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Der grausamen Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten fielen vor allem Juden und Jüdinnen, Sinti*ze und Rom*nja, Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke zum Opfer. Andere Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle, Zeugen Jehovahs und sogenannte Asoziale und Berufsverbrecher wurden ebenfalls systematisch verfolgt, gequält und ermordet. Ihrer und aller anderen Opfer der Nationalsozialisten – darunter auch politische Gefangene, Zwangsarbeiter*innen und Widerstandskämpfer*innen – wird seit 1996 am 27. Januar in Deutschland gedacht. Der Tag markiert die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee 1945 und ist seit 2005 auch weltweit Gedenktag der Opfer des Holocaust.

Marina Weisband: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland

Es habe keinen Sinn mehr, den Anfängen wehren zu wollen, sagt die Publizistin Marina Weisband in SWR2, mit Blick auf die Verbreitung antisemitischer Einstellungen in der Gesellschaft. Man sei in Deutschland nicht mehr „in den Anfängen, sondern in einem stetigen Prozess“, so Weisband, die bei der Gedenkstunde im Bundestag für die Opfer des Holocaust spricht. 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung hätten latent antisemitische Einstellungen.

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Durch die Corona-Pandemie und die amerikanische QAnon-Bewegung werden vermehrt antisemitische Verschwörungsmythen im Internet und in der Gesellschaft verbreitet. Der Anschlag von Halle zeigt, mit welch tödlicher Gewalt sich diese in der Realität manifestieren können.

Es gebe in Deutschland zwei verschiedene Gedenkkulturen: eine deutsche und eine jüdisch-deutsche. Entscheidend dabei sei, so Weisband: „Sind die anwesenden Jüd*innen nur Dekoration, sind sie ,Props‘, oder hört man ihnen zu, gibt man ihnen eine Stimme, auch das zu sagen, was vielleicht nicht ins normale Protokoll passt“.

Ursprünge der Erinnerungskultur: Die ARD Doku „Zeugen – Wie der Holocaust ins Fernsehen kam“

Zwei Jahre nach der Ausstrahlung der US-Serie „Holocaust“ 1979 folgte eine weniger bekannte, aber mindestens genauso wichtige Etappe für die Herausbildung der deutschen Erinnerungskultur: Das Erste sendete Interviews mit KZ-Überlebenden unter dem Titel „Zeugen – Aussagen zum Mord an einem Volk“. 40 Jahre später zeichnet eine Dokumentation diesen Weg noch einmal nach mit teilweise bisher unveröffentlichtem Archivmaterial.

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Unterstrichen wird die Bedeutung des Holocaust-Gedenktages dadurch, dass 2021 das Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ begangen wird. Die jüdische Kultur soll als wertvoller und langjähriger Teil der Kultur in Deutschland gefeiert und in den Mittelpunkt gerückt werden.

Wie erinnern wir heute an den Holocaust?

Gespräch #everynamecounts – jeder Name zählt: Arolsen Archives dokumentieren Holocaust-Opfer

„Die überwiegende Mehrheit der Anfragen, die uns aus der ganzen Welt erreichen, sind noch Angehörige der Opfer“, sagt Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives, im Gespräch in SWR2 Kultur Aktuell. Die Arolsen Archives, UNESCO-Weltdokumentenerbe, bewahren eine umfangreiche Dokumentation zur nationalsozialistischen Verfolgung auf.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Osthofen

Gedenken Wer waren die jüdischen Häftlinge im KZ Osthofen? Biografien online lesen

