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Ich empfehle „Mutter. Chronik eines Abschieds“ von Melitta Breznik. Erzählt wird aus der Sicht einer Tochter vom Sterben der Mutter. Im Laufe von sechs Wochen zieht sich ein Leben immer weiter in sich zurück. Zugleich zieht es noch einmal mit seinen Härten in der Erinnerung vorbei. Zärtliche Strenge und eine wohl gewogene Wortkargheit machen Brezniks im Umfang schmale Chronik zu einem gewichtigen und anrührenden Text. Er ist geprägt von Respekt, Schmerz und Skrupel und drückt die Sehnsucht aus, dem nicht beizukommenden Skandal des unwiderruflichen Verlusts mit Sprache trotzdem beizukommen, etwas im Grunde Unerträgliches trotzdem mit Fassung zu tragen.

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