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Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat entschieden, ihre Marsmission ExoMars zu verschieben. Einer der genannten Gründe ist tatsächlich die Corona-Pandemie.

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16:05 Uhr
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SWR2

Das Coronavirus wirbelt nun auch die Marsflugpläne der Europäischen Weltraumorganisation ESA durcheinander. Der Marsrover ExoMars hätte eigentlich im Juli 2020 an der Spitze einer russischen Rakete starten sollen um dann ab 2021 über den Marsboden zu rollen. Nun wird es wohl Sommer 2022, bis der Roboter Richtung Mars fliegt.

ExoMars Roboter sollte nach Spuren von Leben suchen

Der ExoMars Roboter wurde von Europäern und Russen gemeinsam weitestgehend fertig gebaut. Er soll herausfinden, ob es Leben auf dem Mars gegeben hat und ist dazu unter anderem mit einem Spezialbohrer ausgestattet, um bis zu 2 Meter unter die Mars-Oberfläche schauen zu können.

Folge der Coronapandemie: ExoMars wird erst mit rund zwei Jahren Verzögerung auf die Reise geschickt. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Photoshot)
Folge der Coronapandemie: ExoMars wird erst mit rund zwei Jahren Verzögerung auf die Reise geschickt. picture alliance / Photoshot

Geschlossene Grenzen erschweren internationale Zusammenarbeit

Das nun absehbare Problem: Für letzte Tests der Hard- und Software müssten sich Mitarbeiter der beiden Raumfahrtorganisationen ESA und Roscosmos treffen. Wenn die Teams aber wegen der sich schließenden Grenzen nur mit Verzögerung oder gar nicht zusammenkommen können, ist der Zeitplan für den Start zum Mars nicht zu halten.

ExoMars Fallschirm muss noch getestet werden

Und auch die Einreisesperre in die USA wird für das ExoMars-Team zum Problem: Denn getestet werden muss auch noch der große Fallschirm, an dem der ExoMars-Rover während seines Abstiegs auf die Marsoberfläche hängt. Das ursprüngliche Fallschirmdesign hatte bei Tests versagt. Risse hatten sich gebildet.

ExoMars wurde von der European Space Agency (ESA) in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern entwickelt. (Foto: Pressestelle, ESA-Stephane Corvaja)
ExoMars wurde von der European Space Agency (ESA) in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern entwickelt. Pressestelle ESA-Stephane Corvaja

Einreisesperre für Europäer erschwert Tests in den USA

Die ESA nahm deshalb in den vergangenen Monaten die Beratung durch die NASA in Anspruch. Und sie nutzte auch weltweit einzigartige Fallschirm-Testanlagen in den Vereinigten Staaten. Die letzten Tests sind noch für März und April geplant. Offensichtlich bestehen aber doch Zweifel, ob es zu diesen Tests angesichts der Einreisesperre für Europäer noch kommen kann.

Die Tests der ExoMars Sonde und deren Komponenten verzögern sich durch die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen der Reisefreiheit. (Foto: Pressestelle, ESA-Stephane Corvaja)
Die Tests der ExoMars Sonde und deren Komponenten verzögern sich durch die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen der Reisefreiheit. Pressestelle ESA-Stephane Corvaja

Günstige Planetenkonstellation wieder in zwei Jahren

Die Leiter der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der russischen Roskosmos haben sich deshalb bei einem Treffen in Moskau nun darauf verständigt, den Start des ersten europäischen Marsroboters um zwei Jahre zu verschieben. Erst dann besteht wieder eine günstige Planetenkonstellation für den Flug von der Erde zum Mars – und die Corona-Pandemie sollte bis dahin bewältigt sein.

Folge der Coronapandemie: ExoMars wird erst mit rund zwei Jahren VerEine günstige Planetenkonstellation für den Start der ExoMars -Mission gibt es erst wieder 2022. (Foto: Imago, imago/Panthermedia)
Eine günstige Planetenkonstellation für den Start der ExoMars -Mission gibt es erst wieder 2022. Imago imago/Panthermedia
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