Die „Gedenkstätte Konzentrationslager Osthofen“ bei Worms erinnert vor allem an die politischen Gegner des NS-Regimes, die in diesem frühen Lager inhaftiert waren. Bisher wurde bei der Aufarbeitung der Geschichte des Lagers nur wenig beachtet, dass viele Inhaftierte Juden waren. Den Grund dafür lieferte der hessische Polizeipräsident: Im Sommer 1933 hatte er dazu aufgerufen, Juden, die sich „unangemessen verhielten“, ins Konzentrationslager bringen zu lassen. Für Denunzianten eine gute Gelegenheit, unliebsame jüdische Rivalen auszuschalten. Die Gedenkstätte erarbeitet nun in einem Projekt erstmals Biografien jüdischer Häftlinge, die im KZ Osthofen besonders brutal und erniedrigend behandelt wurden und nach der Entlassung vielfach in die USA oder nach Israel auswanderten. Diese jüdischen Lebenswege werden nun sukzessive auf der Homepage der Gedenkstätte dokumentiert.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Gedenktag Kaum noch Holocaust-Zeitzeugen: Erinnerung wird digital

Immer weniger Menschen können aus eigener Erfahrung von den Gräueltaten der Nazis während des Holocausts erzählen. Um die Erinnerung wach zu halten, gibt es inzwischen digitale Projekte.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Ludwigsburg

Holocaust-Gedenktag Auch 76 Jahre nach der Auschwitz-Befreiung ermittelt die Ludwigsburger Zentralstelle nach Tätern

Lange hat die deutsche Justiz die Verurteilung der Täter des Holocaust auf die lange Bank geschoben. Auch deshalb ermittelt die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg bis heute.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

19.1.1996 Erster "Holocaust-Gedenktag"

19.1.1996 | Der 27. Januar – Jahrestag der Befreiung der Menschen im Konzentrationslager Auschwitz 1945 – ist in Deutschland Holocaust-Gedenktag. Das war nicht immer so. Dieser Gedenktag wurde erst 51 Jahre nach Ende der Nazi-Diktatur geschaffen. Die erste Feierstunde 1996 wurde allerdings wegen einer Dienstreise von Bundespräsident Roman Herzog eine Woche vorverlegt, auf den 19. Januar. Vor Herzog spricht Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth.  mehr...

Mannheim

Gesellschaft 40 Jahre Forschung an jüdischer Geschichte in Mannheim: Volker Keller erhält Obermayer Award

Seit 21 Jahren werden die US-amerikanischen Obermayer Awards an Persönlichkeiten verliehen, die Antisemitismus und rechtsextreme Tendenzen bekämpfen. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung, gilt ideell als eine der bedeutendsten Würdigungen für deutsch-jüdische Kulturarbeit. Am Montagabend, 25.1.2021, findet in Berlin die Preisverleihung statt. ONLINE natürlich in Zeiten von Corona. Und einer der diesjährigen Obermayer Award Preisträger ist Volker Keller aus Mannheim. Ehedem Grundschullehrer und Rektor und seit mehr als 40 Jahren darum bemüht, die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Mannheim nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Erinnerungskultur Holocaust-Gedenken – Wie Jugendliche das Erinnern lernen

Zeitzeugen, die von ihrer Geschichte erzählen könnten, gibt es bald nicht mehr. Doch Gedenkstättenbesuche sind für Schulklassen oft nur öde Pflichtbesuche. Wie vermittelt man Jugendlichen den Holocaust?  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

SWR2 Zeitgenossen Luigi Toscano porträtiert Holocaust-Überlebende „Gegen das Vergessen“

Im Gespräch mit Annette Lennartz  mehr...

SWR2 Zeitgenossen SWR2

Leben Erinnern, aber wie? Die letzten Zeugnisse von Auschwitz

Von Maria Ossowski  mehr...

SWR2 Leben SWR2

Gespräch „Man muss von Schuld sprechen“: Samuel Salzborn über das Erinnern an die NS-Zeit

Superlative wie „Weltmeister der Vergangenheitsaufarbeitung“ seien nicht geeignet, die Realität in Deutschland zu beschreiben, meint Samuel Salzborn, Politikwissenschaftler an der Universität Gießen und Antisemitismusbeauftragter des Landes Berlin. Auf der politischen und öffentlichen Ebene habe es immer wieder eine Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit gegeben, aber es klaffe eine große Lücke zur Gesellschaft.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Gespräch Gedenkstätten-Arbeitsgemeinschaft lehnt geplante Pflichtbesuche ab

