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Zu Hause zu sitzen und nichts zu tun, das ist für Ralf aus Konstanz unvorstellbar. Er hatte schon die verschiedensten Jobs, vom Getränkelieferant bis zum Bootsmechaniker. Als Hafenmeister am Bodensee hat er seine Berufung gefunden.

Dauer

„Ich weiß nicht, ob man in einer Großstadt wie Berlin überhaupt jemals die Chance hat, richtig anzukommen. Am Bodensee schon.“

Ralf, 48, Hafenmeister


„Aufgewachsen bin ich in Berlin, dort wurde ich auch geboren. Ich habe meine Kindheit und Jugend im Osten Berlins verbracht. Die Wendezeit habe ich erlebt, als ich um die 18 Jahre alt war. Danach war es für mich nicht einfach, wie für viele andere auch. In dem Jahr geisterte man in einer Zwischenwelt herum. Man gehörte noch nicht in die Bundesrepublik und die DDR gab es nicht mehr.

Spannende Wendezeit in Berlin

Die Zeit war spannend und aufregend. Ich hatte echt das Glück – so sehe ich das zumindest –, dass ich noch so jung war. Mir stand alles offen. Es war vieles möglich, vieles, wofür man heute wahrscheinlich ins Gefängnis kommen würde. Da öffnete eine wilde Kneipe nach der anderen. Das war für uns junge Menschen sensationell. Überall wurde gefeiert, überall waren Partys und ganze Wohnungen wurden besetzt. Das war eine ganz schräge Zeit.

Urlaub machen am Bodensee

Meine Eltern sind nach der Wende aus Arbeitsgründen hier zum Bodensee runtergezogen. Mein Vater hat als Mechaniker angefangen, später hat er die Firma sogar übernommen. Und so bin ich irgendwann auch hier gelandet und habe meinen Traumjob gefunden. Ich bin den ganzen Tag am See und habe mit Leuten zu tun, die Urlaub machen. Das ist ein total abwechslungsreicher Job, dir guckt keiner auf die Finger. Ich sehe meinen Chef nur, wenn er Urlaub macht.“ Ralf lacht. „Die Gegend ist ein Traum. Schaut euch einfach um, dann könnt ihr es selbst sehen.“

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