Sachbuch Jürgen Kaube: „Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?“

Holt die Schule wirklich das aus den Kindern heraus, was in ihnen drinsteckt? Das bezweifelt FAZ-Mitherausgeber Jürgen Kaube in seinem neuen Sachbuch mit dem provokanten Titel „Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?“ Kaube kritisiert „zähe Routinen“ in der Schule und das Beharren auf Dingen, die nicht funktionierten, zum Beispiel individualisierter Unterricht oder falsche Erwartungen an die Digitalisierung.

Jürgen Kaube: Individualisierter Unterricht eine „Phantasie“

Keine leichte Kost ist das neue Buch von Jürgen Kaube für Lehrerinnen und Lehrer. Es richtet sich gegen viele pädagogische Gegenwartsüberzeugungen. Eine „Phantasie“ nennt Kaube beispielsweise die Vorstellung, den Unterricht individualisieren und Kinder dazu bringen zu können, selbst zu lernen.

„Das sind Dinge“, so Jürgen Kaube im SWR2 Gespräch, „von denen man sich mal fragen muss, ob sie in der Interaktionssituation - 30 Kinder, ein Lehrer, eine Lehrerin - wirklich funktionieren kann - oder ob das nicht nur Einbildungen der Pädagogik sind.“

Computer in der Schule? Machen Kinder nur zu „Konsumenten“

Auch die Vorstellung, Kinder würden durch einen Unterricht mit Computern und Internet kognitiv gefördert, hält Kaube für falsch. „Faktisch erziehen wir Kinder damit zu Konsumenten“, so der FAZ-Mitherausgeber, der überzeugt ist, dass Jugendliche bei der Internet-Recherche ohnehin keine Hilfe benötigten. Er habe nichts gegen Informatik und Programmieren in der Schule. Dafür aber fehlten vor allem die richtigen Konzepte und ausgebildete Lehrkräfte.

Mehr Energie in Deutsch und Mathematik stecken

Erforderlich sei statt dessen eine Konzentration auf Kernfächer wie Deutsch und Mathematik, während in ergänzenden Fächern wie Geschichte oder Biologe nicht auf Vollständigkeit, sondern kluge Auswahl geachtet werden solle.

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