Karl-Sczuka-Preis 2009 Preisträger: Wolfgang Müller

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Der Autor und Künstler Wolfgang Müller wird für sein Radiostück "Séance Vocibus Avium" ausgezeichnet, das als Produktion des Bayerischen Rundfunks am 3. August 2008 urgesendet wurde.

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Insgesamt sind 88 Wettbewerbsbeiträge aus 16 Ländern eingereicht worden, davon 40 freie Autorenproduktionen. Die Preisverleihung fand am 17. Oktober als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2009 statt.

Begründung der Jury

"Wissenschaftliche Beschreibungen ausgestorbener Vogelarten und ihrer Stimmen nimmt der Künstler und Feldforscher Wolfgang Müller zum Ausgangspunkt seines Hörwerks ‚Séance vocibus avium’. Aus der aussterbenden Form eines Rundfunkvortrags entwickelt er eine zunächst nüchtern anmutende Textstruktur, um die Sätze dann auf spielerische Weise in Wortreihen und Bedeutungsfelder zu überführen. Damit wird die Aufmerksamkeit vom ursprünglichen Kontext der zoologischen Darstellung gelöst und auf poetische Klang- und Bedeutungsreize der einzelnen Vokabeln gelenkt. Vogelnamen, exotische Lebensräume und die verbalen Notationen von Lautäußerungen schaffen weite Imaginationsfelder in den elf Textpassagen, auf die jeweils eine betörende Rekonstruktion von verlorenen Vogelstimmen durch menschliche Interpreten folgt. ‚Séance vocibus avium’ bezaubert durch seine Lust am Erfinden von Wirklichkeiten."

Über Preisvergabe hat eine unabhängige Jury entschieden. Mitglieder waren die Publizistin, Literaturwissenschaftlerin und ehemalige Kulturstaatsministerin Christina Weiss (Vorsitz), der Schriftsteller Marcel Beyer, der Komponist Helmut Oehring, der Literaturwissenschaftler Klaus Ramm sowie die Journalistin und Musikwissenschaftlerin Margarete Zander.  

Jurymitglieder des Karl-Sczuka-Preises. V.li.n.re.: Ekkehard Skoruppa, Prof. Dr. Klaus Ramm (verdeckt), Dr. Margaret Zander, Prof. Dr. Christina Weiss, Helmut Oehring, Marcel Beyer (im Vordergrund). (Foto: SWR, Frank Halbig)
Jury Karl-Sczuka-Preis 2009, v.l.n.r.: Ekkehard Skoruppa, Prof. Dr. Klaus Ramm (verdeckt), Dr. Margaret Zander, Prof. Dr. Christina Weiss, Helmut Oehring, Marcel Beyer (im Vordergrund). Frank Halbig
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