Der Mainzer Sepp van den Berg (li.) im Duell mit Freiburgs Michael Gregoritsch (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Gregoritsch schießt den SC Freiburg zum Sieg bei Mainz 05

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Johann Schicklinski

Der SC Freiburg hat am 13. Spieltag der Bundesliga beim 1. FSV Mainz 05 gewonnen. Stürmer Michael Gregoritsch war der Matchwinner für die Breisgauer.

Der SC Freiburg hat mit einer abgezockten Vorstellung am Sonntag (3.12.) drei Punkte aus Mainz mitgenommen. Michael Gregoritsch erzielte in der 70. Minute das Tor des Tages. Mainz 05 betrieb viel Aufwand und hatte zu Beginn der beiden Halbzeiten mehr vom Spiel, zeigte sich im Abschluss aber ineffizient. Der Sport-Club kletterte durch den Sieg auf Rang acht (18 Punkte). Die Rheinhessen (acht Zähler) rutschen indes auf den ersten direkten Abstiegsrang 17 ab.

Streich glücklich nach dem Sieg

Christian Streich fiel nach dem Abpfiff ein Stein vom Herzen. "Wir haben vier Spiele gehabt, gute Auswärtsspiele gehabt, aber nichts in der Tasche gehabt", sagte Freiburgs Trainer im ARD-Interview. "Wenn du heute verlierst, kannst ja die Tabelle lesen, wo es hin geht. Ich bin heute sehr, sehr glücklich."

Jan Siewert trauerte dagegen einer verpassten Chance im Abstiegskampf nach. "Es ist hart. Wir müssen die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Ich denke, wir hätten es heute verdient gehabt, zu gewinnen", so der Mainzer Interimstrainer.

Mainz 05 mit Daniel Batz - Freiburg ohne Vincenzo Grifo

Bei den Hausherren kam Daniel Batz zu seinem Saisondebüt, der 32-Jährige rückte für den am Finger verletzten Stammkeeper Robin Zentner ins Tor. Für den im Sommer aus Saarbrücken gekommenen Batz war es das zweite Bundesligaspiel seiner Karriere. Seine Premiere im Oberhaus hatte er in der Saison 2011/2012 ausgerechnet für den SC Freiburg gefeiert - bei einer 0:4-Pleite der Breisgauer bei Borussia Dortmund. Der Sport-Club indes verzichtete aus Schonungsgründen zunächst auf seinen Topscorer Vincenzo Grifo (drei Tore, fünf Vorlagen in den ersten zwölf Bundesligaspieltagen).

Noah Atubolu mit Glanzparade gegen Ludovic Ajorque

Mainz erwischte den besseren Start in die Partie. Nach einer Flanke von Marco Richter köpfte Ludovic Ajorque aus fünf Metern wuchtig aufs Tor, doch Freiburgs Torhüter Noah Atubolu rettete mit einer starken Parade (4.). Die Rheinhessen hatten zu Beginn mehr Spielanteile, Freiburg stand zunächst sehr tief und kam mit dem Mainzer Pressing nicht gut zurecht. Richter (11.), Ajorque (17.) und Leandro Barreiro (18.) kamen zu weiteren Abschlüssen, allerdings fehlte es an Präzision.

Michael Gregoritsch trifft gleich zweimal den Pfosten

Freiburg hatte seine erste gute Chance in der 23. Minute. Ritsu Doan zog von der linken Seite aus nach innen und zog aus 18 Metern ab, Batz lenkte den scharf geschossenen Flachschuss zur Ecke. Wenig später mussten die Breisgauer das erste Mal wechseln. Abwehrchef Matthias Ginter verließ wegen Übelkeit das Feld, für den 29-Jährigen kam Manuel Gulde in die Partie.

Der Sport-Club war jetzt besser im Spiel. Nach einer Seitenverlagerung von Kiliann Sildillia auf Merlin Röhl legte dieser den Ball auf Gregoritsch ab. Der Österreicher traf aus 14 Metern den Pfosten des Mainzer Tores (27.).

Turbulente Schlussphase der ersten Halbzeit

Die Partie wurde jetzt ruppiger und zweikampfintensiver, verflachte allerdings auch. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hätte dann Gregoritsch fast auf 0:1 gestellt, sein Kopfball ging aber ganz knapp rechts am Tor der 05er vorbei und touchierte dabei sogar noch den Außenpfosten (45.+2). Zuvor hatte sich Mainz-Torwart Batz bei einer Flanke von Noah Weißhaupt verschätzt. Kurz darauf hatten die Gastgeber im Anschluss an eine Ecke nochmal eine Kopfballchance, doch Atubolu parierte gegen Sepp van den Berg (45.+6). Schließlich ging es mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Pause.

Die zweite Halbzeit begann turbulent. In der 51. Minute verzog Maximilian Eggestein nach einem weiten Einwurf von Gregoritsch aus 16 Metern nur knapp, fast im Gegenzug vergab Ajorque die Riesenchance zur Führung für Mainz. Der Franzose bekam nach einem Querpass von Silvan Widmer keinen Druck hinter den Ball, sodass Atubolu nicht vor Probleme gestellt wurde (52.).

Mainz 05 macht Druck

Wie zu Beginn der ersten Halbzeit hatten die 05er jetzt mehr vom Spiel und gewannen auch die Mehrzahl an Zweikämpfen. Freiburg wurde zunehmend in die eigene Hälfte gedrückt. Nach einer Ecke hatte Tom Krauß die nächste Chance für die Gastgeber, doch sein Abschluss wurde geblockt (58.). In der 61. Minute war Atubolu gegen van den Berg zur Stelle.

"Heim-Comeback" für Jonny Burkardt

In der 66. Minute wurde es in der Mainzer Arena dann laut, denn Jonny Burkardt wurde für Marco Richter eingewechselt und feierte somit sein "Heim-Comeback". Der Stürmer hatte in der Vorwoche beim 1:1 der 05er in Hoffenheim nach 378 Tagen Verletzungspause seine Bundesliga-Rückkehr gefeiert.

Michael Gregoritsch mit seinem erstem Liga-Treffer in dieser Saison

Kurz darauf wurde es dann still im Stadion - außer im Freiburger Block, denn Gregoritsch brachte den Sport-Club mit seinem ersten Liga-Saisontreffer in Führung. Nach einem langen Einwurf, der von Lucas Höler verlängert wurde, traf der Stürmer, der am Donnerstag beim 5:0 gegen Olympiakos Piräus bereits drei Treffer erzielt hatte, aus knapp zwölf Metern ins rechte Eck (70.).

In der Folge zog sich der SC zurück und lauerte auf Konter. Mainz 05 rannte zwar an, war aber nicht zwingend. Der Sport-Club wurde nicht mehr vor allzu große Probleme gestellt und brachte die Partie routiniert über die Bühne. In der Nachspielzeit hätte Roland Sallai fast noch das 2:0 für die Gäste erzielt, der Ungar scheiterte aber an Batz. Im Gegenzug rettete Nicolas Höfler in höchster Not vor dem eigenen Tor. Letztlich blieb es beim nicht unverdienten 1:0 für die Gäste, die sich dank Matchwinner Gregoritsch über die drei Punkte freuen dürfen.

Freiburg muss auch nächste Woche wieder auswärts ran, die Mannschaft von Trainer Christian Streich trifft am Samstag (9.12.), 15:30 Uhr) auf den VfL Wolfsburg. Einen Tag später (10.12., 17:30 Uhr) reist der 1. FSV Mainz 05 zum 1. FC Köln.

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Johann Schicklinski