Hand mit Stift setzt auf einem Blatt Papier mit der Überschrift Patientenverfügung an (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Wie fülle ich eine Patientenverfügung aus?

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Wulf Piella

Was dürfen Ärzte mit Ihnen machen, wenn Sie nicht mehr selbst entscheiden können? Das legen Sie in der Patientenverfügung fest. Wir geben Tipps, worauf Sie achten sollten, woher Sie die Formulare bekommen und warum es zusätzlich eine Vorsorgevollmacht braucht.

Checkliste für die Patientenverfügung

Was ist eine Patientenverfügung?

Die Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, das eigenhändig unterschrieben werden muss. Darin legen Sie fest, in welchen Situationen Sie bestimmten medizinischen Maßnahmen zustimmen oder diese ablehnen. Die Verfügung wird angewendet, wenn Sie nicht mehr entscheidungsfähig sind und ihren eigenen Willen nicht mehr äußern können - z.B. wenn Sie im Koma liegen. Dann muss der Arzt prüfen, ob die Patientenverfügung zum Tragen kommt und sie ggfs. in Abstimmung mit den Angehörigen umsetzen.

Ein Patient liegt im Krankenbett und wird von einem Arzt behandelt.  (Foto: Colourbox, COLOURBOX43565544)
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Wo bewahre ich die Patientenverfügung auf?

Die Patientenverfügung sollte so aufbewahrt werden, dass Ärzte und Bevollmächtigte möglichst schnell darauf zugreifen können. Am besten hinterlegen Sie das Dokument bei den engsten Angehörigen und eine Kopie beim Hausarzt. Sie sollten auch eine Karte bei sich haben, auf der vermerkt ist, dass eine Patientenverfügung vorliegt. Diese muss nicht notariell beglaubigt werden.

Lassen Sie sich vor dem Ausfüllen fachmännisch beraten

Ärztliche Maßnahmen korrekt zu beschreiben ist für Laien ohne fachmännische Hilfe oft nicht möglich. Daher sollten Sie sich vor dem Verfassen einer Patientenverfügung beraten lassen. Das können Sie zum einen beim Hausarzt machen. Der kann helfen, die Formulierungen verständlich und konkret zu halten, weil er sich in der Fachsprache der Mediziner sehr gut auskennt. Zum anderen können Sie sich an Beratungsstellen wie z.B. die Unabhängige Patientenberatung Deutschland wenden, die in solchen Fragen viel Erfahrung haben.

Arztgespräch (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Verwenden Sie offizielle Vorlagen und Textbausteine

Die Patientenverfügung ist gesetzlich geregelt. Daher stellt das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz Formulierungshilfen bereit. Sie können auf der Internetseite des Ministeriums heruntergeladen werden. Diese Textbausteine können Sie für Ihre Patientenverfügung genau so übernehmen.

Ein Beispiel für einen Textbaustein:

"In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden. Hunger und Durst sollen auf natürliche Weise gestillt werden, gegebenenfalls mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ich wünsche fachgerechte Pflege von Mund und Schleimhäuten sowie menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege und das Lindern von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender Symptome."

Formulieren Sie die Patientenverfügung möglichst verständlich und konkret

Die Formulierungen in der Patientenverfügung sollten möglichst konkret sein. Allgemeine Formulierungen wie z.B. "Ich lege auf lebensverlängernde Maßnahmen keinen Wert" reichen nicht, da sie unterschiedlich interpretiert werden könnten.

  • Erstens sollten Sie beschreiben, in welchen Situationen die Patientenverfügung gelten soll. Zum Beispiel "im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit".
  • Zweiten sollten Sie auflisten, welche Behandlungen Sie in diesen Situationen wünschen oder nicht. Zum Beispiel, ob Sie künstlich ernährt werden möchten.

Erstellen Sie zusätzlich eine Vorsorgevollmacht

Ihr Wille für die medizinische Behandlung ist zwar in der Patientenverfügung eindeutig formuliert. Trotzdem wäre es besser, wenn jemand darauf achtet, dass dieser Wille in einer Notsituation auch durchgesetzt wird. Das können Sie mit einer Vorsorgevollmacht regeln. Diese Vollmacht kann der Ehepartner übernehmen, aber auch ein Familienangehöriger oder ein Vertrauter aus dem Freundeskreis. Auf jeden Fall sollte es jemand sein, dem Sie vertrauen und der diese Verantwortung auch übernehmen möchte.

Mit der Vorsorgevollmacht können Sie z.B. auch die Regelung Ihrer Postangelegenheiten und vieles andere auf den Bevollmächtigten übertragen. Für Bankgeschäfte braucht es oft ein zusätzliches Formular.

Das offizielle Formular für die Vorsorgevollmacht können Sie beim Bundesjustizministerium herunterladen.

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Wulf Piella