STAND
AUTOR/IN
Michèle Kraft (Foto: SWR)
Rieke Spang (Foto: SWR)

Seit ihrer Geburt bestimmen sehr leicht brechende Knochen den Alltag von Simey Truong.

„Ich habe Glasknochen, aber ich sehe das nicht als Krankheit, sondern eher als Handicap oder eine Behinderung.“

Mehr als 300 Knochenbrüche hatte sie schon in ihrem Leben und es werden weiterhin mehr. Schon eine einfache Bewegung kann dazu führen, dass sie sich etwas bricht. Unterkriegen lässt sich die junge Frau dadurch aber nicht. „Ich habe schon immer gemerkt, dass ich anderes bin als andere, weil mit mir einfach anders umgegangen wird. Viele gehen vorsichtiger mit mir um, weil sie denken: ‚Oje, ich breche ihr gleich etwas‘. Manche gucken komischen, wegen dem Rolli.“ Trotzdem versucht sie, so viel wie möglich selbstständig zu machen. Für ihr Studium der Filmwissenschaft ist sie zum Beispiel in eine eigene Wohnung gezogen. „Im Alltag gibt es viele kleine Schwierigkeiten. Das fängt damit an, dass es irgendwo eine Stufe gibt und ich dann nicht in ein Geschäft reinkomme oder nicht in den Zug, weil ein Fahrstuhl kaputt ist."

"Man wird einfach von vornerein schief angeguckt oder es wird gesagt: ‚Du kannst das eh nicht‘. Es wird nicht groß nach anderen Lösungsmöglichkeiten gesucht.“

Aber es geht auch anders. Menschen, die Simey schon länger kennen, wissen, was sie kann. Und sie wissen auch, dass man mit ihr viele Abenteuer erleben kann. „Jede Reise kann zum Abenteuer werden, sowohl für mich als auch für meine Begleitung. Es gibt immer neue Herausforderungen und es kann sehr anstrengend. Aber es kann auch ganz lustig sein, weil es nochmal eine andere Perspektive ist.“ So ist Simey gerne unterwegs und probiert immer wieder neue Sachen aus. Auch wenn dabei ein oder mehrere Knochen brechen. Ihr Motto:

„Lieber einen Tag Spaß gehabt und am Ende des Tages einen Bruch, als nur daneben gesessen.“



Simey und der Verein Rolli Teufel Ludwigshafen, in dem sie als Jugendliche Elektrorollstuhl-Hockey spielte, wurden 2009 von der Herzenssache unterstützt.

Mehr Heimat

Enkenbach-Alsenborn

Familie hält Kalb im Wohnzimmer

Sein Name ist Lukas Pirat und er lebt im Wohnzimmer – das Kalb von Familie. Der kleine Bulle kam sieben Wochen zu früh zur Welt und ist noch nicht reif für den Stall.  mehr...

Saulheim

Trauer um das eigene Kind

Jan litt an Depressionen, als er sich mit 26 Jahren das Leben nimmt. Seine Mutter Heike versucht seitdem, mit seinem Tod fertig zu werden und anderen Betroffenen zu helfen.  mehr...

Überlebenskampf: Sturz aus 50 Metern überlebt

Eine Bergwanderung in Neuseeland wird für Johannes aus Stuttgart fast zum Todesurteil. Er stürzte 50 Meter in eine Schlucht und musste sich daraufhin über 20 Stunden schwerverletzt durch die Wildnis kämpfen. Er überlebt, leidet aber noch heute unter den Folgen seiner Verletzungen.
„Direkt nach dem Aufprall auf dem Felsboden habe ich gesehen, wie mein Handy leuchtend neben mir in einem Busch gelandet ist. Im Gegensatz zu mir, hat es keinen Kratzer abbekommen. Aber es hatte leider keinen Empfang.“ (Johannes, 36, aus Stuttgart)
.
Eigentlich sollte es nur ein kurzer Ausflug werden. Nur mit einem Wasserbeutel, Sonnencreme, einem Handy und in kurzer Hose mit T-Shirt bekleidet, geht Johannes auf Bergwanderung. Doch als er auf dem Rückweg im Nebel plötzlich ins Leere tritt und rund 50 Meter in die Tiefe stürzt, ist für ihn klar: Das überlebe ich nicht.
Fall ins Bodenlose
„Es hat sich einfach viel zu lange angefühlt. Denn ich kenne das Gefühl des freien Falls – ich bin schon Bungee und Fallschirm gesprungen. Zum Glück haben wohl ein paar Äste meinen Fall gebremst. Noch Monate nach dem Unfall habe ich beim Zähneputzen Baumreste aus meinem Zahnfleisch gezogen.“ Wie durch ein Wunder überlebt Johannes den Sturz. Doch sein rechtes Sprunggelenk bekommt die komplette Wucht des Aufpralls ab.
Letzte Hoffnung: künstliches Sprunggelenk
Im Krankenhaus in Neuseeland wird er zwar gut versorgt, doch der Schaden am Knochen ist nicht wiederherstellbar. Johannes hat bis heute ununterbrochen Schmerzen. Ein künstliches Sprunggelenk aus der Schweiz ist seine letzte Hoffnung wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Um die kostspielige Operation zu ermöglichen, hat seine Schwester ein Spendenkonto auf einer Crowdfunding-Seite eingerichtet. „Bereits am 20. Januar wird meine langersehnte Operation stattfinden. Um die OP nicht aufs Spiel zu setzen, bin ich bereits seit einigen Tagen vorsorglich in Quarantäne.“  mehr...

Erzähl uns Deine Story

Du kennst jemanden, dessen Geschichte wir unbedingt erzählen müssen oder Du hast selbst etwas zu erzählen? Dann sende uns einen Hinweis.  mehr...

Folg uns auf Instagram

SWR Heimat BW
💓Wir lieben das echte Leben
🌎Menschen in BaWü
🎥Geschichten und Gefühle
💫Ganz normal bis abgefahren  mehr...

Das Heimat-Team stellt sich vor

Heimat Team  mehr...