Sohn an Leukämie verloren – Natashas Kampf gegen den Krebs

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Von Autor/in Niko Zakarias

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Junge Frau mit einem schlafenden Kind auf dem ArmNatasha verliert ihren Sohn an Leukämie und hilft jetzt mit ihrem neuen Job anderen Betroffenen
3 Min

William war so ein richtiger Sonnenschein. Ein lebhaftes Kind, meine Mutter hat ihn immer ganz liebevoll ‚The Running Man‘ genannt, weil er immer nur gerannt ist. Er war emotional, sehr einfühlsam und empfindsam. Er hat unser Leben unglaublich bereichert.

 Die Augen glänzen, wenn Natasha an William zurückdenkt. William, ihr erstes Kind, ist zweieinhalb, als bei ihm im Sommer 2020 völlig unerwartet eine aggressive Form der Leukämie entdeckt wird. 

Natürlich weiß man, dass so eine Diagnose bedeuten könnte, dass das eigene Kind daran stirbt. Aber ich war der festen Überzeugung, dass wir da auch gesund wieder herauskommen.

 Die nächsten Monate verbringt William vor allem im Krankenhaus. Immer abwechselnd an seiner Seite: Natasha und ihr Mann. Es folgen mehrere Chemotherapien. Der ganze Ort unterstützt die Familie, nimmt Anteil an Williams Geschichte, die Natasha im Internet veröffentlicht.  
 
Es findet sich sogar ein Stammzellenspender. Doch die Behandlung zeigt nicht die gewünschte Wirkung.  
 
„Da haben die Ärzte uns gesagt, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, ihn zu retten. Wir haben uns neben ihn ins Bett gelegt, wir haben ihm erzählt, er geht an einen Ort, wo es keine Krankenhäuser gibt und keine Krankheiten, wo er alles sein kann, was er will.“  
 
Im Januar 2021 verliert William den Kampf gegen den Krebs und stirbt, nur wenige Monate nach der Diagnose im Alter von drei Jahren. Natasha führt ihren Blog weiter und schreibt nun über ihre Trauer. 

Mir hat es gutgetan. Ich hatte auch das Gefühl, dass es anderen hilft.

2023 stößt Natasha zufällig auf eine Stellenanzeige der Kinderkrebshilfe Mainz. Sie bewirbt sich und bekommt den Job. „Während der Krankheit von William und auch danach hatte ich ein großes Gefühl von Machtlosigkeit. Hier habe ich das erste Mal das Gefühl, ich kann im Kampf gegen Kinderkrebs mitwirken. Und das ist ein gutes Gefühl. Es fühlt sich so an, als würde ich meine Arbeit für William machen.“

Alle machen den gleichen Job: Familie Hahn arbeitet seit über 100 Jahren als Hausarzt

Eine Hausarztpraxis mit langer Tradition: Seit über 100 Jahren kümmert sich die Familie von Max Hahn um die Gesundheit der Menschen in Tengen.

Cat Calls of Mainz

Es dauerte keine fünf Minuten – Nachdem wir die ‚Aufsager‘ für den Anfang des Films aufgezeichnet haben, laufen wir zusammen mit Hannah, Lea, Isabelle und Melina von "Cat Calls of Mainz" zum Mainzer Hauptbahnhof. Das erste was passiert: Die vier werden sexuell belästigt und einer der „Heimat“-Autoren wird zum Chef der Gruppe erklärt, weil er ein Mann ist. Während der Dreharbeiten kam es zu zwei weiteren Belästigungen. Hannah, Lea, Isabelle und Melina sind Studentinnen aus Mainz, die das Projekt „Cat Calls of Mainz“ rund um den Weltfrauentag 2020 gestartet haben. Angelehnt an zahlreiche andere Cat-Calls-Projekte in der ganzen Welt: „Wir haben uns das erst eigentlich nur für eine Woche vorgenommen – Nachrichten zu empfangen und kreiden zu gehen. Dann war die Woche vorbei und wir haben gemerkt: Wow, das findet jetzt schon viel Resonanz. Dann gab es für uns keinen Grund aufzuhören.“ Kreiden gehen bedeutet, sie schreiben mit Kreide sogenannte „Cat Calls“, also in der Regel verbale sexuelle Belästigungen, mit Kreide auf die Straße. Alles Belästigungen, die jemand erlebt und ihnen auf ihrem Instagram-Kanal zugeschickt hat. „So werden Leute mit dieser sexistischen Problematik konfrontiert, die sonst das Privileg haben, damit nicht in Berührung zu kommen.“ Das sei ihnen super wichtig, sagt Lea, eine der Mitinitiatorinnen der Gruppe. Aber es geht ihnen vor allem um die Opfer. „Dass Betroffene die Möglichkeit haben, sich diesen Raum zurückzuerobern, in dem ihnen etwas Schlimmes passiert ist. Man hat so ein starkes Ohnmachtsgefühl, wenn man das im Alltag ständig erleben muss.“ So möchten sie etwas in der Gesellschaft verändern und für das Thema sensibilisieren.

Das Heimat-Team stellt sich vor

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