Zeitgenossen

Lara-Sophie Milagro: „Schauspiel ist eine Überlebensstrategie für mich.“

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„Sich nicht erklären müssen, sei das größte Privileg“ hat die afrodeutsche Schauspielerin Lara-Sophie Milagro mal gesagt. Denn sie muss und musste sich in ihrem Leben immer wieder erklären. Lara-Sophie Milagro ist in den 80er Jahren in Bremen aufgewachsen. Sie war das einzige schwarze Mädchen in ihrer Schule. Trotz ihrer sehr guten Noten bekam sie nur eine Realschulempfehlung. Ihre Mutter hat sich dafür eingesetzt, dass sie auf Gymnasium gehen konnte.

Schauspielstudium in London

Lara-Sophie Milagro studierte Schauspiel in London. Eine tolle Zeit,weil sie einfach alles spielen durfte: „Schauspiel war für mich schon immer eine gute Art die Realität zu verarbeiten und mit einem gewissen Abstand darauf zu gucken“ Und sie fügt noch hinzu: „Wenn man so will, ist das Schauspiel für mich auch ein Lebenselexir und eine Überlebensstrategie.“

Diversität kommt voran in Deutschland

Zurück in Deutschland war es für Lara-Sophie Milagro zunächst alles andere als leicht, als Schauspielerin Fuß zu fassen. In den ersten Jahren bekam sie nur stereotype Rollen. Bei Castings sagte man ihr zum Beispiel, dass sie ja als Schwarze „Lady Macbeth“ nicht spielen könne. Das sei heute nicht mehr so. Es sei in Sachen Diversität einiges erreicht worden, doch es müsse weitergehen.

Rassismus im Kulturbetrieb

Auf die Frage, woran es liege, dass es heute immer noch Rassismus im Kulturbetrieb gebe, sagt Lara-Sophie Milagro, es sei ein Zusammenspiel von verschiedenen Gründen und vor allem ein strukturelles Problem: „Es ist eine Struktur, die sexistisch ist, die rassistisch ist und die dafür sorgt, dass sich dieses System immer weiter am Leben erhält, außer man tut ganz aktiv was dagegen.“

Weniger stereotype Rollen

Sie sei dankbar, sagt Lara-Sophie Milagro, was Afrodeutsche in Deutschland bereits erreicht hätten, davon profitiere auch sie. Aber es sei wichtig, sich nicht darauf auszuruhen. Und sie freue sich darüber, dass inzwischen Kolleginnen und Kollegen nicht mehr nur in stereotypen Rollen zu sehen sind, sondern gleichberechtigt z.B. die Hauptrolle spielten.

„Sich nicht erklären müssen, sei das größte Privileg“ hat die afrodeutsche Schauspielerin Lara-Sophie Milagro mal gesagt. Denn sie muss und musste sich in ihrem Leben immer wieder erklären: als einziges schwarzes Mädchen in ihrer Schule, die trotz sehr guter Noten eine Realschulempfehlung bekam; als schwarze Schauspielerin, der in den ersten Jahren zunächst nur stereotype Rollen angeboten wurden, der man sagte, dass sie ja als Schwarze „Lady Macbeth“ nicht spielen könne.

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SWR