Zauberpilze gegen Depressionen (Foto: IMAGO, PantherMedia / Martina Kovacova)

Wirkstoff aus Zauberpilzen

Psilocybin gegen Depressionen

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AUTOR/IN
David Beck

Der Wirkstoff Psilocybin ist ein Hoffnungsschimmer gegen behandlungsresistente Depressionen. Als Inhaltsstoff von Zauberpilzen löst es einen psychedelischen Rausch aus. Doch wie wirkt es?

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Wirkstoff Psilocybin in Magic Mushrooms

Bis zu 20 Prozent der Deutschen erleiden im Laufe ihres Lebens eine Depression. Das hat nicht nur für die Betroffenen schlimme Auswirkungen, sondern auch die Wirtschaft leidet darunter. Circa 5-10 Prozent aller Krankheitstage sind auf eine Depression zurückzuführen.

Viele depressive Episoden gehen nach einigen Tagen bis Wochen oder sogar Monaten von selbst wieder vorbei. Die meisten davon mit einer psychotehrapeutischen und medikamentösen Behandlung viel schneller. Aber bei einigen Patient*innen schlägt keine Bahndlungsmöglichkeit an.

Der Stoff Psilocybin scheint auch gegen diese behandlungsresistenten Depressionen gut und vor allem langfristig wirksam zu sein. Es ist der aktive Wirkstoff in den sogenannten Zauberpilzen, auch "Magic Mushrooms" genannt, der eine halluzinogene Wirkung hervorruft. Wenn keine anderen Medikamente oder Therapien mehr wirken, soll Psilocybin helfen.

Schon in den 1960er-Jahren hatten amerikanische Forschende die Vermutung, dass der Stoff nicht nur psychoaktiv ist, sondern auch zur Behandlung von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt werden könnte. Allerdings wurde der Stoff zunehmend reguliert und gerät gesellschaftlich in Verruf. So wurde es sehr schwer weiter damit Forschung zu betreiben.

Ein Mann steht angeleht an einer Wand. Er ist niedergeschlagen und hält die Hand vor die Stirn.  (Foto: IMAGO, /Shotshop)
Depressionen können jedes Alter bretreffen. Oft sind die Personen erschöpft und antriebslos. Ohne Behandlung kann es schwer werden, sich aus einer Depression herauszuziehen. /Shotshop

So wirkt Psilocybin

Seit etwa Mitte der 2000er-Jahre nimmt die Forschung aber wieder an Fahrt auf. Die Ergebnisse zeigen, dass Psilocybin gegen Depressionen, Angststörungen und Alkohol- und Tabaksucht gut zu wirken scheint.

Eine neue Studie zeigt, dass ein Psilocybinrausch dem Gehirn ermöglichen kann, neue Verbindungen aufzubauen. Die Patienten haben laut der Studie den Rausch als Befreiung erlebt und durch die bewusstseinserweiternde Wirkung einen besseren Zugang zu ihren Gefühlen. Insgesamt wurden sie durch die Behandlung auch offener für andere Therapieansätze.

3D Modell eines Gehirns  (Foto: IMAGO, imago stock&people)
Halluzinogene Pilze verändern die Sinneswahrnehmung. Beispielsweise haben die Personen eine intensivere Wahrnehmung von Farben und Kontrasten. imago stock&people

Während klassische Antidepressiva täglich genommen werden müssen, reichen beim Psilocybin Studien zufolge ein oder zwei Behandlungen, um einen langandauernden Effekt zu erzielen. Allerdings wird für eine Behandlung eine Dosis gebraucht, die einen vergleichsweise starken Rausch auslöst. Das ist nur unter Aufsicht möglich. In fast der Hälfte der Behandlungen treten zum Beispiel Angstzustände auf. Betreuer*innen können versuchen in so einem Fall beruhigend auf den*die Patient*in einzuwirken.

Depressionen: Psilocybin als Medikament der Zukunft?

Studien haben bisher gezeigt, dass der Stoff Psilocybin wirkt und auch sicher ist. Das spricht dafür, dass es irgendwann als Medikament eingesetzt werden könnte. Allerdings fehlen noch große Zulassungsstudien. Das heißt, bis ein Medikament zugelassen ist, dauert es noch einige Zeit.

Chemische Struktur des Stoffs Psilocybin (Foto: IMAGO, PantherMedia / Boris Zerwann)
Psilocybin aktiviert im Gehirn Rezeptoren, die das Glückshormon Serotonin freisetzen. Die Pilze machen zwar kaum abhängig, lösen jedoch Psychosen aus. PantherMedia / Boris Zerwann

Auf keinen Fall sollte man aber versuchen, sich selbst mit den Zauberpilzen zu therapieren und diese in irgendeiner Weise ausfindig zu machen. Auf dem Schwarzmarkt sind oft zusätzlich andere Stoffe beigemischt, die gefährlich werden können und eine Depression unter Umständen auch noch schlimmer machen können. Des Weiteren lassen sich die Pilze nicht gut dosieren.

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David Beck