2017 stirbt Claras große Schwester Sophia bei einem Reitunfall – damals ist Sophia erst 21 Jahre alt. Clara spricht darüber, wie sie mit ihrer Trauer um ihre verstorbene Schwester umgeht.
Sophia war meine große Schwester und meine beste Freundin.
Tod eines Familienmitglieds: Wenn ein Geschwisterteil stirbt
„Wir haben uns im Mai 2017 das letzte Mal gesehen. Zwei Wochen später rief meine Mutter an und sagte mir, dass Sophia tödlich verunglückt ist.“ Sophia stirbt mit 21 Jahren bei einem Reitunfall. „Die zweite Jahreshälfte von 2017 habe ich komplett verdrängt. Ich wollte auch nicht darüber reden, das war jetzt meine neue Lebensrealität.“ Der Familie fällt es schwer, über den Tod von Sophia zu sprechen. Und auch Freunde und Bekannte haben Schwierigkeiten, mit der Situation umzugehen. „Für alle anderen Verwandten war die Trauer um Sophia nur darauf beschränkt, wie es meiner Mutter damit geht. Ich war ja ‚nur‘ die Schwester. Ich hatte oft das Gefühl, dass meine Emotionen unter den Tisch gekehrt wurden.“

Eine besondere Beziehung: „Wir waren Clara & Sophia. Jetzt bin ich nur Clara.”
„Immer wenn ich die Möglichkeit hatte, davon zu erzählen, ist alles auf einmal rausgebrochen und ich konnte nicht aufhören. Ich wollte Sophias Namen in die Welt herausschreien.“ Clara sucht einen Weg, um mit ihrer Trauer umzugehen und hat eine besondere Idee: Sticker sollen an Sophia erinnern. „Auf den Stickern steht ‚Sophia was never here‘, ihr Geburtstag und ihr Todestag.“ Damit solle Sophia noch einmal um die Welt reisen können. „Ich hatte so Schuldgefühle. Ich kann mein Leben weiterleben und Länder bereisen und Sophia nicht. Sie ist für immer 21.“ Die Sticker schaffen es um die ganze Welt – sogar nach Japan. Dort lebt Clara aktuell.
#SophiaWasNeverhere: Sticker erinnern weiter an Sophia
Das Sticker-Projekt setzt sie zusammen mit ihrer Mutter Katharina um, die in Deutschland lebt. „Ich glaube, für mich war das auch eine sehr große Hilfe, um über den Tod sprechen zu können.“ Über die Instagram-Seite @sophiawasneverhere können die Sticker angefragt werden. Die Fotos von den aufgeklebten Stickern werden dann auf dem Kanal gepostet. „Dass fremde Menschen die Erinnerung an meine Schwester aufrechterhalten, hätte ich mir damals nicht vorstellen können, aber es macht mich sehr glücklich.“
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