Torjubel der VfB-Mannschaft. (Foto: IMAGO, IMAGO / Sven Simon)

Fußball | Bundesliga

Klarer Sieg gegen Mainz: VfB Stuttgart festigt Rang drei

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Nicole Schmitt

Am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat der VfB Stuttgart souverän gegen den 1. FSV Mainz 05 gewonnen und damit den dritten Tabellenplatz gefestigt. Die Nullfünfer stecken weiter tief im Abstiegskampf fest.

Der VfB Stuttgart hat mit 3:1 (2:0) gegen Mainz 05 gewonnen und damit den dritten Liga-Sieg in Folge eingefahren. Maximilian Mittelstädt brachte die Schwaben in Führung (45.+2), Jamie Leweling erhöhte noch vor der Halbzeitpause auf 2:0 (45.+5). Deniz Undav machte in der 73. Minute mit seinem 14. Saisontor alles klar. Ludovic Ajorque gelang drei Minuten später nur noch der Ehrentreffer für die abstiegsbedrohten Mainzer.

Der VfB startet ohne Guirassy

Im Vergleich zur bitteren Pokal-Niederlage gegen Leverkusen veränderte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß sein Team auf drei Positionen: Weil Keeper Alexander Nübel mit Hüftproblemen ausfiel, stand Fabian Bredlow in dieser Saison zum ersten Mal zwischen den Pfosten. Anthony Rouault und Josha Vagnoman nahmen zunächst auf der Bank Platz, für sie starteten Leweling und Pascal Stenzel. Serhou Guirassy, der Mainz mit seinem Hattrick im Hinspiel (3:1) quasi noch im Alleingang besiegt hatte, stand nach überstandenen muskulären Problemen als Joker zur Verfügung.

Mainz-Coach Jan Siewert rotierte nach dem 1:1 gegen Union Berlin gleich auf sechs Positionen: Für Tom Krauß, Leandro Barreiro, Edimilson Fernandes, Danny da Costa (Bank) und Karim Onisiwo (nicht im Kader, Oberschenkelprobleme) rutschten Jessic Ngankam, Dominik Kohr, Merveille Papela, Andreas Hanche-Olsen und Josuha Guilavogui in die Startelf.

Spielunterbrechung wegen Fan-Protest

Der Tabellendritte aus Stuttgart startete selbstbewusst und hatte nach wenigen Sekunden gleich die erste Chance des Spiels. Doch Undavs Schuss auf elf Metern kam zu zentral aufs Tor und 05-Torwart Robin Zentner parierte souverän. In der fünften Minute kamen dann auch die Mainzer gefährlich nah vors Tor, aber statt den Ball selbst Richtung Kasten zu bringen, legte Ajorque per Kopf quer und der VfB konnte im zweiten Anlauf klären.

Ab der neunten Minute warfen die VfB-Fans aus Protest gegen den geplanten Investoren-Einstieg dann Tennisbälle aufs Spielfeld und Schiedsrichter Deniz Aytekin musste die Partie für knapp eine Viertelstunde unterbrechen. Danach nahm das Spiel aber richtig an Fahrt auf und die abstiegsbedrohten Mainzer hatten die große Chance zur Führung: Ngankam setzte sich bis zur Grundlinie durch und hob den Ball mit viel Übersicht zum zweiten Pfosten. Dort rauschte Papela völlig frei heran, traf die Kugel im Fallen aber nicht richtig (22.). "Wir müssen definitiv eine der beiden Torchancen nutzen", ärgerte sich 05-Trainer Siewert nach der Partie. Nur vier Minuten später vergab auf der Gegenseite aber auch Atakan Karazor eine dicke Möglichkeit: Sein Schuss aus rund 17 Metern flog knapp am rechten Pfosten vorbei. Die bislang größte Chance des Spiels hatte dann aber Chris Führich in der 40. Minute: Der VfB konterte mit Undav, der Führich mit einem halbhohen Ball in der Mitte bediente. Der Nationalspieler rannte völlig frei in Richtung Strafraum. Doch statt quer auf Leweling abzulegen, wollte Führich Zentner umspielen und scheiterte dabei.

Mittelstädt und Leweling bringen den VfB in Führung

In der zweiten Minute der Nachspielzeit machten es die Schwaben dann besser. Stenzel erlief einen ungenauen Pass von Angelo Stiller und flankte aus vollem Lauf in die Mitte. Im Fünfmeterraum ging kein Mainzer so richtig zum Ball und das Spielgerät rutschte zu Mittelstädt durch, der mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zur Stuttgarter 1:0-Führung traf. Nur drei Minuten später legten die Gastgeber direkt nach: Nach erneuter Vorarbeit von Stenzel knallte Leweling den Ball aus elf Metern wuchtig zum 2:0 in die Maschen. "Die Jungs sind in der Lage, viele Dinge wirklich richtig gut umzusetzen", lobte Hoeneß sein Team nach dem Spiel, "das macht Riesenspaß mit den Jungs".

Undav macht für den VfB alles klar

Mainz-Trainer Siewert reagierte auf den Doppelschlag und brachte zu Beginn der zweiten Halbzeit drei Neue. Jae-sung Lee, Marco Richter und Barreiro kamen für Papela, Ngankam und Kohr. Die Nullfünfer starteten aktiv, konnten sich in der gegnerischen Spielhälfte aber nicht entscheidend durchsetzen. Auch die langen Bälle auf Ajorque zeigten keine Wirkung. Der VfB hingegen spielte weiter mutig nach vorne und hatte mit Leweling die nächste gute Chance, aber der 22-Jährige scheiterte an Zentner (53.).

Nach gut einer Stunde wechselte dann auch VfB-Coach Hoeneß dreifach und schickte Guirassy, Vagnoman und Rouault für den doppelten Vorlagengeber Stenzel, Leweling und Führich aufs Feld. Die Partie plätscherte dann ein wenig vor sich hin, bis Mainz in der 71. Minute mit Ajorque mal wieder gefährlich nah vors Tor kam. Doch sein Kopfball flog knapp am rechten Pfosten vorbei. Nur zwei Minuten später schickte Rouault nach einem Ballgewinn an der Mittellinie Undav mit einem langen Ball in die Tiefe. Der nahm den Ball mit der Brust an, ging ins Dribbling und legte den Ball an Zentner vorbei ins Tor zum 3:0 (73.). Eine Einzelleistung des nun 14-fachen Torschützen des VfB Stuttgart, die auch Bundestrainer Julian Nagelsmann beeindrucken dürfte. "Ich versuche, immer Woche für Woche meine Qualität auf den Platz zu bringen und ich hoffe, das klappt auch weiterhin so und ich kann mehr Tore machen", kommentierte der 27-Jährige seinen Lauf. "Die Mannschaft hat Spaß, ich habe Spaß und dann fällt alles einfacher", so Stuttgarts zweitbester Stürmer weiter. Mainz konnte durch den Treffer von Ajorque zwar noch auf 1:3 verkürzen (76.), mehr war für die Gäste aber nicht drin.

Stuttgart trifft auf Darmstadt, Mainz auf Augsburg

Durch den verdienten Sieg festigen die Schwaben den dritten Tabellenplatz, Mainz steckt als Vorletzter weiter tief im Abstiegskampf fest und hat nun schon neun Punkte Rückstand auf den 15. Union Berlin. Nächsten Samstag (15:30 Uhr) muss der VfB in Darmstadt ran, die Nullfünfer empfangen Augsburg.

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Nicole Schmitt

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