„Gedenkstätten können Antisemitismus und antidemokratische Haltungen mit einem zweistündigen Besuch nicht heilen", betont Felix Köhler vom Sprecherrat der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten. Damit spricht er sich gegen den Vorschlag der Kultusministerin Susanne Eisenmann aus, die für Schulklassen einen Pflichtbesuch von Gedenkstätten forderte.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Das Unvorstellbare sichtbar machen

Gesellschaft Bildsprache des Massenmords: Digitalisierungsprojekt „Visual History of the Holocaust"

Bilder aus Konzentrationslagern, Bilder des Holocaust haben über bestimmte Einzelszenen aus Spielfilmen oder Dokumentationen in das kollektive Gedächtnis Einzug genommen. Ein europäisches Projekt unter Zusammenarbeit des Fritz-Bauer-Instituts und des Deutschen Filminstituts will nun eine möglichst umfassende Online-Sammlung und Archivierung von Filmaufnahmen des Holocaust vornehmen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

18.1.1979 Anschlag auf SWF, um „Holocaust“-Ausstrahlung zu verhindern

Am 18.1.1979 detonierte ein Sprengsatz am Sender Koblenz des Südwestfunks – an jenem Abend, als die erste Folge von „Holocaust“ im Fernsehen lief. Ähnliches passierte beim WDR in Münster. Der Verdacht fiel schnell auf Neonazis, die schon zuvor in Publikationen dazu aufgerufen hatten, die Ausstrahlung der Serie zu verhindern.

Der Verdacht bestätigte sich: Ein Nazi aus Wiesbaden wurde schließlich als Täter ermittelt und zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt.  mehr...

28.1.1979 Zuschauerreaktionen auf US-Fernsehserie „Holocaust“

28.1.1979 | Das Wort „Holocaust“ zog erst mit der gleichnamigen Serie 1979 in die deutsche Sprache ein – und das war nicht das einzige, was diese US-Serie bewirkte. Die Aufarbeitung und öffentliche Erinnerungskultur hat damals erst begonnen. Die Resonanz auf die Serie war überwältigend – aber auch gespalten, wie die Zuschauerreaktionen zeigen.  mehr...

15.4.1946 Ehemaliger Lagerkommandant Rudolf Höß über Auschwitz

15.4.1946 | Kurt Kauffmann, der Verteidiger von Ernst Kaltenbrunner, verhört Rudolf Höß, der von 1940 bis 1943 Lagerkommandant von Auschwitz war. Höß spricht offen über die Ankunft der Züge mit den Gefangenen, ihre Aufteilung in Zwangsarbeit oder Tod in der Gaskammer. | Nürnberger Prozesse  mehr...

Überlebende im Gespräch

Gesellschaft Gedenken an den Holocaust in Mainz: Auschwitz-Überlebende spricht im Landtag

Niusia Horowitz-Karakulska ist 88 Jahre alt. Sie hat die Befreiung von Auschwitz selbst miterlebt. Nach Ghetto und Zwangsarbeit wurde sie 1944 in das Vernichtungslager gebracht und zur Vergasung ins Krematorium geschickt. Das Mädchen konnte sich verstecken und überlebte schließlich, weil der Industrielle Oskar Schindler sie als Arbeiterin auswählte und ihr damit das Leben rettete. Davon hat sie bei der virtuellen Gedenkveranstaltung des rheinland-pfälzischen Landtags berichtet.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Leben Von Trauer und Trotz - Die Holocaust-Überlebende Zilli Reichmann

Jahrelang suchte Historikerin Jana Mechelhoff nach einer Sinteza, die als junge Frau das sogenannte „Zigeunerlager“ in Auschwitz überlebte bis sie schließlich Zilli Reichmann fand.     mehr...

SWR2 Leben SWR2

Zeitgenossen | Zum Tod von Renate Lasker-Harpprecht Renate Lasker-Harpprecht: „Ich will mir nicht den Rest meines Lebens von Hitler diktieren lassen“

Renate Lasker-Harpprecht war Holocaust-Überlebende, die nach ihrer Maxime lebte: „Ich will mir nicht den Rest meines Lebens von Hitler diktieren lassen“. Die Journalistin und aufmerksame Beobachterin des Zeitgeschehens starb am 3. Januar 2021 in Süd-Frankreich im Alter von 96 Jahren.   mehr...

