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Ein Gel aus Spinnenseide hat faszinierende Eigenschaften: Elastisch, reißfest, hitzebeständig, wasserfest, antibakteriell. So kann man es in der Medizin auf vielfältige Weise einsetzen. Darüber berichtet "Spinnenseide-Experte" Thomas Scheibel von der Universität Bayreuth im Gespräch mit Ralf Caspary.

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Seidenmoleküle aus einem Darmbakterium

Den Forschern ist ein Coup  gelungen: Sie haben ein Darmbakterium so umprogrammiert, dass es fleißig Spinnenseidenmoleküle baut. Diese Moleküle kann man dann wieder in Fasern verwandeln. 

Die Seidenmoleküle sind ähnlich wie Spaghetti; man kann sie nach Belieben formen. Man kann ihnen sagen: Legt euch mal alle schön nebeneinander auf eine Oberfläche oder formt einen kleinen Ball. – Die Forscher können so alle möglichen Strukturen kreieren.

Spinnennetz mit Tautropfen. Spinnenseide kann man in der Medizin verwenden, denn sie hat ganz besondere Eigenschaften: Sie ist elastisch, reißfest, hitzebeständig, wasserfest und antibakteriell (Foto: Imago, imago images/CHROMORANGE)
Spinnenseide kann man in der Medizin verwenden, denn sie hat ganz besondere Eigenschaften: Sie ist elastisch, reißfest, hitzebeständig, wasserfest und antibakteriell Imago imago images/CHROMORANGE

Sie ist keimfrei, verhindert also, dass sich auf ihrer Oberfläche Bakterien fest setzen. Sie ist flexibel und nimmt alle möglichen Formen an. Und: Einige menschliche Zellen fühlen sich auf ihr so wohl, dass sie darauf wachsen.

Man kann Schuhe herstellen, die nicht mehr müffeln, weil Bakterien keine Chance haben. Pflaster aus Spinnenseide halten Wunden keimfrei. Die Spinnenseide kann aber auch als Gerüst benutzt werden, um darauf neue Hautzellen wachsen zu lassen.

Den Forschern in Bayreuth ist es sogar gelungen, Herzzellen auf Spinnenseide zu züchten, die rhythmisch schlagen. Eine Hoffnung für Herzinfarktpatienten.

(Produktion 2018)

Der Forscher Thomas Scheibel forscht an der Bayreuther Universität an der technischen Nutzung von Spinnenseide. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Adriane Lochn)
Der Forscher Thomas Scheibel forscht an der Bayreuther Universität an der technischen Nutzung von Spinnenseide. picture alliance / Adriane Lochn

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