Kampf gegen Rechts - Florian ist Streetworker

Dauer

Eine Waffe am Kopf, ein Messer am Hals. Florian ist Streetworker in Friedrichshafen und einiges gewöhnt. Jeden Tag kämpft er bei seiner Arbeit auch gegen die rechte Szene.

„Im schlechtesten Fall bin ich bei einer Straftat dabei.“

Florian, 46, Streetworker

Die Situation damals in Friedrichshafen war für Florian sehr speziell: "2005, 2006 hatte sich ein Stützpunkt der Jungnationalen gegründet, das waren ungefähr 30 Leute. Eine regionale rechtsextreme Skinheadszene, die sich selbst als Schlägertruppe gesehen hat. Das mündete irgendwann in Demos, und die hatten leider zur Folge, dass Friedrichshafen seitens der Öffentlichkeit ins rechte Spektrum gedrängt wurde."

Friedrichshafen eine "braune Stadt"?

Eine Zeitung habe sogar von der ‚braunen Stadt‘ geschrieben – was aber nie wirklich der Fall gewesen sei, sagt Florian: "Es waren kleine Gruppen. Unsere Aufgabe war es, dagegenzuwirken. Da kam ich ins Spiel: Der Auftrag 2008 an mich lautete, die Gruppe aufzusuchen und zu schauen, dass es nicht noch mehr werden, und dem ein oder anderen den Ausstieg aus der Szene anzubieten."

Kampf gegen Rechts

"Du brauchst einen Auftraggeber, der an das glaubt, was du tust, und der dir Zeit gibt – die Stadt Friedrichshafen glaubt bis heute an mich.“ Die rechte Szene in Friedrichshafen hat heute keine nennenswerte Kraft mehr, dank Menschen wie Florian, der daran beteiligt war, die Szene aufzulösen. Sein Rezept: Jeder Mensch will gemocht werden.

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