Christa Scheffel gründete ihr Taxi-Unternehmen in Altrip in den 70ern – Taxifahrerinnen gab es damals kaum

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Eigentlich könnte Christa Scheffel aus dem vorderpfälzischen Altrip schon seit etwa zehn Jahren in Rente sein, doch davon hält sie nichts. Sie liebt ihren Job als Taxifahrerin einfach zu sehr.

Auch mit 74 Jahren ist sie immer noch gerne auf den Straßen rund um Altrip unterwegs – und zwar für ihr eigenes Taxiunternehmen. Das hat sie vor mehr als 40 Jahren gegründet.

Aus der Not geboren

Die Idee dazu kam ihr in einer echten Ausnahmesituation. Als sie mit ihrem Sohn schwanger war und ein Taxi brauchte, stellte sie fest, dass es in Altrip keines gab. Da beschloss sie, selbst ein Taxiunternehmen zu gründen.

Während heute kaum jemand mehr über weibliche Taxifahrerinnen verwundert ist, war das in den 70er und 80er Jahren anders. Christa musste sich einige Sprüche anhören und manche Gäste wollten auch nicht mit ihr mitfahren. „Doch irgendwann steht man da drüber“, sagt Christa heute. Und die Zeiten hätten sich zum Glück auch geändert.

Mehr Heimat

2 Väter, 2 Mütter, 1 Kind: Eine Queer Family aus Blaustein

„So ein Familienprojekt nicht zu machen, nur weil man glaubt, dass das Kind gehänselt wird, wäre sehr schade. Weil es im Alltag eigentlich kein Problem ist.“ Andi, 39, aus Blaustein, ist Teil einer Queerfamily Daniel und Andreas haben seit fünf Jahren gemeinsam mit einem lesbischen Paar einen Sohn. Daniel erklärt: „Bianca und ich sind die leiblichen Eltern von Tobias. Aber für uns und für ihn macht das keinen Unterschied: Wir sind alle gleichberechtigte Eltern.“ Die vier sind schon über zehn Jahre befreundet, als die Frauen mit ihrem Kinderwunsch auf Daniel und Andreas zukommen: „Sie wollten nicht nur eine Samenspende für ihr Kind, sondern explizit auch Väter. Wir haben emotional sofort entschieden, dass wir das machen wollen.“ Weil es keine rechtliche Mehrelternschaft in Deutschland gibt, setzen die vier unter juristischer Beratung eine Elternschaftsvereinbarung auf: „Was passiert, wenn sich Paare von uns trennen? Was passiert im Sterbefall? Namensfindung? Ferienzeiten? Die Vereinbarung ist eine Art ,Fallback‘-Lösung, wenn irgendwas schiefgehen sollte.“ Aber klar ist auch: „Im Zweifel entscheidet das Gesetz, wer Unterhalt zahlt, und nicht die Vereinbarung.“ Ihr Sohn Tobias wächst unter der Woche bei seinen Müttern in Ravensburg auf, verbringt aber jedes Wochenende und die Urlaube mit seinen Vätern. „Das Ziel ist, bald so nah wie möglich zusammenzuziehen. Vielleicht sogar ins gleiche Gebäude, damit wir alle den Kleinen so oft wie möglich sehen können“, sagt Andreas. Im Alltag sind vor allem die kleinen Regeln entscheidend: „Tobias weiß: Wenn einer von uns ‚Nein!‘ sagt, ist es auch bei den anderen ein ‚Nein!‘.“ Und wie geht Tobias damit um, vier Eltern zu haben? „Er weiß, dass die Konstellation ein bisschen besonders ist, aber ist es gewohnt, so aufzuwachsen. Für ihn ist eher die Frage: Warum hat der andere denn nur einen Papa?“  mehr...

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