SWR2 Zeitgenossen SWR2

Holocaust-Gedenktag Anita Lasker-Wallfisch: Die Cellistin von Auschwitz

Die 92-jährige Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch hält in diesem Jahr die Rede beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag.  mehr...

Leben Das Leben als Überlebende - Margot Friedlander lässt die Deutschen nicht vergessen

Eine der letzten Zeitzeugen des Holocaustfeiert am 5. November 2020 ihren 99. Geburtstag. Margot Friedlander ist 1921 in Berlin geboren und bleibt bis ins hohe Alter aktiv.  mehr...

SWR2 Leben SWR2

Gespräch mit der Holocaustüberlebenden Inge Auerbacher

Gespräch mit der Holocaustüberlebenden Inge Auerbacher  mehr...

SWR2 Zeitgenossen Agnes Heller, Philosophin

Mit ihrem Essay "Von der Utopie zur Dystopie" hat die 1929 in Budapest geborene ehemalige Marxistin Ágnes Heller jüngst einen philosophischen Schlussstrich unter die totalitären Zukunftsentwürfe gezogen. Die Holocaust-Überlebende mit jüdischen Wurzeln wurde von Georg Lukácz promoviert und musste die Universität wegen ihrer Teilnahme am Ungarn-Aufstand 1956 verlassen. Sie emigrierte in den 70er-Jahren, arbeitete zunächst in Melbourne und folgte später Hannah Arendt auf ihrem Lehrstuhl in New York. Auch wenn Ágnes Heller sagt: "Ich kann nicht alles gleichzeitig in Frage stellen" mischt sich die Philosophin immer wieder in aktuelle Themen ein.  mehr...

SWR2 Zeitgenossen SWR2

24.5.1981 Hans Rosenthal spricht über seine "Zwei Leben in Deutschland"

24.5.1981 | Hans Rosenthal (1925 - 1987) war einer der beliebtesten Showmaster Deutschlands. Den Holocaust überlebte er nur knapp in einem Versteck in Berlin. Hier erzählt er seine Geschichte.  mehr...

Leben Im Schatten leben - Eva Nickel und ihre ermordeten Schwestern

Eva Nickel hat ihre in Auschwitz ermordeten Schwestern Ruth und Gitti nie kennengelernt, aber Evas ganzes Leben ist von ihnen geprägt.  mehr...

SWR2 Leben SWR2

Kinder im Konzentrationslager

April 1945 Olga Schlossberg (14 Jahre) nach ihrer Befreiung aus Bergen-Belsen im BBC-Interview

April 1945 | Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Unmittelbar danach führt ein BBC-Reporter ein Interview mit einer 14-jährigen Überlebenden. Der Name des Interviewers ist nicht dokumentiert. Die Aufnahme dauert nur 40 Sekunden.  mehr...

16.4.1945 Radioansprache von Anita Lasker nach ihrer Befreiung aus Bergen-Belsen

16.4.1945 | Am 15. April 1945 wurde die 19-jährige Anita Lasker von britischen Truppen aus dem KZ Bergen-Belsen befreit. Schon einen Tag später berichtete sie im deutschen Programm der BBC, was sie erlebt hatte.  mehr...

