Smaragdeidechse - GabrieleLebender LNV  (Foto: SWR, LNV GabrieleLebender )

Tag der Artenvielfalt

Natur vor der Haustür - viele Aktionen im Schwarzwald-Baar-Kreis

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Zum ersten Mal lädt der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg zum landesweiten "Tag der Artenvielfalt" ein. In Dornhan und Villingen-Schwenningen gibt es Veranstaltungen.

Einen Ausflug in die Welt der Pflanzen im Schwenninger Moos (Schwarzwald-Baar-Kreis) gibt es am Sonntag. Zwei Stunden lang führen Mitarbeiter des Umweltzentrums Schwarzwald-Baar-Neckar durch das Moorgebiet. Man kann seltene Vögel und Schmetterlinge beobachten und mehr über die speziellen Pflanzen, die hier wachsen, lernen. Im Schwenninger Moos gibt es bislang nur wenige Pflanzen, die es normalerweise in den Mooren gibt. Denn durch den Eingriff und die Nutzung durch Menschen ist das Schwenninger Moos fast völlig zerstört worden. Erst vor etwa 50 Jahren hat man zum Schutz des empfindlichen Ökosystems die ersten Entwässerungsgräben mit Sperren verschlossen. Damit soll das Wasser im Moor bleiben. Dank dieser Maßnahme gibt es mittlerweile wieder bis zu 400 niedere Pflanzenarten im Schwenninger Moos .

Bäume spiegeln sich im See des Schwenninger Moos  (Foto: picture alliance  dpa  Patrick Seeger)
Bäume spiegeln sich im See des Schwenninger Moos picture alliance dpa Patrick Seeger

Fettwiesen und Greifvögel in der Wacholder Halde

Früh aufstehen muss man am Sonntag für die Exkursion in der Wachholder Halde in Mühlhausen ( Schwarzwald-Baar-Kreis). Bereits um 6:30 Uhr beginnt die Führung durch die außergewöhnliche Kulturlandschaft. Viele Vogelarten und Schmetterlinge leben hier, auch verschiedene Greifvögel lassen sich von der hervorragenden Thermik in dem Tal in die Lüfte tragen. Verschiedene Blumen, Orchideen und Wildkräuter auf der Halde locken Insekten an, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel bieten.

Ein Rotmilan im Flug in der Nähe von Weinsberg (Landkreis Heilbronn) im April 2020 (Foto: SWR, Jürgen Härpfer)
Ein Rotmilan lässt sich von der Thermik durch die Lüfte tragen Jürgen Härpfer

Waldexkursion in Königsfeld

Bereits am Samstagabend geht es für alle Naturfans in den Wald bei Königsfeld (Schwarzwald-Baar-Kreis). Bei einbrechender Dämmerung können hier Fledermaus, Vögel und Biber beobachtet werden. 1997 wurde Königsfeld als erste Gemeinde in Baden-Württemberg als "Nabu-Naturwald-Gemeinde" ausgezeichnet. Seitdem verzichtet man in dem Gemeindewald auf den Einsatz von Pestiziden (z.B. Unkrautvernichtungsmittel, Insekten- oder Mäusegifte) und Düngemitteln.

Bäume ragen bei Seebach am Ruhestein in den Himmel.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)
Beim Waldbaden soll die Natur intensiv erlebt werden. picture alliance/dpa | Uli Deck

Mähen und Dengel auf Streuobstwiesen in Dornhan

Die Initiative Loch-Hochwiesen hat schon am Samstagmorgen zusammen mit dem Nabu Oberndorf-Sulz zu einem Spaziergang in Dornhan (Kreis Rottweil) über die Streuobstwiesen eingeladen. Am Vormittag wurde mit der Sense bereits gemäht. Am Nachmittag gab es geführte Exkursionen zu den Streuobstwiesen, dem nah gelegenen Wald und zum Zizmannsbrunnenbach. Laut der Initiative stellen die immer selten werdenden Streuobstwiesen, aber auch historische Gebäude, wertvolle Reservate zur Erhaltung der Artenvielfalt dar.

Erster "Tag der Artenvielfalt" soll Natur in Focus rücken

Am letzten Juniwochenende sollen ab jetzt jedes Jahr den Naturfans ganz besondere Erlebnisse geboten werden. Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) hat den 26. Juni 2022 zum ersten "Tag der Artenvielfalt" in Baden-Württemberg erklärt. Mit 75 Aktionen im Land will der LNV die Schönheit der Artenvielfalt vor der eigenen Haustür in den Fokus rücken. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) übernommen.

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SWR