9.11.1938

Hitler in der Reichspogromnacht

Stand
Autor/in
SWR2 Archivradio
Moderator/in
Gábor Paál
Gábor Paál

9. November – Hitlers persönlicher Kampftag

Am 9. November 1938 um Mitternacht vereidigt Adolf Hitler in München den neuen Jahrgang der SS-Verfügungstruppen und der Totenkopfbände. Seine Rede erinnert daran, dass es kein Zufall ist, dass die Pogrome auf den gleichen Kalendertag fallen wie die Ausrufung der Republik 20 Jahre zuvor. Und wie sehr Hitler im 9. November seinen persönlichen Kampftag sieht.

Hitler erinnert an den Sturz der Monarchie und die Kapitulation 1918, die er als Schande und Volksverrat bezeichnet. Und er erinnert an seinen gescheiterten Putsch in München, den er damals auch schon bewusst am 9. November 1923 plante. Genau im Gedenken an jenen Putsch hatte sich die NSDAP-Führung ja an jenem Abend auch auf dem Odeonsplatz getroffen.

Als Hitler neue SS-Rekruten vereidigt, brennen die ersten Häuser

Schon vor Hitler hatte Goebbels in einer Hetzrede erklärt, dass sich die Partei antijüdischen Aktionen nicht in den Weg stellen werde. Im Anschluss ergingen die Anweisungen an die SA und die Gaupropagandaleitungen zur Zerstörung der Synagogen und jüdischer Geschäfte.

Als gegen Mitternacht Hitler spricht und die neuen SS-Rekruten vereidigt, brennen bereits die ersten Häuser. Angekündigt wird Hitler vom Reichsführer der SS Heinrich Himmler. Auf das, was in dieser Nacht noch geschehen würde, geht Hitler nicht ein.

Adolf Hitler spricht am 9. November 1936 im Bürgerbräukeller in München
Adolf Hitler spricht am 9. November 1936 im Bürgerbräukeller in München Bild in Detailansicht öffnen
Adolf Hitler sprach am 8. November 1938 im Hofbräu-Bierkeller in München vor den Veteranen der Partei. Blick in den Raum während Hitlers Ansprache.
Adolf Hitler sprach am 8. November 1938 im Hofbräu-Bierkeller in München vor den Veteranen der Partei. Blick in den Raum während Hitlers Ansprache. Bild in Detailansicht öffnen
Das Farbbild zeigt die Versammlung der jährlichen Mitternachtsschwur der NS-SS-Truppen. Jedes Jahr mussten die Nazi-Truppen einen Treueid ablegen. Der Eid lautete: Ich schwöre Ihnen, Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Deutschen Reiches Loyalität und Tapferkeit. Ich schwöre dir und den Führern, die du mir gesetzt hast, absolute Treue bis zum Tod. Möge Gott mir beistehen. Feldherrnhalle, München 1938.
Mitternachtsschwur der SS-Truppen mit dem Treueeid auf Adolf Hitler. Feldherrnhalle München 1938 Bild in Detailansicht öffnen

9. November

9.11.1918 Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann

9.11.1918 | Der SPD-Politiker Philipp Scheidemann spricht vor Abgeordneten und Soldaten. Scheidemann war einer der Führer der Novemberrevolution, später erster Reichskanzler der Weimarer Republik. Die Rede hat er mehr als ein Jahr später im Januar 1920 aufgezeichnet. Das Foto wurde nachgestellt.

Literatur Alfred Döblin und die Revolution – Der Roman „November 1918“

Döblins fast vergessenes Spätwerk: Ein monumentales Epos über die dramatischen Ereignisse nach dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs. Ein historischer Roman, lakonisch und ironisch erzählt.

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Aula Der 9. November – Ein "Schicksalstag“ der Deutschen

Kein anderes Datum in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts hat derart gegensätzliche Emotionen hervorgerufen und kontroverse Diskussionen ausgelöst. Wie sollen wir mit dem Datum umgehen, wie wird man seiner Komplexität gerecht? Von Wolfgang Niess.

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