Sex gegen Zuwendungen: Gina arbeitet als Escort-Girl

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Als Escort-Girl zu arbeiten klingt für manche nach stilvoller Begleitung von gut betuchten Geschäftsmännern, schicken Restaurants und kostenlosen Urlauben. Dass diese Vorstellung nur in den seltensten Fällen zutrifft, bestätigt uns Gina.

„Wenn Mädchen wie wir so viel falsche Liebe geben, haben wir noch mehr das Bedürfnis nach richtiger Nähe.“

„Ich mache das jetzt seit sechs Jahren und rein begleitet habe ich vielleicht drei Mal. Vielen Kunden geht es zwar um ein nettes Gespräch oder ein schönes Essen, aber wenn sie eine Frau dahaben und sie könnten Sex mit ihr haben, dann machen sie es auch.“

Einstieg ins Sexgeschäft mit 17

Angefangen hat Gina mit der Arbeit sehr früh. Minderjährig. Mit 17 schaltet sie mit einer Freundin eine Zeitungsannonce und lässt sich zusammen mit ihr vor dem Elternhaus von Kunden abholen. Aus heutiger Sicht „gefährlich, aber wir waren noch schlau genug, uns nur zu zweit abholen zu lassen,“ gibt sie zu.

Gina arbeitet heute über ein Online-Portal. Die Männer melden sich, man schreibt ein paar Nachrichten und vereinbart ein Treffen in Ginas Privatwohnung. Mit einigen Stammkunden hat Gina ein persönliches Verhältnis. Zur Verlobung mit ihrem Partner bekam sie beispielsweise eine Kiste Champagner von einem Kunden geschenkt.

Escort-Girl mit Verlobten

Ginas Verlobter bekommt von ihrer Arbeit viel mit. Sie empfängt ihre Gäste in der gemeinsamen Wohnung. Ihr Verlobter liest Nachrichten der anfragenden Gäste. „Ich ziehe echt den Hut vor ihm, weil er Dinge hautnah mitbekommt oder hört, wenn er zum Beispiel nach Hause kommt.“

Ginas Motivation

Welche Motivation hinter Ginas Arbeit steckt? Einerseits beteuert sie, dass sie es gerne mache und sie den Männern gerne gäbe, was sie von anderen Frauen nicht bekämen. Auf der anderen Seite nennt sie auch die hohen Einnahmen als einen Hauptgrund und wie sie jedes Mal in finanzieller Not steckte, als sie diese Arbeit aufgenommen hat. Danke Gina, für diesen kleinen Einblick in dein Leben, den du uns gewährt hast.

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Autor/in
SWR