Die besten Plattencover von Musik der 70er Jahre

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Plattencover der 70er Jahre (Foto: SWR, Polydor (Coverscan))
Bereits im Juli 1969 fand die Uraufführung des Films „Unser Doktor ist der Beste“ statt, über den „Der Spiegel“ urteilte: „Klinik-Klamotte, in dem Roy Black auch singen darf“. „Dein schönstes Geschenk“ war im doppelten Sinn der Schlager des Films, denn die Single belegte 1970 insgesamt 9 Wochen den 1. Platz in den Hitparaden. Ganze sechs Wochen länger… Polydor (Coverscan)
…hielt sich dort die Adaption der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven. Der Spanier Miguel Rios bekam 1970 das Angebot, zum 200. Geburtstag des Komponisten eine verpoppte Version davon zu singen. Der argentinische Orchesterchef Waldo de los Rios arrangierte „Freude, schöner Götterfunken“ im Stil von James Last neu und mit dieser aufgefrischten Fassung gelang ein Welthit. Polydor (Coverscan)
Als der Mann mit der Gitarre und dem Schlapphut 1971 in Deutschland debütierte, war er in seiner Heimat längst etabliert. Danyel Gérard hatte in Frankreich schon seit Ende der 1950er Jahre Platten veröffentlicht. Der größte Erfolg gelang ihm mit „Butterfly“. In vielen Ländern eroberte die Platte die Top Ten der Hitlisten. Allein in Deutschland rangierte der Song 15 Wochen lang auf Platz 1. Den deutschen Text schrieb übrigens ein gewisser Ben Juris, besser bekannt als Jean Frankfurter. CBS (Coverscan)
Das holländische Duo „Mouth & McNeal“ hatte 1972 mit „How do you do“ einen Riesenhit. Ehe sie eine deutsche Version davon aufnehmen konnten, hatte eine deutsche Plattenfirma rasch ein eigenes Duo zusammengestellt. Hinter „The Windows“ verbargen sich Jeannie McKinnley und Peter Petrel, der hier die ersten Schritte im Business unternahm. Damit es ordentlich in der Kasse klingelte, nahmen die beiden auch gleich eine englische Version auf. 8 Wochen standen „The Windows“ auf Platz 1 der Hitparade. Golden 12 (Coverscan)
„Cindy & Bert“ waren das erfolgsreichste Schlager-Duo der 1970er Jahre. Viele ihre Lieder besitzen Evergreen-Status. „Immer wieder sonntags“ war einer der großen Hits des Jahres 1973. Die beiden Saarländer legten nach: „Aber am Abend, da spielt der Zigeuner“, „Spaniens Gitarren“ oder „Wenn die Rosen erblühen in Malaga“. 1974 vertraten sie Deutschland beim Grand Prix d’Eurovision mit der „Sommermelodie“ - glücklos. Abba siegte und „Cindy & Bert“ waren das Schlusslicht. Polydor (Coverscan)
Bevor er 1970 seine erste Schallplatte auf den Markt brachte, hatte Jürgen Marcus schon als Hauptdarsteller im Musical „Hair“ erste Erfolge gefeiert. Bis zum Durchbruch als Plattenstar zogen jedoch noch zwei Jahre ins Land. Das gelang 1972 mit „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ aus der Feder von Jack White. Hits folgten wie am Fließband, darunter „Ein Festival der Liebe“ oder „Schmetterlinge können nicht weinen“. Telefunken (Coverscan)
Er war die Entdeckung des SWF-Talentschuppens bei der Internationalen Funkausstellung in Berlin im Jahr 1971. Zwei Jahre später landete Bernd Clüver mit „Der Junge mit der Mundharmonika“ einen Millionenhit und war 1973 auf allen deutschen Hitparaden auf Platz 1. Er nahm den Titel in mehreren Sprachen auf. Es existiert eine französische Version und seine englischsprachige Fassung erschien sogar auf dem japanischen und afrikanischen Markt. Hansa (Coverscan)
