Eren Dinkci und Patrick Osterhage wechseln zum SC Freiburg

Aktueller Stand der Kaderplanung

SC Freiburg: Zwei Top-Transfers und ein begehrtes Talent

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Autor/in
Michi Glang

Beim SC Freiburg übernimmt Julian Schuster den Trainerjob von Christian Streich. Der neue Coach kann bereits auf zwei starke Neuzugänge bauen. Mit Merlin Röhl ist ein SC-Profi auch bei anderen Klubs begehrt.

Im Breisgau beginnt im Sommer eine neue Zeitrechnung. Erstmals seit zwölf Jahren heißt der Trainer nicht Christian Streich. Unter seinem Nachfolger Julian Schuster - bereits sei 2018 als Verbindungs- und Co-Trainer beim Sport-Club - können sich alle Profis neu beweisen.

Dazu gesellen sich mit Eren Dinkci und Patrick Osterhage zwei Neuzugänge, auf die sie in Freiburg große Hoffnungen setzen. Dinkci wurde für die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro von Werder Bremen verpflichtet. In der letzten Saison war der pfeilschnelle Rechtsaußen an den 1. FC Heidenheim ausgeliehen und dort richtig durchgestartet. Mit zehn Toren und fünf Vorlagen hatte der 22-Jährige großen Anteil an der starken Saison des Aufsteigers. Angesichts eines geschätzten Marktwerts von zwölf Millionen Euro (laut transfermarkt.de) ist Dinkci ein echtes Schnäppchen, das viele Vereine gerne verpflichtet hätten.

Ähnlich verhält es sich mit Patrick Osterhage, der für 4,8 Millionen Euro aus Bochum kommt. Der 24-Jährige spielte beim VfL eine starke Runde und wird im zentralen Mittelfeld den Konkurrenzkampf mit Nicolas Höfler und Maximilian Eggestein aufnehmen. Angreifer Maximilian Philipp stößt endgültig zum SC-Kader, nachdem er in der Vorsaison vom VfL Wolfsburg ausgeliehen war und nun eine Kaufpflicht greift.

Keitel wechselt vom Sport-Club nach Stuttgart

Torhüter Jannik Huth kommt vom SC Paderborn und nimmt den Kaderplatz von Benjamin Uphoff ein, der sich Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock anschließt. Mit Keven Schlotterbeck (VfL Bochum), Hugo Siquet (Cercle Brügge) und Kimberley Ezekwem (SC Paderborn) kehren drei bislang ausgeliehene Kicker zum Sport-Club zurück. Robert Wagner, der leihweise für die SpVgg Greuther Fürth gespielt hat, wird an Bundesliga-Aufsteiger FC St. Pauli ausgeliehen und darf dort auf Spielpraxis auf höchstem Niveau hoffen.

Nicht mehr Teil des SC-Kaders sind neben Yannik Keitel, der ablösefrei zum VfB Stuttgart geht, und Attila Szalai, der von der TSG Hoffenheim ausgeliehen war. Während die Szalai-Leihe sportlich enttäuschend verlief, hat Keitel in der neuen Saison die Chance, in der Champions League zu spielen. In Freiburg hatte es der 24-Jährige trotz großer Veranlagung nie zum Status "unumstrittener Stammspieler" geschafft.

Was könnte sich für den Sport-Club noch tun auf dem Transfermarkt?

Mit Merlin Röhl spielt ein begehrtes Mittelfeld-Talent im Breisgau. Der 21-Jährige - 2022 für knapp drei Millionen Euro vom FC Ingolstadt verpflichtet - soll bei gleich mehreren englischen Klubs auf dem Zettel stehen, darunter Newcastle United, FC Everton und Crystal Palace. Röhl hat in der abgelaufenen Spielzeit beim Sport-Club den Durchbruch geschafft, erzielte in 24 Bundesligaspielen zwei Tore und legte vier Treffer auf. Experten prognostizieren dem gebürtigen Berliner - der trotz seines jungen Alters als reflektiert gilt und sich auch mit Themen abseits des Fußballs beschäftigt - eine große Karriere. Röhls Marktwert wird auf zwölf Millionen Euro taxiert. Sollte ein Klub von der Insel das Werben intensivieren, dürften die Freiburger jedoch deutlich mehr verlangen.

Kommt ein Innenverteidiger zum SC Freiburg?

Bedarf für Neuzugänge besteht beim SC in der zentralen Defensive, wo Philipp Lienhart von März bis Juni mit einer Knieverletzung ausfiel. Matthias Ginter - der zweite gesetzte Innenverteidiger - musste sich in der Endphase der Saison einer Operation an der Achillessehne unterziehen. Ein heißer Kandidat soll Erwan Adonis von Paris St. Germain sein. Der 18-Jährige kommt aus dem Nachwuchs der Franzosen und könnte im Breisgau seinen ersten Profivertrag unterschreiben. Es wäre aber eher eine Investition in die Zukunft als eine Soforthilfe. Diese würden eher Lilian Brassier (24) von Stade Brest oder Logan Costa (23) vom FC Toulouse darstellen. Beide werden als Neuzugänge gehandelt, beide wären kein Schnäppchen: Der Marktwert wird auf jeweils zwölf Millionen Euro geschätzt.

Auch ein dritter potentieller Neuzugang kommt aus Frankreich. Alan Virginius steht bei Clermont Foot unter Vertrag. Der Rechtsfuß ist in der Offensive flexibel einsetzbar, kommt aber am liebsten über den linken Flügel. Ob und in welcher Größenordnung die Freiburger noch einmal aktiv werden auf dem Transfermarkt, hängt auch von möglichen Einnahmen ab.

Bislang hat der Sport-Club noch keine Ablösesummen generiert. Ein möglicher Verkaufskandidat ist Junior Adamu. Der 23-Jährige war im vergangenen Jahr mit großen Hoffnungen verbunden für sechs Millionen Euro von RB Salzburg geholt worden, konnte sich aber nicht annähernd durchsetzen. Magere 93 Bundesliga-Minuten stehen nach der Saison zu Buche. Bei einem Angebot würde sich der SC sicher gesprächsbereit zeigen.

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Michi Glang