Insektenhilfen (Foto: SWR, SWR4 - Foto: Thilo Schmautz)

Gartentipp Einfache Nisthilfen für Insekten selbst gemacht

Nisthilfen für Insekten und Wildbienen lassen sich leicht selber herstellen. So kann jeder im Garten oder auf Terrasse und Balkon für Insekten Gutes tun. Zwei einfache Beispiele von SWR Gartenexperte Volker Kugel.

Bieten Sie den Tieren Möglichkeiten zum Nisten und Überwintern an. Als Nisthilfe zum Selbermachen eignen sich besonders gut angebohrte Holzklötze oder hohle Stängel. Und so geht's:

Angebohrte Holzklötze

  • In gut getrocknete Holzklötze, idealerweise 20 x 20 cm groß, werden 2 bis 8 mm große, etwa 10 cm tiefe Löcher gebohrt.
  • Löcher mit einem größeren Durchmesse nützen nichts. Sie werden nicht besiedelt, ebenso zu kleine Löcher!
  • Die Löcher sollten nicht zu eng beieinander gebohrt sein. Etwa 2 cm Abstand sind ideal.
  • Ganz wichtig: Die Löcher müssen sauber gebohrt und die Wände glatt sein. In Löcher mit herausstehenden spitzen Holzfasern ziehen Wildbienen nicht ein. Es besteht die Gefahr, dass die zarten Flügel verletzt werden.
  • Mit einer Rundfeile können Sie die Wände der gebohrten Löcher zusätzlich glätten
  • Wer will, kann auch ein kleines Dach als Regenschutz montieren und Befestigungslaschen anbringen.
  • Am besten stellen oder hängen Sie Ihr "Insektenholzhaus" an einem sonnigen Platz auf, der möglichst regen- und windgeschützt ist. Die Ausrichtung sollte in südlicher Richtung erfolgen.
  • Die "Einflugschneise" der Wildbienen sollte über mehrere Meter frei sein.
  • Bringen Sie etwas Geduld mit: Es kann dauern, bis die Tiere die Nisthilfe bemerken und auch besiedeln. Lassen Sie Ihre Nisthilfe also das ganze Jahr über hängen.

Nisthilfen für Insekten Angebohrte Holzklötze - So geht's!

Insektenhilfen (Foto: SWR, SWR4 - Foto: Thilo Schmautz)
In den Holzklotz werden kleine Löcher gebohrt SWR4 - Foto: Thilo Schmautz Bild in Detailansicht öffnen
Die Löcher sollten einen Durchmesser von 2 bis 8 mm haben, Tiefe: etwa 10 cm. SWR4 - Foto: Thilo Schmautz Bild in Detailansicht öffnen
Achten Sie darauf, dass die Löcher sauber gebohrt und die Wände der Löcher glatt sind. SWR4 - Foto: Thilo Schmautz Bild in Detailansicht öffnen
Glätten Sie die Wände der gebohrten Löcher mit einer Rundfeile! SWR4 - Foto: Thilo Schmautz Bild in Detailansicht öffnen

Hohle Stängel

Die Triebe verschiedener Pflanzen wie Bambus, Holunder oder Pfeifenstrauch werden von Insekten sehr gerne als Unterschlupf und Nistmöglichkeit genutzt.

  • Schneiden Sie die Stängel in etwa 15 cm lange Stücke.
  • Mit einem Hilfsmittel, z.B. einer Rundfeile können Sie einige Stängel schon etwas aushöhlen
  • Binden Sie mehrere Stängel zu Bündeln zusammen.
  • Diese Bündel können Sie mit anderen Nisthilfen kombinieren, oder Sie stecken mehrere davon in eine leere Dose und hängen diese dann in der entsprechenden Richtung an einem sonnigen Platz auf.

So bekommen Sie hohle Stängel für das Insektenhotel

Insektenhilfen (Foto: SWR, SWR4 - Foto: Thilo Schmautz)
Kleine Äste oder Triebe von Bambus, Holunder oder Pfeifenstrauch eignen sich als Unterschlupf für Insekten SWR4 - Foto: Thilo Schmautz Bild in Detailansicht öffnen
Bohren Sie die Löcher mit einem Akkubohrer in das Mark der Zweige SWR4 - Foto: Thilo Schmautz Bild in Detailansicht öffnen
Befestigen Sie die Dose mit den Ästen an einem sonnigen Platz im Garten SWR4 - Foto: Thilo Schmautz Bild in Detailansicht öffnen

Nisthilfen für Insekten durch "Nichtstun"

Etwa die Hälfte der Wildbienenarten nistet nicht in hohlen Stängeln oder Löchern in Holz, sondern am oder sogar im Boden in sogenannten Bruthöhlen. Das bedeutet: Gärten nicht penibel aufräumen, sondern in der einen oder anderen "Ecke" kleine Unterschlupfmöglichkeiten schaffen - mit abgeschnittenen Zweigen, Lesesteinen oder Totholz. Diese Orte überlassen wir einfach sich selbst – sie werden dann gerne von Florfliegen, Wildbienen, Marienkäfern und Schwebfliegen als Unterschlupf oder Brutplatz aufgesucht.