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1966 – SWR1 Meilensteine

The Beatles – "Revolver"

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Vor etwas mehr als 56 Jahren kam "Revolver" raus. Einige Beatles Fans halten es für eines der wichtigsten Alben der Popgeschichte. Gleichzeitig soll es auch eines der besten, wenn nicht das beste Album der Beatles sein.

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Die Beatles werden zu Soundfetischisten

Das "Revolver" Album der Beatles hat langsam die Zeit eingeläutet, in denen die Beatles sich von ihren Livekonzerten ab und mehr der Studioarbeit zugewandt haben. Es wurde mehr mit Aufnahmetechniken rumprobiert und die Band hat die Soundtechniker in den Abbey Road Studios dazu gedrängt, ihre Ideen irgendwie zu realisieren. Beim Song "Tomorrow Never Knows" wurden Soundelemente rückwärts abgespielt, bei "I'm Only Sleeping" wird sogar das Gitarrensolo des Songs rückwärts komponiert und eingespielt und dann auf der Aufnahme umgedreht, für einen ganz besonders einlullenden und schläfrigen Effekt.

Revolution durch einen Studiofehler

Auf die Idee, diese Technik zu nutzen, kam die Band durch den Fehler eines Studiotechnikers, der ein Tonband aus Versehen verkehrt herum einlegte und es rückwärts abspielte. Die Band war zu dem Zeitpunkt im Studio und erkannte sofort ihre Chance, genau diesen Effekt bewusste einzusetzen.

Darüber hinaus hat die Band bei diesem Album auch sehr intensiv mit der sogenannten Double-Tracking-Technik herumprobiert, also einem technischen Verfahren, bei dem automatisch und leicht zeitversetzt Tonspuren aufgezeichnet werden können, die den Klang einfach weiter verdichten und noch intensiver klingen lassen.

Mit Mitglieder der Beatles (vorne l. n. r.) George Harrison, Paul McCartney, John Lennon und hinten Drummer Ringo Starr bei einem Konzert in München (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk - Gerhard Rauchwetter)
Mit Mitglieder der Beatles (vorne l. n. r.) George Harrison, Paul McCartney, John Lennon und hinten Drummer Ringo Starr bei einem Konzert in München dpa Bildfunk - Gerhard Rauchwetter

Die Beatles werden rockiger

Außerdem werden die Beatles auf "Revolver" auch zunehmend etwas rockiger, wie man zum Beispiel auch am Eröffnungsstück "Taxman" hört, in dem sich George Harrison über die enormen Steuern aufregt, die die Band in England zahlen musste.

Auf "Revolver" werden die Beatles aber nicht nur rockiger, sondern sie sind auch unglaublich vielfältig. Neben rockigen Songs gibt es auch ganz viel psychodelische Klänge, Songs mit Streichern und mit Yellow Submarine sogar ein Kinderlied, in dem Schlagzeuger Ringo Starr die Hauptstimme übernimmt.

Fantastische Geschichten hinter den Songs

Neben vielen tollen Experimenten haben die Beatles natürlich auch auf ihrem Album "Revolver" wieder viele tolle Geschichten zu erzählen. Auch die Geschichten hinter den Songs sind dabei faszinierend. Was die Geschichte hinter dem Song "Eleanor Rigby" mit den Kennenlernen von John Lennon, Paul McCartney, ein Friedhof und Hitchcocks "Psycho" damit zu tun hat, darüber sprechen wir im Podcast.

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