„Sonderbare Vorfälle im Hause von Professor S.“ war der Titel der 63. Folge der Krimiserie „Der Kommissar“, die im September 1973 im Fernsehen gezeigt wurde. Darin war im Hintergrund mehrmals das Lied „I’d love you to want me“ zu hören. Am Tag nach der Ausstrahlung begann ein Ansturm auf die Geschäfte, alle wollten die Platte kaufen. Lobo, Komponist und Interpret in Personalunion, konnte sich freuen - es war der Hit des Jahres 1973 und stand 13 Wochen auf dem 1. Platz der Hitparaden. Philips (Coverscan)
Der Produzent Ralph Siegel brachte frischen Wind in die Karriere von Chris Roberts. Ihr erstes gemeinsames Produkt ging sofort durch die Decke: „Du kannst nicht immer siebzehn sein“ wurde für Chris Roberts das Lied seines Lebens. Die Nummer stand Anfang 1974 zwölf Wochen hoch in den Hitlisten. Im Herbst folgte der nächste große Wurf mit „Ich mach‘ ein glückliches Mädchen aus Dir“. Glücklich war gewiss auch… Jupiter Records (Coverscan)
…Gitte, die sich 1974 im Fernsehen erstmals in einer Personality-Show präsentieren konnte. In der Sendung „Begegnung mit Gitte“ waren als Gäste u. a. Rex Gildo und Hugo Strasser mit dabei. Außerdem erreichte sie nach genau zehn Jahren mit „Ich hab‘ die Liebe verspielt in Monte Carlo“ erstmals wieder die Top Ten. Radio Luxemburg zeichnete sie dafür mit dem „Goldenen Löwen“ und der Saarländische Rundfunk mit der „Goldenen Europa“ aus. EMI Electrola (Coverscan)
Die George Baker Selection erreichte mit „Paloma Blanca“ 1975 den 1. Platz der Charts in Deutschland und Holland. Der Ohrwurm zog durch die ganze Welt. Inzwischen sollen rund 300 Cover-Versionen existieren. „Das Lied handelt von einem armen, südamerikanischen Bauern, der den ganzen Tag hart arbeitet und dann an einem Baum sitzt und davon träumt, ein weißer Vogel in Freiheit zu sein“ erklärte George Baker. Die gleichnamige Langspielplatte erschien im aufwändig gestalteten, aufklappbaren Cover. Warner (Coverscan)
Mit „Griechischer Wein“ gelang Udo Jürgens 1974 der Hit des Jahres, der im Ausland ebenso erfolgreich war. In Griechenland wurde es unter dem Titel „Kerna Krassi“ zu einem Art Volkslied. Auf Einladung seiner Regierung empfing Griechenlands Ministerpräsident Karamanlis Udo Jürgens, dessen Manager Hans R. Beierlein und den Texter Michael Kunze in Athen, um ihnen für die emotionale Ausdrucksweise der Empfindungen griechischer Gastarbeiter zu danken. Ariola (Coverscan)
In England sah es aus, als ob es sich bei „Abba“ um ein One Hit Wonder handelte. Nach „Waterloo“ vergingen dort rund 18 Monate, bis „S.O.S.“ die Gruppe 1975 wieder in die Top Ten zurückbrachte. Bei uns belegte der musikalische Notruf sieben Wochen lang Platz 1. Bei einer Begegnung in New York machte Pete Townshend („The Who“) Björn ein Kompliment: „S.O.S. ist einer der besten Popsongs, die jemals geschrieben worden sind.“ Frida hingegen bezeichnete den Song später als „ziemlich uninteressant“. Polydor (Coverscan)
Die holländische Gruppe „Pussycat“ bestand aus den Schwestern Betty, Marianne und Toni Kowalczyk und vier Begleitmusikern. Mit ihrem Debüt "Mississippi", das ihr Freund Walter Theunissen der Gruppe eigens auf den Leib geschrieben hatte, gelang innerhalb kurzer Zeit ein Nummer 1-Hit in den Benelux-Ländern. Nach einem Auftritt im „Musikladen“ war auch das deutsche Publikum begeistert. „Mississippi“ wurde 1976 zu einem weltweiten Hit, der sogar in Brasilien und Israel hoch in den Charts stand. EMI Electrola (Coverscan)
„Das ist die Nummer, auf die ich immer gewartet habe“, sagte Jürgen Drews zu dem Hit „Let your love flow“ der Bellamy Brothers. Sprachs und ging mit seinem Produzenten Werner Schüler ins Studio, nachdem Michael Kunze die Textzeile „Ein Bett im Kornfeld“ eingefallen war. Der Song wurde zum Sommerhit des Jahres 1976, der u. a. zweieinhalb Monate lang die Spitze der Hitparade von Radio Luxemburg belegte. Warner (Coverscan)
