Nach Depression: Bernd findet seinen sinnvollsten Job der Welt bei der Tafel

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AUTOR/IN
Nikolas Rödelberger

Bernd arbeitet seit neun Jahren bei der Tafel in Stuttgart. Als der Industriemechaniker durch Spätfolgen eines Unfalls den Job verliert, fällt er in ein tiefes Loch. Seine Rettung: die Tafel.

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Von außen betrachtet hatte Bernd mit seinem Job als Industriemechaniker ein gutes Leben. Doch er selbst war nie so wirklich glücklich. „Es war ein Job, um Geld zu verdienen, nicht mehr. Es hat auch keinen Spaß gemacht. Es war Arbeit, fertig.“ 

Nicht glücklich als Industriemechaniker 

Sein früheres Leben, mit Frau, Haus und Auto hat Bernd nicht erfüllt. „Ich habe irgendwann gedacht: Das kann es nicht gewesen sein, weil der Weg so vorgezeichnet war. Ich hatte immer gehofft, dass was passiert. Dann ist was passiert – dass es so krass sein würde, hätte ich nicht gedacht. Aber im Nachhinein bin ich zufrieden, wie es gelaufen ist.“   

Ein Unfall mit gravierenden Folgen 

In der Jugend hat Bernd einen schweren Unfall, dabei wird sein rechtes Bein zertrümmert. Nach einer Operation kann er bis 2008 gut damit leben. Dann bekommt er ein künstliches Kniegelenk. Dieses entzündet sich, wird schließlich entfernt und sein Bein muss versteift werden. Er verliert seinen Job und fällt in ein tiefes Loch. Bernd kämpft mit schweren Depressionen. „Ich hatte einfach keinen Bock mehr.“  

Vorurteile gegenüber der Tafel 

Bernd braucht einen Neustart und zieht von Balingen nach Stuttgart. Über das Jobcenter kommt er zur Tafel. Zu Beginn fühlt er sich dort fehl am Platz. „Dass ich jemals hier landen würde, hätte ich niemals gedacht.“  

Nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch sozialer Treffpunkt 

Doch nach wenigen Tagen lernt er den Zusammenhalt und die Offenheit der Menschen bei der Tafel zu schätzen. „Nach längstens einer Woche habe ich gewusst, hier bleibe ich.“ Bernd hat erfahren, wie es ist alles zu verlieren, aber auch wieder aufzustehen.  

Der Job bei der Tafel gibt Bernd das, was er braucht. „Eine gewisse Anerkennung und das Gefühl gebraucht zu werden. Für mich ist es mein Leben, mein Fundament. Das, woraus ich meine Kraft ziehe, das ist hier.“ 

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