Gespräch Vor 80 Jahren: Nur Kinder überleben die Deportation der Juden aus Baden und der Pfalz nach Gurs

Vor 80 Jahren, am 21.10 1940, zeigte sich eine neue Stufe der antisemitischen Politik des NS-Staats: Die sogenannte Wagner-Bürckel-Aktion wurde zu einer Art Blaupause für das, was später im gesamten Reichsgebiet folgte. Die Wagner-Bürckel-Aktion bezeichnet eine große angelegte Deportation, bei der mehr als 6.500 Juden und Jüdinnen aus Südwestdeutschland ins französische Internierungslager nach Gurs gebracht worden sind.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Jüdisches Leben heute: Alltag und Antisemitismus

Tagesgespräch Israelitische Religionsgemeinschaft (IRGW): „Die Opfer haben ein Recht darauf, dass man an sie denkt“

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages ruft die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) dazu auf, die Erinnerung an die Opfer des Holocaust zu bewahren und weiterzutragen. „Die Menschen, die brutal und sinnlos umgebracht wurden, haben ein Recht darauf, dass man an sie denkt, dass man für sie Denkmäler errichtet“, sagte Michael Kashi, Vorstandsmitglied der IRGW im SWR.
Vor 25 Jahren hatte der damalige Bundespräsident Roman Herzog
den Tag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz – den 27. Januar - zum nationalen Gedenktag erklärt. In diesem Jahr steht die Gedenkstunde im Zeichen des Jubiläumsjahrs 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.  mehr...

SWR2 Tagesgespräch SWR2

Gespräch Juden im Land der „Erinnerungsweltmeister“: Arkadij Khaet über den Kurzfilm „Masel Tov Cocktail“

Juden würden in Deutschland in eine lästige Rolle gedrängt, sagt Regisseur Arkadij Khaet in SWR2 über seinen Kurzfilm „Masel Tov Cocktail“: „Die Rolle des Juden, der auf jeder Gedenkveranstaltung danebensteht und jedes ,Nie wieder!‘ verständnisvoll abnickt“, sich vielleicht sogar, mit Blick auf den Mordanschlag auf die Synagoge in Halle, „auch noch für die stabile Eichentür bedankt“. Das Narrativ von den Deutschen als „Erinnerungsweltmeister“ sei ein Märchen, so Khaet. Jüdinnen und Juden würden in Deutschland auch in den Medien häufig noch immer so beschrieben, als ob sie nicht zum Land gehörten und mit ihnen eine Art „Artenschutz“ betrieben werde.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Dirigent Dan Ettinger über das Musikleben in Israel und Deutschland

„Ich vermisse die alten israelischen klassischen Lieder, das Essen und meine Familie!“ Dan Ettinger ist Chefdirigent der Stuttgarter Philharmoniker. Geboren in Israel, konnte er seit einem Jahr nicht mehr in seine Heimat reisen. In diesen Tagen denkt er zurück an seine Großmutter, die den Holocaust überlebte und das nicht zuletzt durch die Musik. Im SWR2 Musikgespräch erzählt Dan Ettinger, was ihn nach Deutschland gebracht hat, wie er als Assistent von Daniel Barenboim anfing und welche gemeinsamen Projekte israelische und deutsche Künstlerinnen und Künstler verbinden.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

Gespräch Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird 70 – Antsemitismus präsenter denn je

Solange der Antisemitiismus in Deutschland noch so stark sei, sei die politische Arbeit des Zentralrat der Juden in Deutschland unverzichtbar, so Michael Brenner, Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München, in SWR2. Die Geschichte des Zentralrats der Juden in Deutschland stehe stellvertretend für das jüdische Leben im 'Land der Täter' nach 1945. Inzwischen sei der Zentralrat eine politische Organisation für die jüdische Minderheit in Deustchland. Das sei allerdings auch notwendig, denn Antisemitismus und Hass begleitten den jüdischen Alltag auf Schritt und Tritt.  mehr...

SWR2 Journal am Morgen SWR2

Gespräch Selbstbewusst jüdisch – die Doku „Hey, ich bin Jude!" von Jan Tenhaven

Junge Jüdinnen und Juden wollen keinesfalls auf ihr Judesein reduziert werden, das ist die Erfahrung, die der Filmemacher Jan Tenhaven gemacht hat. Er hat für das ZDF einen Doku über junge Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland gedreht: "Jung.Jüdisch.Deutsch."  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Gespräch Ronen Steinke - Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt

Jüdisches Leben in Deutschland ist ständig bedroht – und Staat und Justiz kommen ihrer Schutzaufgabe nicht nach. Das ist die Anklage, die Ronen Steinke in seinem neuen Buch „Terror gegen Juden“ erhebt. Er hat die Bedrohung jüdischer Gemeinden im ganzen Bundesgebiet dokumentiert.
Theresa Hübner im Gespräch mit Ronen Steinke.  mehr...

