Vorbeugen gegen Herbstdepression Wie Farben auf die Psyche wirken

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Der Herbst hat begonnen und der goldene Oktober ist da. Die Sonne steht tief und strahlt in Gelb- Orange- und Rottönen, an den Bäumen leuchten bunte Blätter. Das hilft, uns auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.

Über Millionen von Jahren ist der Mensch mit Farben aufgewachsen. Er hat seine Erfahrungen gemacht und weiß, welche Farben welche Situationen signalisieren. So haben unsere Vorfahren bereits festgestellt, dass man im Herbst noch einmal groß ernten kann, bevor der Winter kommt. Die bunten Früchte signalisieren, es gibt jetzt noch ein letztes Mal viel Nahrung.

Laut Harald Braem, Professor für Design und Farbexperte, wirken warme Farben dadurch sehr positiv auf unsere Psyche. Sie vermitteln uns eine innere Wärme. Die Farbtöne wirken wie eine Sicherheit, dass wir uns noch ein letztes Mal mit Licht und Wärme aufladen können, bevor es in die kalte Jahreszeit geht.

Die warmen Farbtöne signalisieren unseren Körpern aber nicht nur, dass es etwas zu essen gibt. Sie haben unseren Vorfahren schon gezeigt, dass Früchte süß und nahrhaft sind. Bereits frühe Menschenaffen konnten den Unterschied zwischen den Farben erkennen und daraus erkennen, welche Sorten reif waren.

Herbstnebel (Foto: colourbox.de - Oleg Milyutin)
Der Herbst sorgt mit seinen Farben für schöne Fotomotive. colourbox.de - Oleg Milyutin

Andererseits kann uns die rote Farbe auch Gefahr signalisieren und an unsere Erfahrungen mit Feuer, Vulkanausbrüchen oder auch Blut erinnern. Der Farbton erregt uns Menschen, denn die Farbe Rot ist ein Eye-Catcher, eine Farbe, die ins Auge springt und uns auf Dinge aufmerksam macht: Achtung, da ist was los!

Risiko auf Herbstdepressionen

Doch der Herbst kann sich auch von einer anderen Seite zeigen. Die Tage werden kürzer, feuchte Nebel ziehen auf und das Wetter wird "ungemütlich". Ist da trotz der vielen bunten Blätter nicht schnell eine Herbstdepression vorprogrammiert? Auf jeden Fall, meint Professor Braem. Die farblose Dunkelheit beeinflusse unser Befinden sehr stark. Der Körper leide öfter an Dopaminmangel - und unser Vorrat an Glückshormonen schwindet.

Was hilft gegen den Winterblues?

Obwohl unsere Welt sich ständig weiter entwickelt, hat die Natur noch immer einen hohen Einfluss auf unser Leben. So reagieren wir immer noch sensibel auf unterschiedliche Einflüsse. Unser Körper braucht Lichtzufuhr von Zeit zu Zeit, ansonsten sinkt unsere Laune schnell in den Keller.

Entgegenwirken lässt sich mit Tageslichtlampen. Diese werden morgens beim Frühstück für 20 Minuten angeschaltet und sorgen für eine angenehme Lichtzufuhr, die der Körper gut gebrauchen kann. Ansonsten empfiehlt Professor Braem eine orange- oder gelbgetönte Brille für einige Stunden pro Tag zu tragen. Damit sieht der Alltag schon gleich wieder viel freundlicher aus.

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