Mitglieder des SWR Vokalensembles

Dorothea Winkel

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"Wenn ich richtig im Ensemble singen will, muss ich das Ego in den Urlaub schicken."

Die Sopranistin Dorothea Winkel studierte Gesang bei Albert Hartinger am Mozarteum in Salzburg. Sie singt Konzerte und Musiktheaterproduktionen in Europa und Asien und ist Preisträgerin des ICMA 2017 in der Kategorie Oper. Seit 2018 ist sie Mitglied des SWR Vokalensembles.

Vokalensemble Dorothea Winkel (Sopran) (Foto: SWR, SWR - Klaus Mellenthin)
Dorothea Winkel singt Sopran im SWR Vokalensemble.

Woher kommt Ihre Begeisterung für das Singen?

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich schon immer gerne gesungen.

Vor Ihrem Engagement beim SWR Vokalensemble standen Sie auch viel auf Opernbühnen – warum Choristin und nicht Opernsängerin?

Opern zu singen kann unglaublich spannend und hinreißend sein. Ich habe das immer sehr genossen. Im Ensemble zu singen, empfinde ich als viel intimer, nicht nur, weil es dabei nicht um so extreme Lautstärken geht. Wenn ich richtig im Ensemble singen will, muss ich das Ego in den Urlaub schicken, um mich voll auf meine Mitsänger*innen einlassen zu können und gemeinsam zu gestalten. Im Ensemble etwas auszudrücken, das auch in dem Moment einen Widerhall im Inneren eines jeden Einzelnen hat, lässt eine Tiefe im Ausdruck entstehen, der sich niemand entziehen kann. Es kann geradezu beflügelnd sein, Teil eines solchen, atmenden Kosmos zu sein.

Sie sind auch als Solistin tätig – wie unterscheiden sich die Bereiche?

Wenn ich solistische Konzerte singe, bin ich in der Art zu singen und im Ausdruck viel freier. Ich darf und muss mich als Persönlichkeit mehr zeigen und kann auch stimmlich mehr aus mir herausgehen. Im Ensemble muss ich viel schneller und stimmlich flexibler reagieren. Das hält auch die solistische Stimme jung. Eine Mischung aus Ensemble- und Solokonzerten ist aus meiner Sicht ideal.

Was ist für Sie wichtig, damit ein Konzert gelingt?

Ausreichende Vorbereitung, Konzentration und die innere Einstellung, den Herausforderungen der Musik mit Offenheit und Freude zu begegnen.

Wenn Sie nicht Sängerin geworden wären, was würden Sie dann machen?

Ich habe zeitweilig, neben meiner Konzerttätigkeit, viel unterrichtet. Singende Menschen auf ihrem Weg der Stimmentfaltung zu begleiten, habe ich immer als spannende Herausforderung empfunden. Ich habe insbesondere durch die intensive Arbeit mit sogenannten schwierigen Fällen am meisten übers Singen gelernt. Ein Leben, in dem Musik und Singen nur eine Nebensache sind, kann und möchte ich mir momentan nicht vorstellen.

Was machen Sie, um zu entspannen?

Yoga ist gut – Lachen ist besser!

Dorothea Winkel privates Foto (Foto: SWR, SWR - Privat)
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