1000 Antworten Wie hat sich das Inka-Reich ausgebildet? Wurden andere Stämme erobert?

Dauer

Das Inka-Reich war das größte in Amerika. In unserer sogenannten Alten Welt gab es das Mongolenreich oder auch das Reich Alexanders des Großen. Das Römische Reich war von seiner Ausdehnung her längst nicht so groß wie das der Inka. Wie konnte es also so groß werden? Die Inka hatten kein großes stehendes Heer und zunächst auch keinen so großen Drang sich auszudehnen. Als sie in das Tal von Cusco eingewandert sind, mussten sie zunächst einen kleinen Staat aufbauen. Schließlich hatte man ein Reich, das vom südlichen Kolumbien bis südlich von Santiago de Chile reichte. Angesichts der Topographie, der hohen Berge, hätte man dieses Gebiet gar nicht mit einem Riesenheer erobern können. Vielmehr hat man das wohl durch Diplomatie erreicht. Man heiratete geschickt. Der Inka-König, der der große König war, wenn er anerkannt wurde, was durch bestimmte Mechanismen geschah, hatte mehrere Frauen und entsprechend viele Kinder. Die Frauen wurden vom König „verteilt“ und es wurde geschickte „Geschenkpolitik“ betrieben. Von Bedeutung waren auch wertvolle Textilien, die von den sogenannten Sonnenjungfrauen in ihren Klöstern hergestellt wurden. Diese Textilien wurden ebenfalls verschenkt und die Gegengabe war die Subordination, also die Unterordnung unter den Häuptling.

Wann war das?

Früher nahm man an, dass das unter dem Vater und Großvater des letzten Königs Atahualpa (der von Francisco Pizarro ermordet wurde) geschah, dass diese drei Generationen es also geschafft haben sollen, das Reich so weit auszudehnen. Das ist jedoch so unwahrscheinlich, dass man als Archäologe feststellen muss, dass das so schnell nicht funktioniert haben kann. Konkret: Die Inka wurden 1532 von den Spaniern erobert. Man war lange davon ausgegangen, dass sie ein Reich hatten, das nicht mal 100 Jahre alt war. Doch inzwischen kann man noch mal 100 Jahre dazurechnen. Im 14. Jahrhundert entstand also die Ausdehnungsbewegung.