Dagmar kann in ihrer Metzgerei die Energiepreise kaum noch bezahlen

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Theresia Grunwald
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Helen Riedel
Bild von Helen, Multimedia-Redakteurin SWR heimat (Foto: SWR)
Michèle Kraft
Michèle Kraft (Foto: SWR)

Die Bundesregierung hat ein neues Hilfspaket beschlossen. Aber die Handwerksbetriebe haben lange auf Hilfen gewartet. In der Metzgerei von Dagmar ist die Energiekrise schon längst angekommen.

Metzgermeisterin Dagmar steht hinter der Fleischtheke (Foto: SWR)
„Wir haben eine Strompreiserhöhung von 300%. Momentan bezahlen wir 1.356 Euro im Monat und ab 1.1.23 4.040 Euro im Monat, nur Strom.“

Im Raum Koblenz mussten in diesem Jahr schon 17 Bäckereibetriebe schließen. Ralf Hellrich von der Handwerkskammer ist empört: „Wir kommen aus einer sehr schwierigen Zeit im Bereich Corona und eigentlich wäre es Zeit, wieder Gewinne zu generieren, aber die werden zerstört durch diese völlig unkalkulierbaren Energiepreise. Also ist es hier ein ganz dringendes Erfordernis, aktiv zu werden, um die Energieentlastung für mittelständische Betriebe herbeizuführen.“

200 Milliarden Euro schweres Hilfspaket

Die Bundesregierung hat jetzt ein neues Hilfspaket beschlossen. Mit bis zu 200 Milliarden Euro sollen Unternehmen und die Bevölkerung in der Energiekrise unterstützt werden. Die umstrittene Gasumlage soll dafür wegfallen. Zudem soll es Gas- und Strompreis-Deckelungen geben. (Quelle: SWR Aktuell Rheinland-Pfalz)

Kühl- und Gefriertruhen verbrauchen viel Energie

Die Handwerksbetriebe haben lange auf ein Hilfspaket gewartet. Aber in der Metzgerei von Dagmar und ihrem Mann ist die Energiekrise schon längst angekommen. Aufgrund der vielen Kühl- und Gefriertruhen, ist der Betrieb energieintensiv. „Wir haben unheimlich viele Kühltheken, die Gefrierräume, um die Ware frisch zu halten. Und auch beim Partyservice, die Backöfen, die laufen. Wir haben uns jetzt mal überlegt, wenn wir einen Rinderbraten für den Partyservice machen, sind das reine Stromkosten für 40 Euro, das können wir ja gar nicht umlegen.“

Metzgerei muss Preise erhöhen

In diesem Jahr mussten schon dreimal die Preise erhöht werden. Aber jetzt ist die Obergrenze erreicht. Das bedeutet, dass der Gewinn, das eigene Gehalt herhalten muss.

„Wir haben eine Strompreiserhöhung von 300 Prozent. Im Moment bezahlen wir 1.356 Euro im Monat und ab dem 1. Januar 2023 4.040 Euro im Monat, nur Strom. Da kommt eine Welle auf uns zu, die wir nicht schaffen können. Den Betrieb gibt es in der dritten Generation, seit 68 Jahren und, ob wir das 70-jährige noch feiern können, steht in den Sternen.“

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