"Das schlaue Füchslein" am Staatstheater Karlsruhe Janáček-Oper in Comic-Bildern

Von Marie-Dominique Wetzel

Der 39jährige US-Regisseur Yuval Sharon hat am Badischen Staatstheater vor vier Jahren sein Deutschlanddebut mit der zeitgenössischen Oper „Doctor Atomic“ gegeben. Mit der Janáček-Oper „Das schlaue Füchslein“ kommt er zurück nach Karlsruhe, einer in den USA enorm erfolgreichen Koproduktion mit dem Cleveland Orchestra. Sharon animiert das Bühnenbild in Comic-Ästhetik. Premiere ist am 16.12.

Sängerinnen stecken nur ihre Köpfe in die Comic-Inszenierung

Ein Liebesduett zwischen zwei Füchsen gibt es auf der Opernbühne wohl nur in Janáčeks „Das schlaue Füchslein“.

In der Inszenierung von Yuval Sharon müssen sich die beiden Sängerinnen dafür nicht umständlich kostümieren. Von ihnen sind nur die geschminkten Köpfe zu sehen, die sie durch zwei kleine Löcher in der Bühnenhinterwand stecken.

Dirigent Franz Welser-Möst erklärt Koproduktion mit Cleveland Orchestra

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Bewegung erzeugt der Animationsfilm auf der Bühnenwand

Gemalte Körper passten ideal zu der Entstehungsgeschichte der Oper, so der Regisseur. Das Füchslein rennt um sein Leben, verfolgt von dem Wilderer, der es erschießen will. Während der Wilderer auf der Bühne auf der Stelle rennt, läuft hinter ihm auf der Bühnenwand in schnellem Tempo der Animationsfilm.

Grob gezeichnete und sparsam colorierte Bäume fliegen vorbei und das Füchslein flieht in großer Angst. Das Orchester, 70 Musiker der Badischen Staatskapelle mit ihrem Generalmusikdirektor Justin Brown, sitzt bei der Inszenierung auf der Bühne.

Das schlaue Füchslein

Das schlaue Füchslein (Foto: Pressestelle, Badisches Staatstheater Karlsruhe - Falk von Traubenberg)
Das Füchslein hat den Enkel des Försters gebissen und wird zur Strafe angeleint. Der Hund lehrt es Unterwürfigkeit. Im Bild: Der Kammersänger Armin Kolarczyk als Förster. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Das vom Förster gefangene Füchslein (Uliana Alexyuk) führt mit dessen Hund (Luise von Garnier) philosophische Gespräche. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Foto: Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Das Füchslein vertreibt den Dachs mit Unterstützung der anderen Waldtiere aus seiner Wohnung Im Bild: Das schlaue Füchslein - Uliana Alexyuk und der Dachs - Kammersänger Konstantin Gorny Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Goldfuchs von und zu Tiefengrund (Dilara Bastar) verliebt sich in Füchsin Schlaukopf Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Bühnenbild Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen
Der Förster (Ks. Armin Kolarczyk ) lernt, sich an der Jugend der ständig nachwachsenden Generationen zu freuen, statt mit dem Altern zu hadern. Pressestelle Badisches Staatstheater Karlsruhe - Falk von Traubenberg Bild in Detailansicht öffnen

Ästhetik des Handgemachten

Dass man als Zuschauer mitverfolgen kann, wie die Musik entsteht und sie nicht wie sonst scheinbar aus dem Nichts, aus dem Orchestergraben kommt, passt gut zu der Ästhetik des „Handgemachten“ in der Inszenierung von Yuval Sharon.

Auch die animierten Zeichnungen sind handgezeichnet mit einfachen, groben Strichen. Yuval Sharon hatte in einer Kunstgalerie Arbeiten von Bill Barminski & Christopher Louie gesehen. Für die beiden Künstler war es die erste Arbeit für eine Oper. Sie hatten großen Spaß daran. Das sieht man an vielen originellen Einfällen.

Natur und Tiere versinnbildlichen den Menschen

Yuval Sharon war wichtig, mit dieser Ästhetik auch eine Distanz aufzubauen. Hier gehe es nicht um eine realistische Naturdarstellung. Natur und Tiere seien in dieser Oper nur eine Projektionsfläche für den Menschen.

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