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Seit ihrer Geburt bestimmen sehr leicht brechende Knochen den Alltag von Simey Truong.

„Ich habe Glasknochen, aber ich sehe das nicht als Krankheit, sondern eher als Handicap oder eine Behinderung.“

Mehr als 300 Knochenbrüche hatte sie schon in ihrem Leben und es werden weiterhin mehr. Schon eine einfache Bewegung kann dazu führen, dass sie sich etwas bricht. Unterkriegen lässt sich die junge Frau dadurch aber nicht. „Ich habe schon immer gemerkt, dass ich anderes bin als andere, weil mit mir einfach anders umgegangen wird. Viele gehen vorsichtiger mit mir um, weil sie denken: ‚Oje, ich breche ihr gleich etwas‘. Manche gucken komischen, wegen dem Rolli.“ Trotzdem versucht sie, so viel wie möglich selbstständig zu machen. Für ihr Studium der Filmwissenschaft ist sie zum Beispiel in eine eigene Wohnung gezogen. „Im Alltag gibt es viele kleine Schwierigkeiten. Das fängt damit an, dass es irgendwo eine Stufe gibt und ich dann nicht in ein Geschäft reinkomme oder nicht in den Zug, weil ein Fahrstuhl kaputt ist."

"Man wird einfach von vornerein schief angeguckt oder es wird gesagt: ‚Du kannst das eh nicht‘. Es wird nicht groß nach anderen Lösungsmöglichkeiten gesucht.“

Aber es geht auch anders. Menschen, die Simey schon länger kennen, wissen, was sie kann. Und sie wissen auch, dass man mit ihr viele Abenteuer erleben kann. „Jede Reise kann zum Abenteuer werden, sowohl für mich als auch für meine Begleitung. Es gibt immer neue Herausforderungen und es kann sehr anstrengend. Aber es kann auch ganz lustig sein, weil es nochmal eine andere Perspektive ist.“ So ist Simey gerne unterwegs und probiert immer wieder neue Sachen aus. Auch wenn dabei ein oder mehrere Knochen brechen. Ihr Motto:

„Lieber einen Tag Spaß gehabt und am Ende des Tages einen Bruch, als nur daneben gesessen.“



Simey und der Verein Rolli Teufel Ludwigshafen, in dem sie als Jugendliche Elektrorollstuhl-Hockey spielte, wurden 2009 von der Herzenssache unterstützt.

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