Wie Hunde Michael helfen, ein besserer Mensch zu sein

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Sie gelten als der beste Freund des Menschen, hören zu, sind treu und lieben bedingungslos. Für viele von uns ist der Hund nicht nur ein Haustier: Er ist ein Familienmitglied, das auch in schlechten Zeiten immer für uns da ist. So auch für Michael aus Mainz.

„Die Arbeit mit den Hunden gibt mir Kraft fürs Leben. Man kommt sich gebraucht vor.“

Ein Leben mit Alkohol und Gewalt

Michael hat in seinem Leben schon viel durchgemacht. Mit Mitte 20 wird er alkoholabhängig, prügelt sich häufig, verschuldet sich hoch und kann die Miete nicht mehr zahlen. Seine Vermieterin wirft ihn schließlich aus seiner Wohnung in Worms.

Zurück in seiner Heimatstadt Mainz kommt Michael erstmal bei verschiedenen Leuten unter, findet aber zehn Jahre lang keinen Job.

„Schon scheiße, so perspektivlos in den Tag zu leben. Ich habe auch immer mehr Alkohol getrunken und das gar nicht so gemerkt, weil es mir irgendwann normal vorkam. Aber das war's nicht.“

Hundetraum: Zurück in ein geregeltes Leben

Das Projekt „Hundetraum“ von Mission Leben Mainz, einer Einrichtung der Evangelischen Kirche, hilft ihm, sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Seit 2016 gibt es in Mainz den Hundeausgehservice für Menschen in sozialen Notlagen. Dort betreuen ehemalige Wohnungs- und Obdachlose tagsüber Hunde von Besitzern, die selbst keine Zeit haben, Gassi zu gehen. Michael ist seit einem Jahr beim „Hundetraum“ dabei, hat dort einen Hundeführerschein und einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde absolviert.

Zwischen einer und vier Stunden pro Tag kann ein Hund gegen Bezahlung ausgeführt und betreut werden. Das Projekt wird dabei vom Jobcenter unterstützt. Michael bekommt rund 9 Euro pro Hund und Stunde. Die Arbeit mit den Hunden macht ihm so viel Spaß, dass er sich das auch für die Zukunft vorstellen kann.

„Ich würde in die Richtung Hundepension, Hundetrainer und Gassi-Geh-Service gehen. Ich könnte mir schon vorstellen, komplett mein eigenes Ding zu machen.“

Angehörigen helfen, die Menschen pflegen

Friederike aus Haigerloch pflegt ihre Tochter, die einen seltenen Gendefekt hat und auf Hilfe angewiesen ist. Weil sie selbst weiß, wie kräftezehrend die Pflege von Angehörigen ist, hilft sie anderen Pflegenden - emotional, aber auch beim ganzen Papierkram.

Studierte Mathematikerin arbeitet heute als Foodbloggerin

Shiba aus Stuttgart ist studierte Mathematikerin. Doch mit ihrem Job in der IT-Branche war sie gar nicht happy, deshalb kündigt sie und macht sich als Foodbloggerin selbstständig.

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SWR