Der Textilkaufmann und Modedesigner Peter Knigge hat 1974 unter seinem bürgerlichen Namen seine erste Single herausgebracht. „Gewonnen“, so der Titel der Platte, hat er allerdings erst unter dem Künstlernamen Tony Holiday. 1977 gelang ihm mit „Tanze Samba mit mir“ der Durchbruch. Die von ihm getextete deutsche Version des Raffaella Carra-Hits „A far l'amore comincia tu“ ist heute ein Evergreen. Nicht Samba sondern Flamenco tanzten… Polydor (Coverscan)
…Maria Mendiola und Mayte Mateos auf Fuerteventura für Touristen und sangen dazu Folklore. Der Geschäftsführer einer großen Plattenfirma wurde auf sie aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Das Duo „Baccara“, wie sie sich nun nannten, stand 1977 in zahlreichen Ländern mit „Yes Sir, I can Boogie“ auf Platz 1 der Hitparaden. Die Nummer gilt als einer der größten Disco-Songs und als eine der meist verkauften Singles aller Zeiten. Rund 18 Millionen Exemplare gingen über die Ladentische. RCA (Coverscan)
Der Holländer Pierre Kartner schrieb Lieder wie „Die kleine Kneipe“ oder „Kleine Fische werden groß“. Groß raus kam er allerdings als Vader Abraham mit seinen Schlümpfen. 1978 sangen Jung und Alt „‘T Smurfenlied“, wie es im Original heißt. Schlumpf-Alarm war auch in Berlin bei der „ZDF-Hitparade“ angesagt. Beim Auftritt klauten die blauen Racker Dieter Thomas Heck die Brille, zerzausten sein Haar und stellten einen Rekord auf: Insgesamt sechsmal hintereinander stand die Nummer dort auf Platz 1. Philips (Coverscan)
Das Lied „Rivers of Babylon“, dem ein Bibeltext des Alten Testaments zugrunde liegt, erschien erstmals 1970. Das Original der jamaikanischen Gruppe „The Melodians“ erlangte lediglich auf Jamaika und in Großbritannien größere Popularität. 1978 griff Frank Farian den Titel auf, ließ Boney M. den Psalm über das Schicksal der Kinder Israels singen und ein weltweiter Hit gelang. In Deutschland stand die Single sagenhafte 17 Wochen lang auf dem 1. Platz der Hitparade. Polydor (Coverscan)
Zusammen mit seiner Sangespartnerin Uschi (Peysang) landete Hans Blum alias Henry Valentino einen Dauerbrenner: „Im Wagen vor mir“ fiel ihm auf einer Autofahrt von Bremen nach Köln ein. Ideen-Lieferant war eine junge Dame, die mit ihrer „Ente“ bis Münster vor ihm herfuhr. Insgesamt acht Monate konnte sich der Titel 1978 in den Top 50 behaupten. Chrystal (Coverscan)
1979 veröffentlichte Peter Maffay sein richtungsweisendes Album „Steppenwolf“, mit dem er seinen endgültigen Durchbruch als Rockmusiker schaffte. Dr. Bernd Meinunger und Volker Lechtenbrink steuerten die Texte bei und sowohl das Album als auch die Single-Auskopplung „So bist Du“ standen auf Platz 1 der Hitparaden. Dafür regnete es einmal mehr Gold und Platin. Außerdem erhielt die Produktion den „Deutschen Schallplattenpreis“. Teldec (Coverscan)
Die 1970er Jahre brachten Michael Holm riesige Erfolge im In- und Ausland, ob zusammen mit Giorgio Moroder als „Spinach“, als New Age-Formation „Cusco“ oder als Produzent von Peggy March und Mary Roos, um nur wenige zu nennen. Viele seiner eigenen Platten erreichten Kultstatus, wie z. B. „Tränen lügen nicht“, „Wart‘ auf mich“ oder „Musst Du jetzt grade gehen, Lucille“. Das Jahrzehnt fand mit der deutschen Version des Boney M.-Hits „El Lute“ einen würdigen Abschluss. Ariola (Coverscan)
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