Schwarzgeld und falsche Abrechnungen in der Verbandsgemeinde Wöllstein (Foto: IMAGO, IMAGO / Steinach)

Staatsanwaltschaft ermittelt

"Schwarzgeld" und falsche Abrechnungen in der Verbandsgemeinde Wöllstein

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Bargeld im Tresor der Gemeindeverwaltung, Ermittlungen gegen einen Bürgermeister und falsche Abrechnungen: In der Verbandsgemeinde Wöllstein gibt es derzeit jede Menge Ärger um das liebe Geld.

Seit dem vergangenen Sommer tauchen immer mehr Vorwürfe gegen die Verwaltung der Verbandsgemeinde Wöllstein auf: Sie soll Abrechnungen vergessen und die Finanzen ihrer Kommunen nicht besonders gewissenhaft überwacht haben.

Vorläufiger Höhepunkt war die Durchsuchung der Wohnung des Gumbsheimer Bürgermeisters Rudi Eich (SPD) und der Gemeindeverwaltung durch die Mainzer Staatsanwaltschaft im Oktober 2023. Ausgelöst wurde sie durch eine Rechnungsprüfung des Landkreises Alzey-Worms.

Bürgermeister hortet 40.000 Euro im Büro-Tresor

Im Gemeindebüro des Bürgermeisters fanden die Ermittler dann verschiedene Briefumschläge mit Geld in einem Tresor. Und das scheint Methode in Gumbsheim zu haben. Bereits im Sommer hatte Eich dem SWR betätigt, etwa 40.000 Euro dort gelagert zu haben. Dabei handelte es sich seinen Worten nach um Erlöse von Dorffesten. Das Geld habe er allerdings dann an die Verbandsgemeindeverwaltung überwiesen. Der Gemeinde Gumbsheim sei dadurch kein Schaden entstanden, so Eich. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn dennoch wegen Untreue.

Gegen weitere Personen werde derzeit nicht ermittelt, erklärte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller. Dennoch stellen sich verschiedene Bürger und Kommunalpolitiker in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Verantwortlichen in der Verbandsgemeindeverwaltung in Wöllstein nicht genauer hätten hinschauen müssen.

Finanzchaos auch in der Verbandsgemeinde Wöllstein

Denn nicht nur in Gumbsheim gibt es Ärger um die Finanzen, sondern auch in Wonsheim (Kreis Alzey-Worms). Dem Gemeinderat dort wurde von den zuständigen Rechnungsprüfern ein 45-seitiges Dokument vorgelegt, das zahlreiche Fehler auflistet.

So wurden beispielsweise die Gehälter der Mitarbeiterinnen des örtlichen Kindergartens ausschließlich der Gemeinde Wonsheim in Rechnung gestellt. Genutzt wird er allerdings noch von zwei anderen Gemeinden. Die mussten erst einmal nicht zahlen, wodurch Wonsheim ein beträchtlicher finanzieller Schaden entstanden ist.

Kreisverwaltung Alzey-Worms prüft auch restliche Gemeinden

Die Kreisverwaltung Alzey-Worms führt nun in allen anderen Kommunen der Verbandsgemeinde Wöllstein Rechnungsprüfungen durch. Derzeit sei Stein-Bockenheim an der Reihe. Auch die Verbandsgemeindeverwaltung selbst würde unter die Lupe genommen, heißt es in einer Stellungnahme.

Wie lange dies alles dauern wird, sei nicht einzuschätzen. Die Rechnungsprüfung in einer einzigen Gemeinde könne zwischen sechs Wochen und zehn Monaten dauern, so eine Sprecherin des Landkreises.

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