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Feiern, aber sicher – Stuttgart und die Uni Saarland wollen Distanztracker testen, die Corona-Infektionsketten sichtbar machen.

Niedriges Infektionsrisiko trotz Lockerungen – das will die Stadt Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Uni Saarland in einem Feldversuch in Clubs und Kneipen in der Landeshauptstadt ermöglichen. Dabei sollen Besucher von Kultureinrichtungen Distanztracker in der Größe einer Scheckkarte bekommen.

Sie warnen, wenn man sich zu nahekommt, und protokollieren auch, wer sich wann zu nahekam. Im Nachhinein sollen so Infektionsketten besser nachverfolgt werden können.

Wie funktionieren die Distanztracker?

Die Distanztracker basieren auf der sogenannten Ultra-Breitband-Technologie. Im Endeffekt sind das einfach Radiowellen, aber in einem ganz anderen Frequenzbereich als die Kanäle, über die das Radio sendet.

Damit kann man auf ungefähr zehn Zentimeter genau eine Position bestimmen. Die Technologie wird schon länger in Sicherheitssystemen der Industrie eingesetzt. Und auch im Sport kommt das zum Einsatz: Wenn man zum Beispiel angezeigt bekommt, wie weit ein Spieler während eines Spiels gelaufen ist, dann wurde das wahrscheinlich mit solch einem Tracker erfasst.

Außerdem gibt es auch kleine Ortungschips, die man zum Beispiel als Schlüsselanhänger benutzen kann, um dann mit dem Smartphone den Schlüssel zu finden, wenn man ihn mal wieder verlegt hat.

Lockerungen für junge Menschen – Treibt das die Infektionszahlen wieder in die Höhe?

Das ist schwer zu sagen. Natürlich sind die Zahlen gerade sehr niedrig und davon sollen natürlich auch junge Leute profitieren. Aber in Großbritannien sind es gerade die Jüngeren, die sich gerade viel infizieren und dafür sorgen, dass die Zahlen wieder ansteigen. Und auch hier ist die Inzidenz bei Jüngeren deutlich höher als bei Älteren. Das liegt natürlich auch daran, dass die meisten jüngeren Leute jetzt erst geimpft werden können.

Blick vom Tresen in eine Bar. (Foto: Imago, IMAGO / POP-EYE)
Mit den Distanztrackern könnten jüngere Leute ein Stück Freiheit zurückerlangen - Bars und Clubs könnten möglicherweise trotz Corona öffnen. Imago IMAGO / POP-EYE

Und wie in Großbritannien breitet sich auch hier die Delta-Variante aus. Wenn wir nicht aufpassen, dann können die Zahlen ganz schnell wieder nach oben schießen. Wenn das funktioniert, wenn man damit Infektionen vermeiden kann, dann können wir jüngeren Leuten damit ein Stück Freiheit zurückgeben, ohne dass das Infektionsgeschehen außer Kontrolle gerät. Ob es aber funktioniert, bleibt abzuwarten.

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