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Früher warnten Behörden oft vor hohen Ozon-Werten - heute kaum noch. Die Gesundheitsgefahr hat sich nicht erledigt - nur verschoben. Im Südwesten sind Ozon-Werte besonders hoch.

Ozon ist kein Gas, das sich einfach so in der Luft befindet. Es entsteht aus anderen Schadstoffen - wie zum Beispiel Stickstoffoxiden - in Verbindung mit Wärme und starker Sonneneinstrahlung.

Größte Gefahr durch Ozon liegt nicht mehr in gerissenen Grenzwerten

In den vergangenen 30 Jahren sind die Vorläuferschadstoffe in der Luft weniger geworden - daher entsteht auch weniger Ozon. Und deshalb wird auch nur noch selten die sogenannte Informationsschwelle von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft - oder gar die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft - gerissen. Die Folge: Es gibt kaum noch Warnungen vor Ozon-Alarm im Radio.

Vor Dauerbelastung durch Ozon wird nicht gewarnt

Statt einzelner Extremwerte gibt es heute aber eine dauerhafte Belastung im Hintergrund, sie liegt viel zu häufig weit oberhalb eines Zielwertes der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit. Dieser sagt: Der Wert von 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft sollte pro Messstation nicht häufiger als 25 Mal pro Jahr überschritten werden.

Tut er das aber doch, erfahren wir das trotzdem nicht, weil wir nicht aktiv gewarnt werden. Dadurch entsteht quasi eine Dauerbelastung, die von uns nicht wahrgenommen wird.

Ozon in der Luft kann Atemwege reizen und Kopfschmerzen auslösen

Ozon ist ein Reizgas. Es kann die Atemwege angreifen, Husten, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden verursachen. Das trifft allerdings nicht Jeden. Das Umweltbundesamt sagt: Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung reagieren empfindlich auf Ozon.

Diese Menschen sollten bei hohen Ozon-Werten besonders vorsichtig sein. Aber auch für alle anderen gilt: Sollte die Warnschwelle überschritten sein, besser auf Sport und hohe Belastung im Freien verzichten - so die Handlungsempfehlung des Umweltbundesamtes.

Umweltbundesamt informiert über Ozon-Werte an Wohnort und Arbeitsplatz

Wer die Ozon-Werte für die Orte herausfinden will, an denen er oder sie sich in der Regel aufhält, kann sich auf der Internetseite des Umweltbundesamtes darüber informieren.

Dort sind die aktuellen Messwerte aller Messstationen bundesweit einsehbar. Außerdem gibt es eine Ozon-Vorhersage für die kommenden Tage.

Höchste Ozon-Werte bundesweit im Schwarzwald, Pfälzerwald und Westerwald

Gerade viele Messtationen im Südwesten reißen den Ziel-Wert der EU sehr häufig. 2019 waren das in Rheinland-Pfalz zum Beispiel die Stationen Pfälzerwald-Hortenkopf mit 48 Überschreitungen und Westerwald-Neuhäusel mit 36 Überschreitungen. In Baden-Württemberg liegt die Station Schwarzwald-Süd mit 71 Überschreitungen sogar bundesweit an der Spitze.

Je sonniger eine Region, desto höher die Ozon-Konzentration. Außerdem sind die Ozon-Konzentrationen häufig in der Höhe und in waldigen Regionen ebenfalls besonders hoch.

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