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

Gespräch „Ganz reale Bedrohungen für Jüdinnen und Juden“: Sascha Lobo über Antisemitismus im Internet

Menschenfeindlichkeit insgesamt und Antisemitismus im Speziellen würden im Netz immer weiter ansteigen, beobachtet der Blogger und Autor Sascha Lobo. Er weist aber darauf hin, dass Judenhass in der Gesellschaft schon immer präsent gewesen sei — es sich also um kein reines Netzphänomen handele. Im Internet funktioniere er aber leichter und schneller durch die Vernetzung.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Gespräch Urteil zum Anschlag von Halle: Prozess war keine Bühne für Rechtsterror

Lebenslange Haft, anschließende Sicherungsverwahrung und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld – das fordern Bundesanwaltschaft und Nebenklage als Urteil im Prozess gegen den rechtsterroristischen Attentäter von Halle. Er hatte 2019 versucht, 51 Menschen zu töten, die in der Synagoge von Halle den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Nachdem er die massive Tür der Synagoge nicht öffnen konnte, erschoss der Angeklagte zwei Passanten und verletzte weitere Menschen.
Im Gespräch mit SWR2 betont die Prozessbeobachterin Antonie Rietzschel von der Süddeutsche Zeitung, dass es dem Täter nicht gelungen sei, den Prozess als Bühne für seine antisemitische Ideologie zu nutzen: „Die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens hat einerseits dem Angeklagten erlaubt sich zu äußern, anderseits hat sie ihn unterbrochen und zurecht gewiesen.“ Der Prozess selbst sei auch wegen der Teilnahme der Öffentlichkeit eine Mahnung zum wachsamen Umgang mit Rechtsterror.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Europäische Perspektiven

Zeitgeschichte Holocaust in der Ukraine – Ringen um die Erinnerungskultur

Während des Kommunismus wurde die Erinnerung an den Holocaust in der Ukraine unterdrückt oder verfälscht. Der Kampf gegen die historische Amnesie hat in dem Land gerade erst begonnen.  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Buchkritik Alena Mornštajnová - Hana

Alena Mornštajnovás Roman "Hana" gilt als eines der erfolgreichsten tschechischen Bücher der letzten Jahre. Er erzählt von der Ermordung der jüdischen Bevölkerung durch die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg. Ein Roman von großer emotionaler Wucht, der den Leser aber auch etwas überwältigt zurücklässt.
Rezension von Tino Dallmann.
von Raija Hauck aus dem Tschechischen übersetzt.
Wieser Verlag, 380 Seiten, 21 Euro
ISBN 978-3-99029-438-3  mehr...

SWR2 lesenswert Kritik SWR2

Buchkritik Anna Bikont - Wir aus Jedwabne - Polen und Juden während der Shoah

"Jedwabne", das ist heute eine Metapher für die Beteiligung von Polen an einer Reihe von Judenpogromen in Ostpolen im Jahr 1941, zur Zeit der deutschen Besatzung. Um die Jahrtausendwende gab es darüber in der polnischen Öffentlichkeit eine hitzige Debatte, die die Journalistin Anna Bikont, selbst jüdischer Herkunft, zum Anlass nahm, eigene Recherchen aufzunehmen.
Rezension von Judith Leister.
Aus dem Polnischen von Sven Sellmer
Suhrkamp/Jüdischer-Verlag, Berlin 2020, 699 Seiten, 34 Euro
ISBN 978-3-633-54300-7  mehr...

SWR2 lesenswert Kritik SWR2

Podcast SWR2 Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine an Orten, an denen Opfer der NS-Zeit gelebt haben. SWR2 ging einzelnen Lebensgeschichten nach, die sich hinter den Stolpersteinen verbergen.  mehr...

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