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Die ägyptische Revolution 2011 ist Widerstand und Musik. Neue Songs entstehen, alte Klassiker erwachen, von Kultsängerin Oum Kulthoum bis hin zu Sayed Darwish. Ägyptens Musik bewegt.

Beim BellyDance kreisen die Hüften, zu Sufi-Spirituals dreht sich der Derwisch, in nubischer Musik trommelt das Herz Schwarzafrikas, im Gesang der Kopten schimmert die Alte Hochkultur am Nil durch.

Vielfalt, die inspiriert, im 19. Jahrhundert vor allem die Komponisten Europas. Yalla Bina - Auf geht's!

Zauber des Orients - Kairo im Abendlicht (Foto: Jane Höck & Hossam Shaker)
Zauber des Orients - Kairo im Abendlicht. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Im März 2018 – sieben Jahre nach der Revolution – findet erstmals wieder eine große Aida-Aufführung zu Füßen von Sphinx und Pyramiden statt. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Die Zitadelle ist das weithin sichtbare Schmuckstück Kairos. Der Festungs-, Palast- und Moscheenkomplex liegt auf einem Plateau, das die Hauptstadt hoch überragt. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Das Sayed Darwish Theater in Alexandria beherbergt ein feines Opernhaus. Es trägt den Namen des Nationalkomponisten, Sängers und Lautenspielers Sayed Darwish, dessen Lieder in der Revolution von 2011 eine Renaissance erlebten. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Einen Steinwurf von der Oper entfernt, beginnt Kom El Dikka – auf Deutsch Schutthaufen. Im einstigen Armenhaus der Stadt ist Sayed Darwish aufgewachsen, hat hier gelebt und gearbeitet. Arm ist das Viertel auch heute noch. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Äyptens drittes und kleinstes Opernhaus – die Bauernoper – liegt am Rand des Nil-Deltas: in Damanhour, dem Dorf des Himmels- und Weltengottes Horus. König Fouad I. hat hier die Sommermonate verbracht und 1930 einen italienischen Architekten mit dem Bau dieses schmucken Theaters beauftragt. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Die Garteninsel Roda, von der aus der kleine Moses aus dem Nil gefischt wurde, beherbergt heute ein intimes Oum-Kalthoum Museum. In Filmen, Tonaufnahmen und Fotocollagen wird der „Stern des Orients“ wieder lebendig. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Ganz anders als der Rest des Landes ist die Halbinsel Sinai. Hier trifft Afrika auf die Arabische Halbinsel. Sie ist das Reich der Beduinen und mit dem Berg des Moses auch Sehnsuchtsort für Christen, Juden und Muslime. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Proben auf dem Nil bei Assuan: mit der nubischen Mounib-Band, dem ägyptischen Qanoun-Spieler Hossam Shaker und seiner Band Rahalla. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Das Musiker-Schiff auf dem Nil lockt zwei junge, nubische Wellenreiter mit improvisierten Surfbrettern an. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen
Abdel Hadi – ehemaliger Kapitän und Kopf einer alten, nubischen Großfamilie – lebt auf Heisa-Island. Das ist heute die einzige von Nubiern bevölkerte Insel, die in den 1960er Jahren, beim Bau des neuen Assuan-Hochdamms, nicht in den Fluten untergegangen ist. Jane Höck & Hossam Shaker Bild in Detailansicht öffnen

Gespräch Arabischer Frühling: Nach 10 Jahren „noch nicht vorbei“

Zehn Jahre nach Beginn des arabischen Frühlings ist die politische Großwetterlage im gesamten Nahen Osten eher düster. Aber „der arabische Frühling ist noch nicht vorbei“, sagt Daniel Gerlach, Chefredakteur der Zeitschrift Zenith, im Gespräch mit SWR2. „Wir sind jetzt noch nicht befähigt, die historische Wirkung zu beurteilen“, erklärt der Orientalist. Immerhin habe der Arabische Frühling trotz aller Rückschläge gezeigt, dass die Macht und die Herrschaft repressiver Systeme endlich seien.  mehr...

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Nouripour über Zehn Jahre Arabischer Frühling: "Nur Tunesien hat es hinbekommen"

Heute vor zehn Jahren hat sich der 26-jährige Tunesier Bouazizi selbst verbrannt. Aus Verzweiflung über sein Land und über die Perspektivlosigkeit der jungen Bevölkerung, die zwar in der Überzahl war und noch ist, aber dennoch machtlos. Das hat sich dann geändert, denn Bouazizis Tat gilt als Beginn einer Revolution in Nord-Afrika und im Nahen Osten.
Heute, 10 Jahre danach, ist die Frage: Was ist davon noch übriggeblieben? Für den außenpolitischen Sprecher der Grünen, Omid Nouripour ist Tunesien das Land, das seither am weitesten gekommen sei. Nouripour sagte SWR Aktuell: "Tunesien hat unter widrigsten Umständen den demokratischen Aufbruch gewagt und auch hinbekommen." Viele andere arabischen Länder hätten dagegen eine Konterrevolution erlebt, "die ehrlich gesagt auch vom Westen passiv oder aktiv mitgetragen wurde." Als Beispiele nannte Nouripour Ägypten, Syrien und Jemen. Welche Fehler der Westen im Umgang mit dem Arabischen Frühling gemacht hat, sagte Nouripour im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck.  mehr...

Buchkritik Karim El-Gawhary - Repression und Rebellion. Arabische Revolution - was nun?

Auf den arabischen Frühling folgte der arabische Winter. In seinem neuen Buch ' Repression und Rebellion. Arabische Revolution - was nun?' liefert der deutsch-ägyptische Journalist Karim El-Gawhary im lebendigen Wechsel von Reportagen und Analysen beides: detaillierte Informationen über das Enstehen und die Wirklichkeit der repressiven arabischen Autokratien während der letzten 10 Jahre und über die neuen Rebellionen in der arabischen Welt im Sudan, Irak, Lybanon und Algerien, die Arabellion 2.0. Kurz: die arabische Revolution geht weiter - ' the Arab Revolution is not over' . Rezension von Anselm Weidner. Verlag Kremayr & Scherlau ISBN 978-3-218-01232-4 224 Seiten 24 Euro  mehr...

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