Die Inspiration war eine Standardausrede

Tim Bendzko: Nur noch kurz die Welt retten

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Eigentlich denkt man ja: wer als Musikstar durchstarten will, der muss kompromisslos alles auf eine Karte setzen, sich trauen – darf keine Ausreden haben. Bei Tim Bendzko ist alles irgendwie anders abgelaufen: eine Ausrede brachte ihm den großen Durchbruch. Er musste nämlich vorher „nur noch kurz die Welt retten“. Sophia Volkhardt aus der SWR1 Musikredaktion mit Tim Bendzkos Weg zum Erfolg:

Dafür, dass Tim Bendzko laut eigener Aussage schon immer wusste, dass er Sänger werden will, hat er auf dem Weg ganz schön viele Umwege gemacht.

Auch wenn er schon in der Schule Gitarre spielt und Songs textet - er geht auf ein Sportgymnasium - das Ziel: Profifußballspieler - bei Union Berlin steigt er bis in die B-Jugend auf. Aber - der Spaß am Fußball kommt ihm zu kurz, er beendet seine Sportkarriere.

Stattdessen studiert er nach dem Abitur unter anderem Theologie - aber auch das macht ihn nicht glücklich - nach 5 Semestern ist Schluss - ohne Abschluss.

Danach arbeitet er zeitweise als Auktionator im Autohandel, bis er sich 2009 bei einem Talentwettbewerb der Söhne Mannheims bewirbt. Mit Erfolg: gemeinsam mit der Gruppe spielt er in der Berliner Waldbühne vor 20.000 Zuschauern.

17 Punkte in Flensburg und ein Plattenvertrag

Ein unvergesslicher Auftritt - auch weil er es auf dem Weg zum Konzert so eilig hat, dass er auf der Autobahn mehrfach geblitzt wird: der Abend bringt ihm 17 Punkte in Flensburg und einen Plattenvertrag. Rennfahrer muss er jetzt nicht mehr werden.

Die Inspiration für den Song war sein Stiefvater

Seinen Durchbruch feiert er mit „Nur noch kurz die Welt retten“ - die Inspiration für den Text: sein Stiefvater. Das war nämlich die Standardausrede, wenn die Mutter des Sängers was von ihrem Lebensgefährten wollte - der aber lieber weiter Computerspielen wollte.

Manchmal sind die fadenscheinigsten Ausreden eben doch erfolgreich.

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