Info-Date am Abend: Umstrittenes Rentenpaket ist auf dem Weg ++ Landkreis Mainz-Bingen stark mit Pestiziden belastet

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Julia Kretschmer
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Das Kabinett billigt die Rentenreform - Opposition und Verbände üben Kritik. Dies und weitere Themen des Abends mit Julia Kretschmer.

Das Bundeskabinett hat die umstrittene Rentenreform von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) auf den Weg gebracht. Damit sollen die Renten auch künftig mit den Löhnen in Deutschland steigen. Das Rentenniveau soll dafür bei 48 Prozent bleiben – zumindest bis zum Jahr 2039. Zudem soll ein Generationenkapital aus Bundesmitteln am Aktienmarkt angelegt werden. Dessen Zinserträge sollen künftige Beitragssteigerungen bremsen. Das Rentenpaket muss jetzt noch von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Viel Kritik von Opposition und Verbänden

Arbeitsminister Heil sagte: „Damit investieren wir in den Sozialstaat und in die soziale Sicherheit von morgen.“ Für Finanzminister Lindner ist es wichtig, dass Deutschland mit dem Rentenpaket beginnt, die internationalen Kapitalmärkte für die Altersvorsorge arbeiten zu lassen. Opposition und Verbände kritisieren die Reform als ungerecht oder wirkungslos. Aus der Union hieß es, das von der FDP durchgesetzte Generationenkapital werde die massiven Beitragssteigerungen nicht abfangen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sagte dem Fernsehsender ntv, die Ampel-Regierung setze falsche Prioritäten. Der Staat nehme Kredite für die Aktienrente auf und investiere damit in internationale Unternehmen. Für Bildung und eine gute Infrastruktur in Deutschland wolle die Regierung aber keine Schulden machen.

Der Paritätische, der Sozialverband VdK, die Gewerkschaft Verdi und die Linke fordern ein Rentenniveau von mehr als 50 Prozent. Aus ihrer Sicht bietet die aktuelle Rentenreform keine Absicherung gegen Altersarmut.

 Sorge wegen Pestiziden im Kreis Mainz-Bingen

Der Landkreis Mainz-Bingen ist ungewöhnlich stark mit Pestiziden belastet - und zwar deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt. Das haben Forschende der Universität Kaiserslautern-Landau herausgefunden, indem sie Blütenpollen in Bienenstöcken untersucht haben. Die Studie hat bei Landwirten in der Region Besorgnis und Diskussionen ausgelöst. Eine wirkliche Alternative zum Einsatz von Chemikalien im Obst und Weinbau sehen sie allerdings nicht.