Die erste Version dieses Songs war ein Flop

Pet Shop Boys: West End Girls

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Der Kern der Geschichte ist schnell erzählt: West End Girls ist eine Reise durch Londons Clubszene. Ein Gruppe Jungs aus dem Arbeiterviertel East End treffen bei einer Partytour auf vornehme Mädels aus dem West End – hier lebt die bessere Gesellschaft. Und hier wollen alle feiern – und ein bisschen mehr– einfach mal alles vergessen. Gegensätze ziehen sich an.

(Einige Fans dachten später, der Song handele von Prostituierten, aber tatsächlich ging es nur um raue Jungs, die sich chic machen, um die Töchter aus gutem Hause zu beeindrucken.)

Zwischen den Zeilen findet sich aber noch mehr: Pet Shop Boy Neil Tennant hat beim Texten ganz unterschiedliche Inspirationsquellen. Er wohnt gerade bei seiner Cousine in Nottingham, hockt vor dem Fernseher und sieht einen Gangsterfilm - als er gerade Schlafen gehen will schießt ihm diese Zeile durch den Kopf:

"Manchmal bist du besser dran, wenn du tot bist - In deiner Hand befindet sich eine Pistole und die zielt auf deinen Kopf."

Ziemlich düster.

Der restliche Text ist inspiriert von dem Gedicht „das wüste Land“ von dem Lyriker TS Eliot – das unter anderem die Leere des Menschen in der modernen Welt beschreibt.

Um eine bunte, unbeschwerte Partynacht geht es in dem Song also nicht – es ist eine Flucht ins Nachtleben.

In der ersten Version des Songs von 1984 sind die Hip-Hop-Elemente noch stärker. In den USA wächst die Rap-Szene in der Zeit – in Großbritannien aber kennt man das noch nicht. Der Song floppt.

Erst ein Jahr später kommt West End Girls mit neuem Produzenten und neuem, langsameren Mix groß raus. Und: obwohl es keiner erwartet, weil es in dem Song ja um die britische Hauptstadt geht und Tennants britischer Akzent sehr präsent ist: auch in den USA landen die Pet Shop Boys auf Platz 1.

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