Alte Gärtnerei wird Landhaus im Vintage-Style

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Katharina Pfänder (Redaktion), Johannes Bock (Kamera), Jan Parvu (Kamera und Ton), Marvin Pehr (Schnitt).

Die alte Gärtnerei ihrer Großeltern ist das Zuhause von Stephanie. Hier kann sie ihre Liebe für Pflanzen, Naturmaterialien und alte Möbel mit Patina ausleben. Das 50er-Jahre-Haus hat sie in ein stilvolles Landhaus verwandelt. Ihr Einrichtungsstil ist eine Mischung aus Vintage und Botanical.

Das Zuhause von Stephanie und ihrer Familie am Stadtrand von Offenburg könnte man als „Anwesen“ bezeichnen. Drei Gebäude gehören dazu: das Wohnhaus, die alte Gärtnereischeune und ein Gewächshaus. Dies alles befindet sich inmitten eines riesengroßen Gartens mit Wiesen, Obst- und Gemüsegarten, Blumenbeeten und einem Bambuswäldchen. Ihr Mann und ihr Vater helfen Stephanie bei der Pflege des Gartens, der zu jeder Jahreszeit ein Hingucker ist.

Gärtnerei-Betrieb von den 1930er bis in die 80er Jahre

Stephanies Großeltern haben die Gärtnerei am Rande von Offenburg in den 1930er Jahren aufgebaut. Das Wohnhaus kam dann 1958 direkt hinter dem Betrieb dazu. Ihr Vater ist dort aufwachsen, später zog er mit seiner kleinen Familie und Stephanie in das Obergeschoss. So lebten drei Generationen unter einem Dach. Die Gärtnerei haben die Großeltern bis in die 1980er Jahre geführt, solange es ihnen möglich war.

Ein altes Haus in Eigenleistung sanieren

Vor rund 15 Jahren ist Stephanie dann in die alte Gärtnerei gezogen. Den Umbau des Wohnhauses sind sie und ihr Mann ganz behutsam angegangen. Sie wollten nicht zu stark in den Charakter des Hauses eingreifen, aber eine Sanierung war dringend notwendig. So bekam das 50er-Jahre-Haus ein neues Dach mit Gauben, um mehr Raum zu gewinnen. Im Erdgeschoss wurden aus kleinen Fenstern große Türen. Das brachte mehr Licht und Raumkomfort und die Verbindung zum Garten, den sie seitdem über einen großzügigen Balkon erreichen können.

Ziel der Sanierung: den alten Charme erhalten

Die beiden haben fast alles allein gestemmt, in monatelanger Eigenleistung. Ganz nach Stephanies Motto: Nimm was du hast, mach was du kannst und mach das Beste daraus! Mit dieser Einstellung ging es auch an den Innenausbau und die Gestaltung der Wohnräume.

Furchtlos strichen sie Holzfußböden weiß an, Fliesen haben sie einfach überlackiert, die Wände zum Teil mit Tapeten aus alten Musterbüchern der 70er Jahre tapeziert.

Überall Pflanzen: Stephanie liebt ihren "Urban Jungle"

Stephanies Pflanzenliebe zeigt sich nicht nur im üppigen Garten und der Pflanzenwelt draußen, sondern führt sich auch im Urban Jungle im Wohnhaus fort. Überall finden sich Pflanzen, rankt helles Grün über das Regal, baumelt eine Hängepflanze mitten im Zimmer oder erobert sich eine Schlingpflanze das Küchenbord. Dieser Botanical Style findet sich in allen Zimmern. Pflanzen bringen Leben in die Räume und ein gutes Klima, sagt Stephanie. Entsprechend grün ist auch ihr Schlafzimmer.

Alte Erbstücke und Vintage-Möbel

Im Haus erinnert vieles an ihre Kindheit und das Aufwachsen in der alten Gärtnerei, an die gemeinsame Vergangenheit mit den Großeltern. Das Badezimmer ist zwar neu saniert, aber das alte Waschbecken wurde wieder installiert, samt Armaturen. Im Herzstück des Hauses, in der Küche, steht ein Erinnerungsstück par excellence: das alte Küchenbuffet. Stephanie hat es neu gestrichen und auf vintage gebürstet. Und sie hat den Schrank mit Dymo-Etiketten beschriftet. So wissen alle im Haus, wo die Messer sind, das Brot liegt und die Tassen hinkommen. Dieses gestalterische Element findet sich auch in anderen Räumen und ist fast schon so was wie ein Markenzeichen.

Gärtnerei wird zum Landhaus im Vintage-Botanical-Style

Das Erbe und Vermächtnis der Großeltern zu bewahren, das ist Stephanie ein Anliegen. So hat sie mit ihrem Mann das lange leerstehende Gewächshaus entrümpelt und wieder aktiviert. Im Frühjahr sind alle Tische und Regale voll mit Setzlingen und Jungpflanzen für den Garten. Im Sommer und Herbst dagegen stylt sie auch das Glashaus. Alte Emaille-Töpfe, gesprungene Suppenschüsseln oder verbeulte Backformen stellt sie zu üppigen Arrangements zusammen. Selbst eine einfache Harke und ausgeblichene Gießkannen sehen hier toll aus.

Beeindruckend ist die Gärtnereischeune: ein großer Schuppen, in dem die Großeltern früher Obst, Gemüse und Pflanzen verkauft haben. Die Oma hat hier an den Dachbalken Blumen getrocknet, um so den Sommer mit in die kalte Jahreszeit zu nehmen. Daraus band sie dann Kränze und Sträuße. Stephanie führt diese Tradition fort – Trockenblumen, die ein filigranes, leichtes, schwebendes Bild zaubern.

Räume und Möbel sind auch Kulisse für Fotoshootings

Als Fotografin und Stylistin nutzt Stephanie die eigenen vier Wände für Fotoshootings oder sie vermietet ihre Räumlichkeiten an Kolleginnen und Kollegen. Praktisch dabei ist, dass ihre Vintage-Möbel fast alle klein und mobil sind. So lässt sich mit wenig Aufwand das Motiv immer in das passende Licht rücken und sich die Szenerie verändern.

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Katharina Pfänder (Redaktion), Johannes Bock (Kamera), Jan Parvu (Kamera und Ton), Marvin Pehr (Schnitt).