Christian Streich, Trainer des SC Freiburg.

Fußball | Bundesliga

"Total falsch gemacht": Streich und der SC Freiburg suchen keine Ausreden

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Patrick Stricker

Der SC Freiburg analysiert die deutliche Niederlage gegen RB Leipzig - mit klaren Worten und dem Ziel, auch nächste Saison wieder im Europapokal spielen zu wollen.

Es war einer dieser Tage, an denen wenig bis gar nichts zusammenpasste. In der Offensive scheiterte der SC Freiburg zweimal an der Latte - und hinten leistete sich die Mannschaft von Trainer Christian Streich im Duell mit RB Leipzig bei allen drei Gegentoren in der ersten Halbzeit haarsträubende Nachlässigkeiten.

Der Coach nahm seine Spieler jedoch in Schutz und die Schuld an der 1:4-Niederlage gegen den Champions-League-Anwärter auf sich. "Ich habe personell und taktisch mit meinen Kollegen die vollständig falsche Herangehensweise gewählt", sagte Streich. "In erster Linie sollte ich weniger die Spieler kritisieren. Ich habe es einfach total falsch gemacht." Er habe sich vom 3:0-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach eine Woche zuvor verleiten lassen, gab der SCF-Trainer zu.

Zieht Freiburg wieder in den Europacup ein?

Vor dem Auswärtsspiel kommenden Sonntag (15:30 Uhr) beim Tabellenletzten SV Darmstadt 98 liegen die Breisgauer im gesicherten Mittelfeld der Fußball-Bundesliga. Die erneute Qualifikation für den Europapokal bleibt ein ambitioniertes Ziel.

Immerhin: Nach unten ist der Abstand mit 13 Punkten zum Relegationsrang noch deutlich größer. Aufgegeben haben die Freiburger die Hoffnung, sich kommende Spielzeit erneut international präsentieren zu dürfen, noch nicht.

Grifo trifft gegen Leipzig nach Einwechslung

"Wir wollen noch so viele Punkte wie möglich sammeln. Dass wir uns nicht mit Platz zehn oder so zufriedengeben wollen, das ist auch klar", sagte Vincenzo Grifo, der nach seiner Einwechslung gegen Leipzigdas einzige Freiburger Tor erzielt hatte (59.).

Seit fünf Liga-Heimspielen wartet der Sport-Club nun auf einen Sieg. Zwei Niederlagen im eigenen Stadion nacheinander gab es in dieser Saison zuvor auch noch nicht. Und weiterhin scheinen die fünf bestplatzierten Mannschaften der Liga zu stark zu sein.

Nur einen Punkt holten die Freiburger gegen eben jene Top-Teams - dank des 2:2 gegen den aktuell schwächelnden FC Bayern München. Die gute Nachricht aus SC-Sicht: In den noch ausstehenden sechs Partien geht es ausschließlich gegen Clubs, die hinter den Freiburgern positioniert sind.

"Wir haben in der Hinrunde auch einen Schlussspurt hinlegen können. Das wollen wir in der Rückrunde wieder schaffen. Aber wir müssen erst einmal eine bessere Leistung zeigen als gegen Leipzig - vor allem in der Verteidigung", sagte Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein.

Streich: "Natürlich lief es gegen uns"

Torhüter Noah Atubolu und seine Vorderleute sahen beim ersten Gegentor von Amadou Haidara zumindest nicht ganz glücklich aus (2.). Dann ließ sich Lukas Kübler gegen Loïs Openda überrumpeln (18.) und beim 0:3 leistete sich Yannik Keitel einen folgenschweren Schnitzer (44.). Hinzu kamen ein vergebener Strafstoß von Lucas Höler (41.) und ein Kopfball an den Querbalken von Roland Sallai eine Viertelstunde vor dem Ende.

"Natürlich lief es gegen uns", sagte Streich, der in Darmstadt auf den gesperrten Höler verzichten muss. Der Angreifer geriet mit Gegenspieler Xaver Schlager aneinander und sah in einer hitzigen Schlussphase seine fünfte Gelbe Karte. All das passte in das unglückliche Bild, das die Freiburger an diesem Nachmittag über weite Strecken abgaben.

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