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„Aus Liebe zur Wahrheit und im Verlangen, sie zu erhellen, sollen die folgenden Thesen in Wittenberg disputiert werden“ …mit diesen Sätzen läutete Martin Luther die Reformation ein.

Die Geburtsstunde der Reformation

Jeder Hammerschlag bringt den schwarzen Talar des kleinen, kräftigen Manns in
Wallung. Unter der flach-runden Mütze: buschige Brauen und ein entschlossener
Blick. Martin Luther schlägt eng beschriebene Papiere an die schwere Holztür der
Wittenberger Schlosskirche: darauf 95 Thesen über den Ablasshandel. Der ärgert
den Theologieprofessor und Augustinermönch schon lange. Er will eine Diskussion darüber anzetteln. Sein am 31.10.1517 verändert die Welt. Es ist
die Geburtsstunde der Reformation.

Der Thesenanschlag - nur eine Legende von Luther-Freund Melanchthon?

Vielleicht lief es aber auch ganz anders: und Luther hat die Thesen gar nicht an die
Schlosskirche geheftet. Erwähnt hat er das nämlich nie. Nur Phillip Melanchthon
Luthers Freund und Mitarbeiter - aus Bretten bei Pforzheim - hat davon gesprochen, allerdings erst nach dessen Tod. Deshalb gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass Melanchthon Luthers Lebensgeschichte mit Legenden ausgeschmückt hat.

Luther hatte keine Revolution im Sinn

Ob der Reformator den Hammer nun selbst geschwungen hat oder nicht, weiß keiner. Die Wittenberger Protestanten halten Luthers Thesenanschlag jedenfalls hoch. Schließlich gibt er ein werbewirksames Bild ab. Doch bei aller Diskussion um
das WIE der Veröffentlichung, gerät der Inhalt der 95 Thesen, über die Buße und den damit verbundenen Ablasshandel, fast zur Nebensache.

Luther hatte keine Revolution im Sinn. Er wollte nur über die Missstände der Ablass-Praxis informieren. Und glaubte, seiner Obrigkeit mit den Thesen einen Dienst zu tun.

Die Kirchenspitze witterte ketzerische Ideen

Dennoch witterte die Kirchenspitze darin ketzerische Ideen. Denn in den Thesen schimmerte eine Theologie auf, die sich von der bisherigen unterschied.

Ein Beispiel: In These 36 werden jedem reumütigen Christen – auch ohne Ablassbriefe – Schuld und Strafe erlassen. Indirekt heißt das: auch ohne Priester – innere Reue genügt. Damit stellt Luther das Sakrament der spätmittelalterlichen Buße in Frage, nach dem Sünder nur durch Priester Vergebung erlangen, denen sie beichten und Reue zeigen.

Die Kirchenspaltung war nicht Luthers Ziel

Ob Luther die Reformation nun aus Versehen losgetreten hat oder nicht: Die Kirchenspaltung war jedenfalls nicht sein Ziel. Darüber wäre der Reformator vermutlich erstaunt gewesen. Ebenso erstaunt, wie über die großen gesellschaftlichen
Veränderungen, die seinem Wirken folgten.

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