Musikstück der Woche mit Jens Peter Maintz

Ludwig van Beethoven: Cellosonate D-Dur op. 102 Nr. 2

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AUTOR/IN
Doris Blaich

Beethovens Fünfte – für Cello: die fünfte und letzte Cellosonate von Beethoven ist eigen-willig im besten Sinne! Konzentriert und kraftvoll, in der Mitte ein weiches Herz.

In einem Polizeibericht (!) vom 30. November 1814 heißt es über ein Konzert mit Kompositionen von Beethoven: „Die gestrige Veranstaltung war nicht dazu angetan, die Begeisterung für das Talent dieses Komponisten zu erhöhen, der seine Anhänger und seine Gegner hat. Der Partei seiner Bewunderer gegenüber … erhebt sich eine überwältigende Mehrheit von Kennern, die es unbedingt ablehnen, weiterhin seine Werke anzuhören.“

Experimentelle Auseinandersetzung mit dem Cello

Dass der Kreis seiner Bewunderer und adligen Förderer kleiner wurde, bedrückte Beethoven sehr, und es stürzte ihn auch in finanzielle Schwierigkeiten. Seine gesundheitliche Lage verschlechterte sich zudem, sein Misstrauen gegen die Mitmenschen wuchs, und gleichzeitig seine Einsamkeit. Eine Sorge jagte die andere, als er 1815 die beiden Cellosonaten op. 102 komponierte. In ihnen – und besonders in der D-Dur-Sonate, der fünften - klingt zum ersten Mal deutlich Beethovens Spätstil an: Er wagt darin eine fast experimentelle Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Instrumente, dehnt die üblichen harmonischen und satztechnischen Grenzen weit aus, nimmt klangliche Härten in Kauf.

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Doris Blaich