Ein Poller in Bad Säckingen für mehr Sicherheit (Foto: SWR)

Nach jahrelangem Kampf

Endlich bietet ein Poller in Bad Säckingen Schutz vor Unfällen

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Ein Rentner fuhr 2016 in ein Café in Bad Säckingen, er verwechselte Gas- und Bremspedal. Die Folge: Ein schrecklicher Unfall mit zwei Toten und vielen Verletzten.

Die Menschen in dem Café in der Innenstadt von Bad Säckingen fühlten sich seit damals nicht mehr sicher. Jahrelang haben sich die Chefin des Cafés, Andrea Scalabrin, sowie Carola Plaßmann, eine Geschäftsfrau aus Bad Säckingen, für einen Poller und mehr Sicherheit eingesetzt - jetzt endlich hatten sie Erfolg.

Andrea Scalabrin freut sich riesig über den neuen Poller: "Man kann hier stehen, völlig sicher." Carola Plaßmann ist ebenfalls froh und zufrieden über den Poller: "Ich kriege das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht, es ist Freude und Erleichterung, es ist schön." Andrea Scalabrin, die Caféhausbesitzerin, fügt hinzu: "Ich bin überglücklich! Das ist ein Stück Sicherheit für unsere Kundschaft und auch für uns selber. Wir müssen uns nicht mehr umdrehen oder die Gäste bitten, sich an einen anderen Tisch zu setzen."

Im Mai 2016 passierte das Unglück

Ein über 80-jähriger Autofahrer verwechselte das Gas- mit dem Bremspedal und raste in das Straßencafé. Zwei Tote und viele Verletzte waren die schreckliche Bilanz des Unfalls.

Annemarie Schuldis war an diesem Tag als Gast auf der Terrasse gesessen und hatte den schönen Maitag genossen. Sie brach sich damals drei Rippen, außerdem einen Lendenwirbel und erlitt viele Prellungen. Die Bedienung Aishe Sazti war sofort zur Stelle um zu helfen - und nicht nur sie, wie sie sagt: "Jeder hat irgendwo einen Notarzt angerufen, alles, was geht. Vor ihr habe ich noch versucht, die andere Dame zu betreuen, aber der war leider nicht mehr zu helfen. Die Dame wurde dann zugedeckt und dann bin ich zu Annemarie rüber. Da war ein netter Herr dabei, er hat mir geholfen, sie zu betreuen."

Die damals verletzte Annemarie Schuldis ist mehr als erleichtert und meint, sie hätte sehr großes Glück gehabt. Alle hätten bei so einem schweren Unfall tot sein können und deswegen freue sie sich des Lebens und strahlt.

Der Kampf hat sich gelohnt - ein Rückblick

Trotz Fußgängerzone sind immer wieder Autos verbotenerweise durch die Innenstadt gefahren. Ein Ärgernis und für Andrea Scalabrin und Carola Plaßmann und ein Anlass zu kämpfen. Tausende von Euro haben sie an Spendengeldern gesammelt und nicht locker gelassen - jetzt endlich hatten sie Erfolg.

Cafébesitzerin Andrea Scalabrin berichtet stolz von ihrem Engagement nach der Tragödie. Durch Tombola, Versteigerungen von gestifteten Preisen von Geschäftspartnern und einem Fest, wurde viel Geld eingenommen. Zudem hat ihre Mitstreiterin, Carola Plaßmann, bei vielen Terminen Firmen abgeklappert und so die erforderlichen 10.000 Euro für den Poller zusammen gesammelt.

Auch Carola Plaßmann ist wirklich stolz auf diesen Erfolg. Sie berichtet, die Aktion sei nicht nur für sie, sondern für alle Beteiligten - sie hat das gerne für den Platz in der Bad Säckinger Innenstadt gemacht. Denn jetzt können die Gäste endlich wieder ganz entspannt im Café sitzen - dem Poller sei Dank.

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