manche Menschen häufiger

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AUTOR/IN
Veronika Simon
ONLINEFASSUNG
Julian Aldinger

Momentan ist wieder Hochsaison für Mückenstiche. Die einen erwischt es dabei mehr als die anderen. Wieso ist das so?

Unser Essen beeinflusst nicht, wie sehr uns Mücken stechen

Die gute Nachricht: Unser Essverhalten beeinflusst nicht, wie sehr uns Mücken stechen. Das bedeutet, ob Mücken uns attraktiv finden, hängt nicht an „süßem Blut“, wie teilweise behauptet wird. Alle Naschkatzen sind damit entwarnt.

Die schlechte Nachricht: Auch Knoblauch essen – entgegen der Gerüchteküche – bringt somit nichts. Eine Studie hat jedoch darauf hingewiesen, dass Biergeruch Mücken anlocken kann. Es ist also nicht auszuschließen, dass eine Bierfahne tatsächlich zu mehr Stichen führen könnte.

Auch Knoblauchverzehr schützt nicht davor, dass ein Schnake uns sticht. (Foto: IMAGO, IMAGO / Ardea)
Was wir essen hat keine Auswirkung auf die Anziehung von Mücken. Daher hilft auch kein Knoblauchverzehr gegen die Schnaken. IMAGO / Ardea

Zudem scheint der CO2-Gehalt in unserer ausgestoßenen Atemluft eine Rolle zu spielen. Beispielsweise stoßen Schwangere oder Menschen mit höherem Körpergewicht mehr CO2 aus und dadurch werden dann auch mehr Mücken angelockt.

Unser Körpergeruch macht uns attraktiv für Mücken

Viel mehr als das Essen scheint der persönliche und ganz individuelle Körpergeruch ausschlaggebend zu sein. So scheinen manche Menschen besonders schmackhaft für die Mücken zu riechen. Beeinflussen kann man dies schwer, denn der körpereigene Geruch hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise von der Bakterienkombination auf unserer Haut.

Der Schweißgeruch auf der Haut trägt unter anderem dazu bei, wie sehr uns Mücken anziehend finden. (Foto: IMAGO, IMAGO / imagebroker/möbus)
Schweißtropfen tragen zu unserem Körpergeruch bei - und der bestimmt unter anderem, wie sehr wir Mücken anziehen. IMAGO / imagebroker/möbus

Schlussfolgernd daraus spielt jedoch auch Schweiß eine große Rolle bei der Stechmücken-Attraktivität, denn dieser zieht die Mücken vermehrt an. Eine kurze Dusche vor dem Schlafengehen könnte daher zumindest leichte Abhilfe schaffen.

In unserem Körper stecken noch weitere Faktoren

Ebenso unsere Blutgruppe beeinflusst die Attraktivität für Mücken. Gewisse Mückenarten scheinen besonders von Menschen mit der Blutgruppe 0 angezogen zu werden. Genauere Hintergründe dazu sind aber derzeit noch unklar.

Auch in unserer Blutgruppe und in unseren Genen steckt eine gewisse Tendenz, Mücken anzulocken. (Foto: IMAGO, IMAGO / Imaginechina-Tuchong)
Auch in unserer Blutgruppe sowie in unseren Genen scheint eine gewisse Tendenz zu stecken, Mücken anzulocken. IMAGO / Imaginechina-Tuchong

Schlussendlich scheint auch die Genetik eine gewisse Rolle zu spielen. In Studien mit Zwillingen wurde gezeigt, dass eineiige – also genetisch identische – Zwillinge gleich attraktiv für Mücken sind. Im Gegensatz dazu zogen zweieiige Zwillinge Mücken unterschiedlich an.

Forschung wichtig bei übertragbaren Krankheiten

Die Frage, wer auf Mücken besonders anziehend wirkt, ist aber nicht nur für den Alltag interessant, sondern die Forschung daran hat einen ernsten Hintergrund. Denn sie können Erreger wie das Zika-Virus übertragen und somit schwere Krankheiten wie Malaria auslösen.

Gefährliche Krankheitserreger wie das Zika-Virus können von Stechmücken übertragen werden und zirkulieren im Blut. (Foto: IMAGO, IMAGO / agefotostock)
Stechmücken können gefährliche Krankheitserreger wie das Zika-Virus übertragen. Daher ist die Forschung an deren Vorlieben und Stechverhalten sehr wichtig. IMAGO / agefotostock

Das Wissen, welches man über die Vorlieben der Mücken erwirbt, kann dann dabei helfen, effektivere Mittel zum Schutz vor solchen Erkrankungen zu entwickeln.

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