Feuerwehreinsatz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr und Co.

Was passiert, wenn die "kritische Infrastruktur" lahm gelegt wird?

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Die Corona-Virus-Variante Omikron greift um sich. Auch Mitarbeitende der kritischen Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr und Co. sind gefährdet. Was passiert, wenn sie ausfallen?

Wir stecken mitten in der vierten Corona-Welle. Auch für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr oder von den Energiedienstleistern, also der sogenannten kritischen Infrastruktur, ist das Coronavirus eine stetige Bedrohung. Aber was passiert, wenn von diesen Mitarbeitenden tatsächlich viele auf einmal krank werden oder in Quarantäne müssen?

Die Feuerwehren wappnen sich unterschiedlich

Auf den Krankheitsfall von Kolleginnen und Kollegen bereiten sich Feuerwehren in der Region unterschiedlich vor. Fallen etwa bei der Berufsfeuerwehr in Worms Arbeitskräfte aus, könnten hier im Notfall die Arbeitszeiten neu aufgeteilt werden und in den unterschiedlichen Wachabteilungen der Schichtrhythmus angepasst werden, sagt Michael Hetzel, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr Worms. Außerdem könne man auf jene Feuerwehrleute zurückgreifen, die nicht im Dienst seien. Insgesamt ist diese Feuerwehr für den Ernstfall also gut aufgestellt. Um es gar nicht erst soweit kommen zulassen, achtet man bei der Feuerwehr in Worms darauf, Infektionsketten zu durchbrechen: Das Gebäude der Feuerwehr darf zum Beispiel nur mit einem aktuellen, negativen Corona-Test betreten werden.

Feuerwehr-loescht (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die Feuerwehr ist vorbereitet: Trotz der hohen Corona-Infektionszahlen kann sie weiter Brände löschen. Picture Alliance

Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Kreuznach hingegen werden bei jedem Einsatz drei Feuerwehren im Kreis alarmiert. Fällt eine von diesen drei Feuerwehren aus, dann wird die nächste angerufen. Insgesamt gäbe es im Kreis über 100 Freiwillige Feuerwehren. Es wären also immer genügend Feuerwehrleute da, wenn es brennen sollte, so Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Werner Hofmann, Verantwortlicher der freiwilligen Feuerwehren im Kreis Bad Kreuznach.

Notfallpläne bestehen schon länger

Leidet die Polizei ohnehin schon an Personalmangel, verschlechtern eventuelle Corona-Ausfälle die Lage auch noch. Arndt Hebel, Sprecher der Polizei in Bad Kreuznach, erklärt, die Versammlungen der Corona-Gegner bänden noch zusätzlich Personal. Trotzdem sei man gut aufgestellt, wenn wirklich überdurchschnittlich viele Kollegen und Kolleginnen ausfallen würden. Man achte schon jetzt darauf, dass sich die verschiedenen Dienste nicht begegneten. Kontakte würden, wo möglich, vermieden. So arbeitet auch die Polizei teilweise im Homeoffice.

Auch bei der Mainzer Polizei achtet man auf Prävention: So dürfen sich die Dienstgruppen nicht mehr untereinander mischen. Das bedeutet: Früh- und Spätschichten dürfen nicht mehr einfach getauscht werden. Festzuhalten ist: Sowohl Polizei als auch Feuerwehren haben während der vorangegangenen Corona-Wellen bereits Erfahrungen gesammelt – und diese in ihre Notfall-Pläne mit einfließen lassen.

Polizei im Einsatz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Auch die Polizei bleibt im Falle von Corona-Ausfällen weiter einsaztfähig. Picture Alliance

Strom, Gas und Wasser fließen auch bei Krankheitsausfall weiter

Auch die Stadtwerke in Mainz sind auf einen möglichen Notfall gut vorbereitet. Die Teams auf der Leitstelle seien räumlich voneinander getrennt, so Stadtwerke-Sprecher Michael Theurer. Außerdem gebe es noch Kollegen und Kolleginnen in Reserve, die einspringen könnten, auch Dienstzeiten könnten verändert werden. Dann könne ein Acht-Stunden-Betrieb in einen Zwölf-Stunden-Betrieb gewandelt werden, sodass man täglich nur zwei anstatt drei Teams bräuchte. Theurer versichert:

Wenn Sie anrufen, wird Ihnen weiterhin Tag und Nacht geholfen.

Niemand muss auf seinem (Bio-)Müll sitzen bleiben

Auch die Müllentsorgung kann weiter aufrecht erhalten werden. Zwar gab es vor allem Anfang Dezember vermehrt mit Corona in Zusammenhang stehende Ausfälle, doch dies habe sich bereits beruhigt, so Kirsten Kielholtz vom Zweckverband Abfallwirtschaft in Trier. Einen Notfallplan gäbe es auch: So könne im Zweifelsfall die Sperrabfallabholung ausbleiben und im Notfall auch einmal eine Ladung Gelbe Säcke oder Altpapier stehen bleiben. Die Abholungen würden in dem Falle aber nachgeholt werden, so Kielholtz. Rest- und Biomüll hätten aber Priorität. Darauf müssten die Bürger auch bei Personalnot nicht sitzen bleiben.

Muellabfuhr im Einsatz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die Abfallentsorgungsbetriebe sind im Einsatz, damit Rheinland-Pfälzer trotz Corona-Ausfällen nicht auf ihrem Müll sitzen bleiben. Picture Alliance

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