Kabinett Adenauer I  (Foto: IMAGO, imago/ZUMA/Keystone)

14.8.1949

Erste Bundestagswahl 1949

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Am 14. August 1949 fand die erste Bundestagswahl statt. Nach den Landtags- und Kommunalwahlen im Jahr 1946 war dies die erste freie Wahl seit den Reichstagswahlen vom 6. November 1932.

In den Tagen vor der Wahl positionieren sich die Bewerber in ihren Aufrufen und Wahlreden.

Erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland wird Konrad Adenauer (1876 - 1967) von der CDU. Erster Bundespräsident wird Theodor Heuss (1884 - 1963), FDP.

25.7.1949 Wahlaufruf von Carlo Schmid, SPD

25.7.1949 | Carlo Schmid gehört zu den Vätern des Grundgesetzes. Auffallend an seiner Wahlrede ist, wie vehement sich der SPD-Politiker gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie ausspricht – Breslau und Stettin seien deutsche Städte. Die Aufnahme stammt vom 25. Juli 1949.

3.8.1949 Wahlaufruf des KPD-Vorsitzenden Max Reimann

3.8.1949 | Die Kommunistische Partei Deutschlands war nach dem Krieg eine beachtliche Größe in Westdeutschland. Bei einigen Landtagswahlen erzielte sie zweistellige Stimmenergebnisse. In klassischen Arbeiterstädten wie Mannheim kam sie bei Oberbürgermeisterwahlen auf über 30 Prozent – daran knüpft auch der KPD-Vorsitzende Max Reimann in seinem Wahlaufruf am 3. August 1949 an. Er warnt davor, dass Deutschland ein „von Westmächten kontrollierten Kolonialstaat“ werde.

10.8.1949 Wahlaufruf des FDP-Vorsitzenden Theodor Heuss

10.8.1949 | Die FDP als liberale Partei der Westzonen hatte sich erst 1948 gegründet. Theodor Heuss wurde ihr Vorsitzender und damit auch Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 1949. Theodor Heuss hatte sich auch im Parlamentarischen Rat für das Grundgesetz engagiert – ein Punkt, den er nutzt, um sich in seinem Wahlaufruf am 10. August 1949 von anderen Parteien wie der CSU abzugrenzen.

12.8.1949 Wahlaufruf des SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher

12.8.1949 | Wahlansprache des SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher am 12. August 1949, zwei Tage vor der ersten Bundestagswahl. Schumacher betont die Signalwirkung dieser Wahlen, schließlich finden sie gemeinsam in allen drei Westzonen statt – was den Willen zu einer deutschen Einheit unterstreiche. Gleichzeitig seien die Wahlen auch von großer Bedeutung für das deutsch-französische Verhältnis.

12.8.1949 Wahlaufruf des CDU-Vorsitzenden Konrad Adenauer

12.8.1949 | Der CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer gibt sich in seinem Wahlaufruf am 12. August 1949, zwei Tage vor der Bundestagswahl, staatsmännisch als jemand, der über den hässlichen Seiten dieses Wahlkampfes steht. Er plädiert für die Fortführung der Sozialen Marktwirtschaft und verspricht, sich um den Wohnungsbau, die Kriegsheimkehrer und die Vertriebenen zu kümmern.

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SWR